Rettung
Alpenverein zieht sich aus Gesprächen rund um Kletterhalle Wörgl zurück
- Auf Anfrage von MEINBEZIRK KUFSTEIN erklärt Harald Ringer, AV-Obmann, dass unter den aktuellen Bedingungen kein Betreiber der Halle gefunden werden konnte.
- Foto: Barbara Fluckinger
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Kein Aufstieg für die Kletterhalle Wörgl: Der Alpenverein macht bei den Gesprächen zur Rettung der Halle einen Rückzieher. Zuletzt hat laut AV der "letzte interessierte Bewerber" eine Fortführung abgelehnt.
WÖRGL. Die Rettung der Kletterhalle beschäftigt Wörgl und die ganze Region bereits seit Jänner, als über die Betreiberfirma ein Insolvenzverfahren eröffnet wurde. Es folgten Gespräche rund um eine mögliche Fortführung der Kletterhalle Wörgl – bis jetzt. Denn nun hat sich die ÖAV Sektion Wörgl Wildschönau dazu entschlossen, aus den Gesprächen zu einer Rettung der Halle auszusteigen.
Ohne Förderung "nicht machbar"
"Grundsätzlich ist es so, dass unter den aktuellen Bedingungen kein Betreiber der Halle (auch nicht mit den Unterstützungsangebot des ÖAV) gefunden werden konnte. Im Wesentlichen sind auch wir der Ansicht, dass es finanziell, ohne eine entsprechende Förderung für Sportstätten nicht machbar sein wird", erklärt Harald Ringer, AV-Obmann der Sektion Wörgl Wildschönau. Es seien mit dem Eigentümer des Gebäudes, mit Interessenten, sowie auch mit den umliegenden Sektionen des Alpenvereins und dem Hauptverband sehr offene und wertschätzende Gespräche geführt worden. "Aktuell stellt sich die Situation jedoch so dar, dass mittlerweile der letzte interessierte Bewerber die Fortführung der Halle abgelehnt hat", so der AV in einer Aussendung.
"Zu riskant"
Die Gründe für die Absage seien bei allen Bewerbern ident. Trotz der Bemühungen des Eigentümers sei eine wirtschaftliche Führung der Kletterhalle an diesem Standort und mit dieser Dimension zu riskant. Auch wenn im Unterland ein Bedarf da ist, seien doch Angebote in der Umgebung als Konkurrenz zu stark vorhanden. Ferner gebe es für Förderungen von Gemeinde und Land Tirol nur begrenzte Möglichkeiten, erklärt der Alpenverein.
Dieser will nun in der Sektion die Energie und finanziellen Mittel auf das Kerngebiet des Alpenvereins beschränken und setzt auf Kletterkurse in anderen Hallen, Klettercamps und Co. Mit dem Direktor einer Schule in Wörgl und dem Hauptverband des ÖAV wurden zudem Gespräche begonnen, um in einer höheren Turnhalle Kletterwände zu errichten, um diese für den Turnbetrieb, aber auch für Vereine in Folge zugänglich zu machen. "Hier werden wir in den nächsten Monaten einige Gespräche führen, versuchen finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen und eine Lösung zu finden", so der AV.
- Laut der Einschätzung des Alpenvereins gibt es viele Angebote in der Umgebung, die eine starke Konkurrenz zur Kletterhalle darstellen.
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Wörgl: Großes Bedauern
"Mit großem Bedauern haben wir (...) von der Absage seitens des Alpenvereins erfahren", heißt es indes seitens der Stadt Wörgl. Bürgermeister Michael Riedhart hatte bereits im Februar auf Social Media verkündet, dass die Halle "gerettet sei". Derzeit sieht es allerdings nicht danach aus.
Die Stadt betont, dass der Alpenverein im Vorfeld einmal Kontakt mit der Stadtgemeinde Wörgl aufgenommen habe. Im Rahmen eines sehr konstruktiven Gesprächs wurde grundsätzlich die Bereitschaft der Stadtgemeinde signalisiert, das Vorhaben nach Möglichkeit zu unterstützen.
Stadt wollte Konzept
Als wesentliche Grundlage für die weitere Prüfung wurde seitens der Stadt um die Vorlage eines konkreten Konzepts ersucht. Dieses hätte insbesondere nähere Angaben zur geplanten Umsetzung, zum finanziellen Rahmen sowie zum tatsächlichen Unterstützungsbedarf enthalten sollen. "Ohne eine entsprechende Entscheidungsgrundlage war es der Stadtgemeinde nicht möglich, die Art und Höhe einer allfälligen Unterstützung seriös zu beurteilen oder konkret zu beziffern", heißt es seitens der Stadt.
Nach diesem Gespräch sei seitens des Alpenvereins jedoch keine weitere Kontaktaufnahme erfolgt und es sei auch kein entsprechendes Konzept übermittelt worden. Daher hätten keine weiterführenden Gespräche über eine mögliche Unterstützung geführt werden können. Der Alpenverein erklärte medial, dass ein Konzept von einem Betreiber hätte kommen müssen, da der AV diesen ja nur unterstützt hätte.
Zuversicht bei Stadt und Eigentümer
Die Stadtgemeinde Wörgl zeigt sich dennoch zuversichtlich, dass der Eigentümer eine geeignete Betreiberin oder Betreiber für die Kletterhalle in Wörgl finden wird. Weitere Gespräche mit dem Eigentümer finden noch im Laufe dieses Monats statt. Auch seitens des Eigentümers betont man, dass "wir nun mit weiteren Interessenten Gespräche über die Fortführung führen".
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