Jahr der Bäuerin
Landwirtschaftskammer startet Tour in Niederndorferberg
- Die Familie Anker-Feistl betreibt den "Hinterschachnerhof" in Niederndorferberg und setzt auf Direktvermarktung.
- Foto: Barbara Fluckinger
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Der Fokus der Landwirtschaftskammer liegt im "Internationalen Jahr der Bäuerin" auf den Frauen in der Landwirtschaft.
NIEDERNDORFERBERG, BEZIRK KUFSTEIN. Wer sich an den Hinterschachnerhof in Niederndorferberg begibt, findet dort wohl eine der schönsten Aussichten auf das Inntal vor, die es in der Region gibt.
Frauen führen 25 Prozent
Abseits der Aussicht hat der Hof aber noch mehr zu bieten. Er ist – berechtigterweise – einer der beiden Vorzeigebetriebe, die die Landwirtschaftskammer-Vertreter auf ihrer Bezirkstour 2026 besuchen. Passend zum "Internationalen Jahr der Bäuerin" liegt auch der Hinterschachnerhof in den Händen einer Bäuerin, nämlich Claudia Anker-Feistl. Im Bezirk werden 25 Prozent der Betriebe von einer Frau geführt, in ganz Tirol sind es etwa 20 Prozent (das sind 2.168 Betriebe). Der Hinterschachnerhof entschloss sich in den 1990er Jahren für eine Direktvermarktung der Produkte des Hofes – ein Weg, der zum Erfolg führte. "Der Hof ist ein Familienbetrieb. Neben meinem Mann und meinen Kindern unterstützt mich auch meine Schwester. Unsere Kunden schätzen unsere Lebensmittel, das ist eine schöne Bestätigung für unsere tägliche Arbeit", sagt Claudia Anker-Feistl.
- Betriebsführerin Claudia Anker-Feistl beim Rundgang durch den Hof.
- Foto: Barbara Fluckinger
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Mehr Hofübernahmen, Wahljahr
LK-Vizepräsidentin und Landesbäuerin Helga Brunschmid betont, dass das Jahresthema eine Chance für die Bäuerinnen sei, zu zeigen, was sie in der Landwirtschaft leisten. "Wir wollen aufzeigen, dass auch ein landwirtschaftlicher Betrieb ein modernes Unternehmen ist, wo auch Menschen leben, die mit der Zeit gehen", so Brunschmid.
Wichtig sei für sie, dass die Hofübernahme durch Frauen in Zukunft selbstverständlicher wird. Doch auch die Möglichkeit einer rechtlichen Absicherung sei von hoher Bedeutung, sodass sich die Frauen bei der Arbeit am landwirtschaftlichen Betrieb selbst eine Pension erwerben können.
Um Frauenpower geht es auch bei den LK-Bäuerinnen Tirol, die mit rund 21.500 Frauen das größte Frauennetzwerk Tirols bilden. Hier werden übrigens im August 2026 nach sechs Jahren die Gremien neu gewählt.
- Die Familie Anker-Feistl konnte mit hofeigenen Fleisch- und Wurstprodukten bei Prämierungen überzeugen.
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Digitalisierung als Entlastung
Dass die Technik auch in der Landwirtschaft immer von größerer Bedeutung wird, bestätigt Bezirksobmann Michael Jäger. "Wir sehen eine Chance in der Automatisierung und Digitalisierung." Diese könne auch in der Landwirtschaft für eine gute Work-Life-Balance sorgen, vor allem weil gerade in Tirol 75 Prozent der Betriebe im Nebenerwerb betrieben werden.
LK-Präsident Josef Hechenberger erklärt, dass die Bauern vor wirtschaftlichen Herausforderungen stehen, da die Produktionskosten steigen, gleichzeitig aber die Preise sinken. Er will sich dafür einsetzen, dass seitens der EU das Budget für die Agrarpolitik nicht – wie derzeit diskutiert wird – gesenkt wird. "Es braucht klare politische Rahmenbedingungen – weniger Bürokratie, gezielte Investitionsförderungen und faire Wettbewerbsregeln mit Hausverstand. Nur so können unsere bäuerlichen Familienbetriebe nachhaltig wirtschaften", so Hechenberger.
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