16.11.2017, 10:07 Uhr

Abwasser als Ressource nutzen

Die Experten diskutierten beim 8. Wassersymposium über Abwasser. (Foto: Sandra Pfeil)

Experten sprachen beim Wassersymposium

KITZBÜHEL (jos). "Rund 370 Tonnen Co2 werden jährlich in der Stadt Kitzbühel mit dem von uns entwickelten Biosolit gebunden. Das entspricht in der Verarbeitung rund 150 ha Wald, also 32.000 Laubbäumen.", so Ulrich Kubinger, Geschäftsführer der oberösterreichischen VTA-Gruppe. Diese Fakten muss man sich erst mal auf der Zunge zergehen lassen. Das Abwasser nicht nur "Dreck" ist, bewiesen diverese Experten aus Russland, Deutschland, Italien, der Schweiz und Österreich beim 8. Wassersymposium, das am 15. und 16. November in Kitzbühel abgehalten wurde.


Kapazitäten an Personen anpassen

Die Stadt Kitzbühel sei ein besonderes Thema in Sachen Abwassertechnik: Ist in ruhigeren Zeiten (wie im November) nur das Abwasser von 7.000 Personen zu bewältigen, so wird es in der Hochsaison ein Abwasservorkommen von 20.000 Personen geben. Darum sei ein genau ausgearbeitetes Konzept wichtig, dass die Kapazitäten der Anlage nicht zu gering oder zu hoch ausgeschöpft werden. Dafür sorgt das Unternehmen VTA mit Kubinger. "Die Firma begleitet die Stadt Kitzbühel das ganze Jahr. Wir sind überaus zufrieden mit den Ergebnissen", so Bgm. Klaus Winkler. "Ein wichtiges Thema ist auch die Ausschöpfung verschiedener Rohstoffe aus den Kläranlagen, wie zum Beispiel Phosphor", zeigt sich Kubinger zukunftsorientiert.

Mikroplastik ist großes Problem

Dass nicht nur Arzneimittel und andere Stoffe das Abwasser verunreinigen ist sicher schon ein länger bekanntes Thema. Dass jedoch die immer stärker auftretende Mikroplastik, welche in Kosmetika (Zahnpasta, Peelings) vorkommt, auch ein zunehmendes Problem in der Abwasserwirtschaft darstellt, bereitet den Experten große Sorgen. "600 Tonnen Mikroplastik landen jährlich in unseren Kläranlagen. Die Menschheit wird angehalten, hier umzudenken und Produkte ohne Mikroplastik zu kaufen.", so Experte Norbert Dichtl. "In Großbritannien sind diese Konsumgüter bereits verboten, also könnten auch wir darauf verzichten", so Dichtl weiter. Laut Kubinger wird da aber schon an einer Lösung gearbeitet.

Als Höhepunkt der Veranstaltung gilt die Verleihung des 8. Kitzbüheler Wasserpreises, welcher einem Nachwuchsforscher verliehen wird.
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