02.11.2017, 14:01 Uhr

Alpenverein ehrt Bergretter mit dem "Grünen Kreuz"

Walter Phleps von der Ortsstelle Fieberbrunn wurde mit dem Grünen Kreuz ausgezeichnet. (Foto: ÖAV/Gerold Benedikter)

Drei Tiroler und ein Salzburger werden für ihren außergewöhnlichen Einsatz am Berg ausgezeichnet

KUFSTEIN/FIEBERBRUNN (jos). Seit nunmehr 94 Jahren verleiht der Österreichische Alpenverein im Rahmen seiner Jahreshauptversammlung das Grüne Kreuz, eine der höchsten Auszeichnungen für Bergretter.


Strenge Kriterien bei der Vergabe des Ehrenzeichens

Das Grüne Kreuz gilt aufgrund der anspruchsvollen Auswahlkriterien als eine der renommiertesten Auszeichnungen im Bergrettungswesen. Voraussetzung dafür sind "mehrmalige, außerordentlich schwierige alpine Rettungen oder Bergungen, wobei eine deutliche Überschreitung der durchschnittlichen Pflichterfüllung gegeben sein muss“. In den 94 Jahren seit Einführung des Grünen Kreuzes wurden erst 505 Personen damit ausgezeichnet.

Selbstloser Einsatz für Menschen in Bergnot

„Der Alpenverein drückt mit dieser Auszeichnung seinen Dank, seine Wertschätzung und seine Bewunderung aus, denn das, was die Frauen und Männer im Österreichischen Bergrettungsdienst, aber auch Piloten, Flugretter und Notärzte leisten, ist für den Alpenverein von außerordentlicher Bedeutung“, so Erich Wetzer, Alpenverein-Vizeobmann. Bei der Jahreshauptversammlung am 21. Oktober in Kufstein wurde Walter Phleps von der Ortsstelle Fieberbrunn mit dem Grünen Kreuz ausgezeichnet. Er ist seit 1964 Mitglied der Bergrettung, seit 1982 ist er in Fieberbrunn tätig und ist als "Pionier im Bereich der Flugrettung" bekannt. Im Jahr 1974 fürte er im Wilden Kaiser die erste Taubergung Österreichs durch. Zwischen den Jahren 1969 und 1994 absolvierte Phleps über 1.000 Hubschrauber-Rettungseinsätzee als Flugretter und ab 1976 als Flugrettungsarzt. Als herausragende Leistung gilt auch eine Spaltenbergung, die der Rettung zunächst als aussichtslos erschien. Phleps ließ sich kopfüber und nur mit Unterwäsche bekleidet in die Spalte hinab. Beide haben überlebt. Im Juni 1979 konnte er als Bergrettungsarzt zum Überleben jener Kletterer beitragen, die nach drei Tagen mittels Stahlseilbergung aus der Laliderer-Nordwand geborgen werden konnten. Für seine herausragenden Leistungen erhielt er 1975 die Lebensrettungsmedaille und im Jahr 1996 die Goldene Verdienstmedaille des Roten Kreuzes.
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