Ohne, geht nicht!

Elisabeth Hirzinger mit ihrem "Wienerhorn"
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1983 in Kitzbühel geboren, erhielt Elisabeth Hirzinger ihren ersten Hornunterricht im Alter von 9 Jahren. Nach absolviertem Musikgymnasium in Innsbruck und Instrumentalpädagogikstudium am Tiroler Landeskonservatorium bei Mag. Marco Treyer. Anschließend Instrumentalstudium und Magisterstudium Instrumentalpädagogik an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien bei Prof. Roland Berger und Mag. Thomas Jöbstl. 2009: Abschluss mit Auszeichnung. 2006 Mitglied des EUYO, European Union Youth Orchestra. In der Spielzeit 2007/2008 2. Hornistin im Kärntner Sinfonieorchester. Seit September 2008 Mitglied des Orchesters der Wiener Volksoper sowie Unterrichtstätigkeit an der Landesmusikschule Kufstein und Umgebung seit 2003.

FRAGE: Was faszinierte Sie am Anfang so sehr am Waldhorn?
ELISABETH HIRZINGER:
Um ehrlich zu sein, bin ich nicht selbst auf die Idee gekommen Waldhorn zu spielen. Ich wurde gefragt, ob ich nicht probieren möchte dieses Instrument zu spielen, da in der Musikkapelle Brixen im Thale damals dringend Hornisten gebraucht wurden. Zu dieser Zeit gab es noch kein Musikschulwesen wie wir es heute kennen mit ausgebildeten Lehrern für alle Instumente, sondern der Kapellmeister unterrichte alle Blechblasinstrumente, sogar Schlagzeug, Gitarre und Hackbrett soweit ich mich erinnere. Stefan Reiter, Trompetenlehrer in der Musikschule Brixental und nach wie vor Kapellmeister in Brixen im Thale, war mein erster Lehrer und hat die Freude am Musizieren in mir geweckt. Mich hat schon früh der weiche, runde Klang des Horns fasziniert und die vielseitige Einsetzbarkeit dieses Instruments. Ich habe neben der Blasmusik sehr bald in den verschiedensten Formationen Musik gemacht – Blechbläserensemble, klassisches Holzbläserquintett und die kuriosesten Trio- und Duobesetzungen. Reiter war immer enorm kreativ und hat Melodien verschiedenster Stilrichtungen vom Jazz bis hin zur traditionellen Volksmusik für die jeweiligen Instrumente arrangiert und ich war da so gut wie jedesmal dabei. Auch meine große Leidenschaft, das „Weisenblasen“, ist daraus entstanden. Das hat mich sehr geprägt und einfach Spaß gemacht.

FRAGE: Was macht es zu einem richtig coolen Instrument?
HIRZINGER:
Die Vielseitigkeit, die verschiedenen Musikrichtungen, die das Horn „drauf hat“. Im klassischen Symphonieorchester sowie in der Blasmusik ist das Horn ein zentraler Bestandteil, genauso gehört es natürlich zu einem Blechbläserquintett oder Blechbläserensemble. Im Gegensatz dazu komplettiert das Horn aber auch zusammen mit vier Holzbläsern (Flöte, Oboe, Klarinette und Fagott) das klassische Holzbläserquintett. Sololiteratur mit Orchester- oder Klavierbegleitung gibt es aus allen Stilepochen und Filmmusik wäre ohne Hörner undenkbar. Das Horn wird sogar in einer Bigband eingesetzt oder kann in einer „Tanzlmusig“ statt der Posaune mitspielen. Volksweisen zusammen mit Flügelhorn oder Tenorhorn klingen wunderschön. Nochdazu aufgrund des großen Tonumfangs des Horns, gibt es sehr viele Arrangements und Stücke für Hornquartett, also 4 Hörner. Da ist dann überhaupt alles möglich!

FRAGE: Wie wichtig sind die Hörner für den Komponisten?
HIRZINGER:
Das Horn hat vorallem seit es mit Ventilen ausgestattet wurde – so ca. um 1840 – eine sehr wichtige Funktion im Orchester und in der Kammermusik. Es wurde sogar zum Lieblingsinstrument der Komponisten dieser Zeit, der Romantikepoche. Plötzlich war es möglich nicht nur mehr Töne der Naturtonreihe, sondern jede Art von Melodie zu spielen und zahlreichen Klangfarben zu erzeugen. Vom zarten piano, dem weichen Klang eines ganzen Hornsatzes, bis hin zu schmetternden Jagdfanfaren waren die Komponisten inspiriert und es hat ihnen ermöglicht, musikalisch sehr unterschiedliche Stimmungen zu erzeugen. Das Horn ist ein klangliches Bindeglied. Da es sich so gut mit anderen Instrumenten mischt wird es von den Komponisten gerne eingesetzt. In den Werken von Johannes Brahms, Anton Bruckner, Richard Strauss und Gustav Mahler, um nur einige wenige zu nennen, hat das Horn besonders schöne Aufgaben.

FRAGE: Wie gehen Kinder mit dem doch großen und anspruchsvollen Instrument um?
HIRZINGER:
Es gibt ganz tolle Anfängerschulen und Stücke für Kinder. Die Schüler sind sehr gefordert, müssen ihre Körperwahrnehmung und ihr Gehör schulen um sicher und gut spielen zu können. Dafür werden sie mit einem einzigartigen Klang belohnt und das ist auch das Wesentliche, das ich meinen Schülern vermitteln möchte. Kinder sind sehr offen und kreativ und freuen sich über ihre Fortschritte. Wenn ihnen das Instrument gefällt, sind sie auch bereit zu üben und wollen sich immer weiter verbessern. Ich denke jedes Instrument hat seine Herausforderungen. Wichtig ist meiner Meinung nach Musik zu machen und das kann man auch schon zu Beginn mit wenigen Tönen.

FRAGE: Wie sehen Sie Ihre Zukunft in Kufstein?
HIRZINGER:
Ich unterrichte sehr gern in Kufstein und werde es, solange es sich mit meiner Orchestertätigkeit in Wien vereinbaren lässt, auch weiterhin tun. Mir ist es ein Anliegen, gerade in meiner Heimat, die nächste Generation an Hornisten auszubilden und ihnen meine Liebe zum Instrument weiterzugeben.

Danke für das Gespräch!

Autor:

Stadtmusikkapelle Kufstein aus Kufstein

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