Bürgerdialog
Kufsteiner diskutieren über die Zukunft Europas

Beim BürgerInnen Forum Europa in der Kulturfabrik Kufstein kamen vor allem viele junge Leute.
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In der Kufsteiner Kulturfabrik wurde über europäische Ideen und Projekte gesprochen. Dabei konnten man Fragen, Kritik und Vorschläge direkt an ÖVP-EU-Abg. Thaler bzw. an Grünen-LAbg. Kaltschmid richten. 

KUFSTEIN. Das BürgerInnen Forum Europa (BGFE) veranstaltete in Zusammenarbeit mit Europe Direct und dem Regionalmanagement KUUSK einen BürgerInnendialog in der Kufsteiner Kulturfabrik. Am Mittwoch, den 8. September waren ÖVP-EU-Abgeordnete Barbara Thaler und Landtagsabgeordneter der Grünen Georg Kaltschmid zu Gast, um sich den Fragen der rund 30 Bürgerinnen und Bürger zu den Themen Wirtschaft und Umwelt zu stellen.

"Green Deal" stellt die Weichen

Es muss Wirtschaft und Umwelt heißen – nicht oder. Da sind sich Thaler und Kaltschmid einig. Beide bestätigen, dass sowohl aus Reihen der Unternehmer sowie der Touristiker zu hören ist, dass ihnen das Thema Nachhaltigkeit am Herzen liegt. So sei es auch in der EU, weiß Thaler. Der "Green Deal", welcher vorsieht, dass die EU bis 2050 klimaneutral sein wird, ist beschlossene Sache. Allerdings gehe es jetzt darum, das "wie" zu klären, und das wird eine wahre Herausforderung. 

"Wenn man mit der EU-Brille auf die 27 Mitgliedsstaaten schaut, dann muss man feststellen, dass es unterschiedliche Voraussetzungen gibt",

so Thaler, die damit zum Ausdruck bringt, dass man gewisse Konzepte nicht der ganzen EU überstülpen könne, sondern dass man die Eigenheiten der Länder berücksichtigen müsse.

EU-Abgeordnete Barbara Thaler versuchte komplizierte Sachverhalte anhand von konkreten Beispielen zu erklären.
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Touristisch neue Wege beschreiten

Das Thema Tourismus wurde natürlich ebenfalls ausführlich debattiert. Eine Wortmeldung aus dem Publikum beschrieb dabei die Gefühlswelt von einigen Bürgerinnen und Bürgern: "Der Corona-Winter war der schönste Winter, den wir in den letzten Jahren hatten". Obwohl viele Tirolerinnen und Tiroler vom Tourismus profitieren, gibt es auch Schattenseiten. Überlaufene Ortschaften, überhöhte Grundstückspreise, Eingriffe in die Natur sowie Verkehrsbelastungen sind vielen Menschen seit Langem ein Dorn im Auge. Kaltschmid, der selbst Hotelier in Walchsee ist, versteht den Unmut:

"Aufgabe wird es sein, einen Tourismus zu schaffen, der von allen mitgetragen wird und ökologisch sowie ökonomisch erfolgreich ist."

Der Landtagsabgeordnete möchte dabei den Pioniergeist der "älteren" Generation gar nicht schmälern. Damals wären Entscheidungen getroffen worden, die vom Großteil der Menschen für gut geheißen wurden. Heute müsse man wiederum solche Lösungen finden, die von den Mitmenschen befürwortet werden.

Jugend miteinbeziehen

Deshalb sei es auch wichtig, dass beim Erarbeiten von touristischen Konzepte möglichst viele unterschiedliche Leute mit dabei sind, denn nur so kann eine Akzeptanz erreicht werden. Kaltschmid bemängelte auch, dass teilweise den jungen Leute der Zugang erschwert werde. So könne man sich beispielsweise beim Tourismusverband oder bei der Wirtschaftskammer nur als Mitglied einbringen, wenn man selbst bereits ein Gewerbe hat – leider würden Gastronomie- und Hoteleriebetriebe aber eher spät übergeben.

Landtagsabgeordneter Georg Kaltschmid wünscht sich einen nachhaltigeren Tourismus in Tirol.
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"Öffis" stärken

Tirol und auch der Bezirk Kufstein ist eine vom Verkehr geplagte Region. Das sahen auch einige Anwesenden so und stellten kritische Fragen. Warum sei es nicht möglich, dass man im 30-Minuten-Takt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln von Thiersee in die Bezirkshauptstadt komme. Thaler, die selbst aus Thiersee stammt und diese Vorstellung durchaus begrüßte, verwies darauf, dass die EU hier bereit wäre, konkrete Konzepte zu fördern. Die Umsetzung liege hier allerdings beim Bund bzw. beim Land Tirol.

Auf Schiene bringen

Der Brenner Nordzulauf sowie der Brenner Basistunnel soll den Güterverkehr auf Tirols Straßen verringern und somit auch die Luftverschmutzung reduzieren. Das die Waren in Zukunft aber tatsächlich auf die Schiene verlagert werden, brauche es noch mehr, denn laut Thaler gibt es gerade im Eisenbahnverkehr von Land zu Land unterschiedliche Vorschriften. Teilweise muss an der Grenze sogar der Zugführer gewechselt werden, nur weil dieser die Landessprache nicht spricht. Solche Bestimmungen müsse man verbessern, um in Zukunft den grenzüberschreitenden Schienenverkehr zu beschleunigen. In weiterer Folge würden somit auch Kosten gespart werden, was den Schienenverkehr attraktiver machen würde.

Ziele des BürgerInnen Forums

Das BürgerInnen Forum ist ein überparteilicher Verein, der das europäische Verständnis in Österreich stärken möchte. Der Verein organisiert Veranstaltungen in allen Bundesländern, bei denen man mit politischen Entscheidungsträgern und Experten in Kontakt treten und sich austauschen kann. Unterstützt wird das Forum dabei unter anderem von Othmar Karas, Ulrike Lunacek, Christian Kern, Martin Rohla, Katharina Rogenhofer und Wilhelm Molterer. (klau)

Braucht es mehr solche Bürgerdialoge?

Weitere Infos zum BürgerInnnen Forum Europa findest du hier.
Aktuelle Nachrichten aus dem Bezirk Kufstein gibt‘s hier.

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