11.01.2018, 12:53 Uhr

Kitz ist "Home of quattro"

Home of quattro – schon bisher beim Hahnenkammrennen, nun auch bei Stadt und TVB.

Debatte, Kritik, Mehrheitsvotum rund um automobile Partnerschaft Audi-TVB und Vereinbarung Stadt-TVB.

KITZBÜHEL (niko). Endgültig zum "Home of quattro" wird Kitzbühel: Nachdem Audi bereits Hauptsponsor der Hahnenkammrennen (sowie des FIS-Skiweltcups, Anm.) ist und die Bergbahn AG mit den Ingolstädter Autobauern kooperiert, kann nun auch Kitzbühel Tourismus eine automobile Partnerschaft eingehen. Voraussetzung dafür war die Genehmigung der Stadtgemeinde zur Nutzung stadteigener Flächen für Werbezwecke. Der entsprechende Vertrag zwischen Stadt und TVB wurde nach teils heftiger Debatte im Gemeinderat mit 13 Ja- bei sechs Nein-Stimmen genehmigt. Im Herbst war der Vertrag bereits debattiert und in den Stadtrat zurückverwiesen worden. Nun wurde in einigen Punkten nachgebessert, die Kritik der Opposition blieb jedoch heftig.

180.000 € pro Jahr

Laut Vertrag zahlt der TVB insgesamt 180.000 Euro jährlich für die Nutzung von Flächen in der Stadt und beim Sportpark (100.000 bzw. 80.000 €) für Audi-Werbezwecke (1. 1. 2018 bis 30. 9. 2022). Aus der vorherigen Partnerschaft mit Daimler-Benz waren 150.000 € geflossen.
Wie viel Geld von Audi zum TVB fließt, blieb unbeantwortet. Gerade daran stößt sich die Opposition, die Geheimniskrämerei attestiert, die wiederum Misstrauen schaffe (GR Filzer, UK).

K.S.C.-Präsident Michael Huber im Gemeinderat die sehr guten Erfahrungen mit Audi als Partner (seit 2001) hervor. "Es wäre gut, wenn jetzt ein einziger Automobilpartner da wäre", plädierte Huber für die Vereinbarung. "Audi ist an einem qualitätsvollen, harmonischen, nicht aber an einem quantitativen Auftritt interessiert. Die Zusammenarbeit bringt Synergien, Marketingkräfte und Nächtigungen", so TVB-Chefin Signe Reisch. Auch BAG-Vorstand Josef Burger hob die Kooperation mit Audi (seit 2014) hervor. "Wir haben eine seriöse Markenpartnerschaft, Zugang zu Audi-Kunden und -Mitarbeiter und viel hintergründige Wertschöpfung."

Geheimniskrämerei

Die FPÖ kritisierte eine fehlende Ausschreibung. "Das war gesetzlich nicht nötig; die Stadt ist hier auch nicht aktiv tätig, sondern der TVB", so Bgm. Klaus Winkler. FPÖ und UK stoßen sich an der Nicht-Information über die Höhe der Zahlungen von Audi an den TVB. "Um wie viel mehr erhält der TVB als die Stadt", fragt GR Alexander Gamper. "Das Geheimnis um 'Insidersummen' schürt nur das Misstrauen, außerdem wird noch mehr Verkehr produziert", so GR Manfred Filzer. Auch GR Georg Hechl (Grüne) kritisierte das Geheimnis um den Vertrag Audi-TVB.
"Seien Sie versichert, dass hier gut verhandelt und das Beste für die Stadt herausgeholt wurde", so Burger. "Die Vereinbarung ist sehr lukrativ für die Stadt", so Winkler. Auch Vize-Bgm. Walter Zimmermann attestierte ein "sehr gutes Verhandlungsergebnis." Reisch: "Audi wird keine Autorennen in der Stadt veranstalten."
Die Befürchtung von GR Marielle Haidacher, dass das Tennisturnier durch die "Branchenexklusivität" für Audi gefährdet sei, wurde von Winkler dementiert.

Nachdem ein Antrag von GR Gamper erst im Nachhinein zur Abstimmung kam (Forderung nach Absetzung des Punktes, Information über Vertrag Audi-TVB im nichtöffentlichen Teil der GR-Sitzung), sprach Gamper von einem "Kasperltheater" und der Einbringung einer Aufsichtsbeschwerde gegen Bgm. Winkler. "Die Reihung von Anträgen obliegt dem Bürgermeister", attestierte Winkler.

Städtische Leistungen

(Auszug): Audi-Fahnen an mehreren Standorten, Parkplätze für Audi, Branchenexklusivität (mit Ausnahmen Tenniswoche, KitzMotionDay), Sportpark-Werbeflächen, Auto-Präsentationen Innenstadt, jedoch KEINE Container-Aufstellung in Innenstadt; alle Punkte sind jeweils mit der Stadt abzustimmen und im beiderseitigem Einvernehmen zu realisieren.
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