05.04.2018, 17:41 Uhr

120 Sekunden 2018: Georg Teufl gewinnt das Ideencasting der BezirksRundschau

Die laut Expertenjury beste oberösterreichische Geschäftsidee im 2018er Bewerb präsentierte Georg Teufl aus Bad Ischl. Seine Erfindung könnte die Rehabilitation von Schlaganfallpatienten in Zukunft effektiver gestalten und verbindet die virtuelle Realität mit realen Reha-Maßnahmen.

LINZ. Beim Finale des BezirksRundschau-Ideenwettbewerbs 120 Sekunden konnte der Bad Ischler Georg Teufl mit einem virtuell unterstützten Reha-System die Jury überzeugen. Die spannende Abschlussveranstaltung ging am 4. April im Festsaal der Johannes Kepler Universität in Linz über die Bühne.

Bereits vor acht Jahren – lange vor ähnlichen Formaten, wie Moderatorin Nina Kraft bemerkt – etablierte die BezirksRundschau den großen oberösterreichischen Ideenwettbewerb. 120 Sekunden hatten die insgesamt rund 900 Teilnehmer in 50 Castings seither Zeit um ihre Projekte vor einer Jury und Publikum zu präsentieren. 90 Ideen sind heuer insgesamt eingereicht worden. 

Die Finalisten

Ins Finale haben es zehn Kandidaten geschafft: Johann Bernhard mit seinem unterstützenden Exoskellet, David Kitzmüller mit einer revolutionären Web-Plattform für Musiknoten, Thomas Stadler mit einem System zur Meldung von undichten Stellen in Flachdächern, Georg Teufl – der Sieger – mit seinem virtuell unterstützen Reha-System für Schlaganfallpatienten, Markus Graf mit einer App, die junge Radiologen unterstützen soll, Patrick Studener mit einer App für Unternehmen zur Neukundenaquise, Lukas Griesbacher mit der „Obstraupe“ zum behutsamen einsammeln von Streuobst, Jürgen Weiss mit einem wirklich smarten Motorradhelm, Sarah Holler mit einem UV-sensitiven Armband zur Sonnenbrandverhinderung und Hautkrebsprävention, sowie Alexander Brader mit einem Gerät, dass vor Wasserschäden bewahren soll.

Das „Stockerl“

Überzeugen konnte schließlich Georg Teufl aus Bad Ischl. Seine Erfindung könnte die Rehabilitation von Schlaganfallpatienten in Zukunft effektiver gestalten und verbindet die virtuelle Realität mit realen Reha-Maßnahmen. Handbewegungen werden darfür mittels eines Sensorarmbands abgelesen und in motivierende virtuelle Umgebungen übertragen. Um in die virtuelle Reha einzutauchen braucht es ein Smartphone, die zugehörige Vorrichtung um dem Patienten selbiges vor den Augen zu fixieren sowie das erwähnte Sensorarmband – ein revolutionärer Ansatz. Teufl erhielt 5.000 Euro in bar von der Volksbank OÖ sowie Beratungspakete der Wirtschaftskammer OÖ und der eccontis treuhand gmbH – Details zu den Preisen weiter unten). Den zweiten Platz belegten Lukas Griesbacher aus Perg mit seiner Obstraupe und Sarah Holler, Schülerin der HTL-Braunau mit ihrem UV-Sensor-Armband.


Die Stärken Oberösterreichs

Einfallsreichtum, Kreativität, Innovationsgeist – das sind große Stärken Oberösterreichs, wie Landeshauptmann-Stellvertreter Michael Strugl sagt. Österreichweit, so Strugl, seien in unserem Bundesland 2017 die meisten Patente angemeldet worden – Oberösterreich sei „Innovationskaiser“ und die 120 Sekunden ein Teil dieser Erfolgsgeschichte. Jede neue Idee und jedes Produkt, jedes Geschäftsmodell – all das bilde den Treibstoff für die Wirtschaft der Zukunft. Das Land OÖ sieht sich dabei als „Geburtshelfer“, wie Strugl erklärt. „Innovation ist Wachstum, ist Wettbewerbsvorteil“, sagt Wirtschaftskammer OÖ-Vizepräsidentin Angelika Sery-Froschauer, „und deshalb ein ganz zentrales Thema für den Standort OÖ und für jeden einzelnen Betrieb“. Wichtig sei es zudem, so Sery-Froschauer, Innovation nicht nur mit Technologie zu verbinden. Allein das zukunftsorientierte Denken der Mitarbeiter in den oö. Unternehmen sei ein enorm wichtiger Innovationsprozess. Anzudenken wäre etwa eine Patentmöglichkeit für Geschäftsmodelle, wie die WKOÖ-Vizepräsidentin meint. Die Bedeutung der Innovationskraft schätzt auch Volksbank OÖ-Chef Andreas Pirkelbauer sehr hoch ein. Als Finanzpartner stehe man jungen Erfindern zur Verfügung, wenn es schließlich darum gehe eine Idee in die Geschäftswelt zu bringen. Die Unterstützung der 120 Sekunden sei ein „ganz wichtiges Anliegen“ – „Das ist unser Thema“, so Pirkelbauer.

Der Inkubator

Beim „Fuß Fassen im Unternehmertum“ will auch die eccontis treuhand GmbH helfen, wie Geschäftsführer und Unternehmensberater Michael Nösslböck erklärt. Wichtig bei einer Veranstaltung wie den 120 Sekunden sei auch die Teilnahme von jungen Damen und Herren, weil hier erste reale Begegnungen mit der Wirtschaft stattfinden können, so Nösslböck. Optimale Rahmenbedingungen für aufstrebenden Unternehmergeist biete das Umfeld der Johannes Kepler Universität, so JKU-Vizerektor Alexander Egyed. Diplom- und Masterarbeiten würden Gelegenheit bieten, an Themen heranzugehen die letztendlich oft den Grundstein für Unternehmen legen würden. Aufholbedarf sieht Egyed in Oberösterreich bei Motivationsmaßnahmen für junge Gründer – nicht ganz ernst gemeinter Vorschlag des Vizerektors: „Man könnte doch jungen Gründern das Bundesheer oder den Zivildienst ersparen.“ BezirksRundschau-Geschäftsführer Thomas Reiter erklärt die Gründe, warum es die 120 Sekunden seit nunmehr acht Jahren gibt: „Mit den 120 Sekunden wollen wir kreativen Menschen eine Plattform bieten um den Sprung in eine positive berufliche Zukunft zu schaffen“. Eine „Inkubator-Funktion“ wolle man übernehmen, so Reiter. Aus einer Idee heraus ein Unternehmen zu gründen, dazu brauche es Leidenschaft und Zielorientierung, aber vor allem eines: „Sehr sehr viel Mut“ – und genau diesen Mut wolle man mit der Aktion unterstützen. Bis heute seien sehr viele erfolgreiche Unternehmen daraus hervorgeganen, wie Reiter verrät.

Die Jury

Tanja Spennlingwimmer von Business Upper Austria, Josef Hader vom WKOÖ-Gründerservice, Ernst Breiteneder von der Volksbank Oberösterreich AG und Michael Nösslböck von der eccontis treuhand GmbH bewerteten fünf Punkte, wie Spennlingwimmer erklärt: Verständlichkeit, Umsetzbarkeit, Markttauglichkeit, Innovationskraft. Zu guter letzt stellten sich die Jury-Mitglieder selbst die Frage: „Würde ich in diese Idee investieren?“.

Die Ehrengäste

Als Ehrengäste begrüßte man über die bereits erwähnten hinaus Landesrätin Birgit Gerstorfer, die Landtagsabgeordneten Ulrike Schwarz, Günter Pröller und den Landtagsabgeordneten und Bürgermeister von Oberneukirchen Josef Rathgeb sowie JKU-Wissenschaftlerin Manuela Macedonia.

Die Partner

Partner der 120 Sekunden 2018 sind das Standortressort des Landes OÖ, die Wirtschaftskammer OÖ, die Volksbank Oberösterreich AG und die eccontis treuhand GmbH, sowie die Johannes Kepler Universität.

Die Preise

1. Preis: 5.000,- Euro von der Volksbank OÖ
+ Werbeguthaben in der BezirksRundschau
in der Höhe von 20.000,- Euro
+ Premium-Beratungspaket
des Gründerservice der Wirtschaftskammer Oberösterreich
+ eccontis-Beratungspaket im Wert von EUR 5.000,- Euro

2. Preis:
+ Werbeguthaben in der BezirksRundschau
in der Höhe von 10.000,- Euro
+ individuelles Beratungspaket
des Gründerservice der Wirtschaftskammer Oberösterreich
+ eccontis-Beratungspaket im Wert von EUR 3.000,- Euro

3. Preis:
+ Werbeguthaben in der BezirksRundschau
in der Höhe von 5.000,- Euro
+ individuelles Beratungspaket
des Gründerservice der Wirtschaftskammer Oberösterreich
+ eccontis-Beratungspaket im Wert von EUR 1.000,- Euro

Alle Fotos: BRS/Alfred Reiter
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