Standortmarketing, Kaufkraft
Das Einkaufsverhalten hat sich stark verändert

Thomas Brandtner (GF Standortmarketing) präsentierte Studie. | Foto: Nikolaus Kogler
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Kitzbüheler Standortmarketing präsentierte Ergebnisse der jüngsten Kaufkraftstudie; Licht und Schatten im regionalen Handel.

KITZBÜHEL. Die aktuelle Kaufkraft- und Handelsanalyse 2024/25, erstellt von CIMA und beauftragt von regio3 und KUUUSK, zeigt deutliche Veränderungen im Einkaufs- und Konsumverhalten auch in der Region Kitzbühel. Die Ergebnisse der Studie und der Vergleich zur Kaufkraftstudie 2018 wurden am 15. Oktober von Standortmarketing-GF Thomas Brandtner, regio3-GF Stefan Niedermoser und Martin Grafeneder (CIMA) präsentiert.

"Das Konsumverhalten hat sich deutlich verändert, der Standort ist aber weiterhin attraktiv. Die Studie soll eine Daten- und Entscheidungsgrundlage sowie Handlungsanleitung sein",

so Niedermoser.

Grafeneder fasste die Kaufkraftstromanalyse in 13 Kernaussagen und Handlungsempfehlungen zusammen. 
Demnach habe Kitzbühel weiterhin ein hohes Kaufkraftniveau (116 %, Tirol 93 %, Österreich 100 %), die Kaufkraft pro Person liegt bei überdurchschnittlichen 31.424 Euro. Das Kaufkraftvolumen beträgt 265,8 Millionen €. Ein Plus gibt es bei der Zahl an Arbeitsstätten und Beschäftigten (jew. gg. 2018), eine Stagnation bzw. Rückgänge bei der Bevölkerungsentwicklung und den touristischen Nächtigungen.

Die Einkauftreue im lokalen Einzelhandel ist rückläufig, die Kaufkraftbindung beträgt 54 %, bei kurzfristigen Bedarfen 81 %, mittelfristig 42 %, langfristig 26 %. Die Kaufkraft fließt dabei zunehmend und vorwiegend in den Onlinehandel ab.

"Der touristische Anteil am Einzelhandelsumsatz ist weiterhin extrem hoch, zuletzt aber auch abnehmend. Der Anteil des Tourismus im lokalen Handel liegt bei 66,6 Mio. € oder 53 %",

so Grafeneder.
Kaufkraftabflüsse aus der regio3 betragen 63,4 Mio. €, das sind 25 % des gesamten Kaufkraftvolumens. Die Abflüsse zum Onlinehandel summieren sich in Kitzbühel auf 8,2 Mio. €, 2018 waren es nur 3,9 Mio. €.
Gesunken ist der Kitzbüheler Einzelhandelsumsatz von 140,6 auf 126,6 Mio. €, auch die Flächenproduktivität und die Zahl der Handelsbetriebe, vor allem im Ortskern, ist gesunken (von 220 auf 196).

Empfehlungen

"Das Rennen um den Massenkonsum ist bereits verloren, daher ist die 'Qualität' und 'Verdichtung' im lokalen Handel oberste Prämisse. Es muss eine Standortstrategie für die Marke Kitzbühel erarbeitet werden, neue 'Magnete' wie etwa eine Genussmarkthalle oder ein 'Inkubator' für Jungdesigner (Kreativ- und Kunsthandwerk) sollten entwickelt werden",

empfiehlt die CIMA. 

Das Standortmarketing macht drei konkrete Handlungsfelder aus: Kitzbühel als hochwertiger Einkaufsstandort (Handelsleitbild), Kaufkraftbindung & Frequenzsteigerung (Kitz10er etc.), kreative Belebung und Nutzung der Flächen in der Stadt und im Umland.

Politik-Statements

LR Mario Gerber sagte, nicht alle Zahlen seien positiv,

"aber ihr lasst es nicht einfach geschehen, sondern ihr tut etwas und gebt positiv Gas."

Bgm. Klaus Winkler bewertet die Zahlen als

"wichtig, einige waren auch erwartbar. Nötig ist ein Schulterschluss aller. Der richtige Weg ist es, unsere Kräfte im neuen Standortmarketing zu bündeln."

Alle Nachrichten aus dem Bezirk Kitzbühel findest du hier.
Zur Themenseite: MeinBezirk vor Ort – Kitzbühel.

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