In Walchsee
"Ein guter Milchschilling" durch neue Biokäserei-Anlage

Genossenschafts-Obmann Thomas Loferer strahlt am Spatenstichtag in Walchsee.
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  • Genossenschafts-Obmann Thomas Loferer strahlt am Spatenstichtag in Walchsee.
  • hochgeladen von Sebastian Noggler

Über neun Millionen Euro nimmt die Genossenschaft Biokäserei Walchsee in die Hand, um im neuen Gewerbegebiet im Ortsteil Moosen auf der grünen Wiesen eine top-moderne Sennerei- und Käserei-Anlage zu errichten. Am Freitagvormittag gab's dazu den Spatenstich.

WALCHSEE (nos). Die Genossenschaftsmitglieder sind guter Dinge. Sollte der Bau nach Plan laufen, könne Mitte Juli des kommenden Jahres die neue Anlage eröffnet werden. Ein "sehr spezieller und historischer Tag" für Obmann Thomas Loferer und die ganze Genossenschaft war der Spatenstichtag am 17. Mai, dem langjährige Diskussionen, Planungen und Verhandlungen voraus gegangen sind, bevor es nun zum Bauauftakt kommen konnte.

Im neuen Gewerbegebiet

Seit 1904 käsen die Wachseer mitten im Dorf, das Gebäude war dem Produktionsvolumen allerdings schon länger nicht mehr gewachsen, ein Viertel der Milch musste die Bauern zuletzt weiter verkaufen, so der Obmann. Auch Bgm Dieter Wittlinger kannte diese Probleme aus erster Hand, "baubehördliche Spagate" der Gemeinde seien notwendig gewesen. Mit dem nun begonnenen Neubau im Gewerbegebiet im Ortsteil Moosen kann nun Abhilfe geschaffen werden.
Die Landwirte waren auch Treiber und Partner des Gewerbegebiet-Projekts rund um einen ehemaligen Bauhof, wofür Gemeinde und Raiffeisenbank zur Erschließung und Gestaltung eine Genossenschaft gründeten. "Was hier neu entsteht, kann ein Leuchtturm für die Bio-Käsereien in der Region werden", zeigte sich Wittlinger überzeugt. Durch die Verarbeitung und Veredelung vor Ort könne die Landwirtschaft gestärkt und "ein guter Milchschilling" verdient werden. Zudem sollen zusätzlich zu den acht aktuellen Arbeitsplätzen in der Genossenschaft mit dem Neubau weitere acht oder mehr geschaffen werden.

Das Projekt wurde auch von LHStv Josef Geisler gelobt, der zuvor bereits beratend zur Seite stand und der über das Land auch für Unterstützung bei der notwendigen Verbreiterung der Walchseestraße sorgen soll. Er betonte die Wichtigkeit kleiner, regionaler Wirtschafts- und Wertschöpfungskreisläufe als Zukunftsstrategie für die kleinteilige Tiroler Landwirtschaft. Solche Initiativen würden auch von den Konsumenten geschätzt, die immer mehr Bewusstsein für regionale, nachhaltige und ökologische Produkte zeigen. 

Geplant ist auf dem rund 4.600 m2 großen Gelände ein Gebäude im rustikalen regionalen Stil mit etwa 1.240 m2 Fläche und rund 15.000 m3 Raum. Neben der Produktion, Logistik und Lagerung soll auch ein Bistro und ein Laden eingerichtet werden, um die Produkte der Genossenschaft an Gäste und Einheimische zu bringen.

Über die Biokäserei Walchsee

  • Reine Bio-Produktion seit 1994 
  • Anzahl Mitglieder 2019: 57 
  • Jahreskapazität: 4,3 Millionen Liter Bio-Heumilch
  • Umsatz 2018: Rund 4,1 Millionen Euro 
  • MitarbeiterInnen 2018: 8

Neu:

  • Investitionssumme: ca 9 Millionen Euro
  • Anlagenkapazität: bis zu 6 Millionen Liter
  • Ausweitung des Produktsortiments durch neue Schnittkäselinieo Bauernkäse, Pfefferkäse etc., Ausweitung Direktvertrieb, Vergrößerung Käseladen.


Die Pläne zum Neubau am neuen Standort wurden am 21. März präsentiert, den Beitrag dazu finden Sie hier.

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