75. Geburtstag
Skisprunglegende Reinhold Bachler: "Vom Weltrekord lebe ich noch heute!"

Der Skispringer Reinhold Bachler feiert am 26. Dezember 2019 seinen 75. Geburtstag.
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  • Der Skispringer Reinhold Bachler feiert am 26. Dezember 2019 seinen 75. Geburtstag.
  • Foto: GEPA pictures
  • hochgeladen von Wolfgang Gaube

EISENERZ. 154 Meter, Weltrekord! Man schreibt den 12. März 1967, als es dem damals 23-jährigen Reinhold Bachler in Vikersund, Norwegen, gelingt, mit Skiern unter den Füßen weiter zu springen als je einem Menschen zuvor. Spätestens da ist klar: Dem Sportler, der drei Jahre zuvor dem Nationalkader beigetreten ist, steht eine große Zukunft auf den Schanzen dieser Welt bevor.
"Vom Rekordsprung 1967 lebe ich sozusagen heute noch", lacht Bachler, bei Kaffee und Weihnachtskeksen sitzend, in der Küche eines schmucken Häuschens in Eisenerz.

Rückhalt in der Familie

Am 26. Dezember feiert der versilberte Olympionike seinen 75. Geburtstag. Fehlen darf beim Gespräch auch Ehefrau Inge nicht. "Ohne die Unterstützung meiner Frau wäre das alles nicht gegangen", erinnert sich Reini, wie er lieber genannt werden möchte, zurück. "Sie wusste immer, dass ich viel unterwegs sein werde und ist dabei auch immer hinter mir gestanden. Jetzt in der Pension versuche ich vieles von dem zurückzugeben." "Wenn Reinhold unterwegs war, blieb ich in der Regel mit den drei Kindern zu Hause", wirft Ehefrau Inge ein, und muss dabei lachen. "Frauen waren damals bei den Bewerben ja auch nicht unbedingt als Zuschauer erwünscht. Zweimal oder so war ich dabei, da ist der Reini beide Male schlecht gesprungen, das war mir eine Lehre."

Ein geerdeter Mensch

Höhenflüge als Sportler einerseits gehören jedoch genauso zur Person Reinhold Bachler wie sein "ziviler" Job, der geerdeter kaum hätte sein können. Als Bergmann verdiente er seinen Lohn unter Tage am Steirischen Erzberg. Luft oder Erde? Welchem Element fühlt er sich mehr zugehörig? "Ich habe die Lehre am Erzberg nie bereut", erzählt Bachler. "Wir haben alles gemacht: gezimmert, getischlert, Elektrik. Zumindest kann ich am Haus heute das meiste selber erledigen!"
Nach der Lehrzeit, die er hauptsächlich im Stollen hinter sich brachte, folgte die Arbeit im Tagbau. Bachler: "Die Euklid-Schwerlastkraftwagen waren die ersten Fahrzeuge ihrer Art am Berg, die hab ich genauso pilotiert wie später die Haulpacks. Nach meinem Karriereende bin ich dann aber bei der Alpine als kaufmännischer Angestellter im Büro gelandet und habe am Berg nicht mehr weiter gemacht."

Sonderausstellung in Eisenerz

Wie sehr Reini der Öffentlichkeit als Skispringer in Erinnerung geblieben ist, zeigt aber auch der große Erfolg der Sonderausstellung über sein Leben, die bis Ende Oktober 2019 im Eisenerzer Postmuseum zu besichtigen war. "Das hätten weder der Reini noch ich gedacht, dass die Ausstellung ein so großer Erfolg werden würde", freut sich Inge über den Andrang. "Selbst viele Weggefährten wie Karl Schnabl waren da."

Idol für die Jugend

60 Medaillen und Ehrungen konnte Reinhold Bachler während seiner Karriere für Österreich erringen. Doch neben seinen eigenen beeindruckenden Leistungen stehen auch Generationen junger nordischer Sportler wie Lukas Klapfer oder Daniela Iraschko-Stolz auf seinen Schultern. Das Nordische Ausbildungszentrum in der Eisenerzer Ramsau wurde von ihm und Springerkollegen Gerhard Niederhammer gegründet: "Darauf sind wir heute natürlich sehr stolz, auch wenn der Anfang schwer war."

Zur Person

Reinhold Bachler (* 26. Dezember 1944 in Eisenerz) ist ein ehemaliger österreichischer Skispringer und Skisprungtrainer. Vor seiner Sport-Karriere arbeitete Bachler als Bergmann am Erzberg.
Seine ersten Erfolge feierte er 1967 mit sechs Siegen bei FIS-Springen. Als Höhepunkt stellte er am 12. März 1967 mit 154 Metern einen neuen Weltrekord im Skifliegen auf der Schanze in Vikersund auf. 1968 gewann Bachler die Silbermedaille auf der Normalschanze bei den Olympischen Spielen in Grenoble. Nach Grenoble war Reinhold Bachler über viele Jahre hinweg einer der wenigen österreichischen Skispringer, die mit der Weltspitze mithalten konnten.
1974/75 wurde das ÖSV-Team und damit Österreich über Nacht zur Skisprungnation Nummer eins. [f]Baldur Preiml[/f], ein ehemaliger Teamkollege von Reinhold Bachler, war Cheftrainer des Teams geworden. Preimls Training und die von ihm initiierte Materialinnovation hatten alles, was bisher im Skisprungsport galt, auf den Kopf gestellt.
1975/76 wurde er Dritter bei der Vierschanzentournee und belegte bei den Olympischen Spielen in Innsbruck die Plätze 5 und 6. Er gewann in Sapporo, Murau und Planica noch drei Springen, wobei er in Planica mit 172 Metern auch seine persönliche Bestweite im Skifliegen verbesserte. In Summe konnte er während seiner 14-jährigen Laufbahn als Weltklassespringer bei FIS-Skisprungveranstaltungen 60 Podiumsplatzierungen erzielen.
Quelle: Wikipedia

Der Skispringer Reinhold Bachler feiert am 26. Dezember 2019 seinen 75. Geburtstag.
Reinhold Bachler nach seinem Weltrekordsprung in Vikersund.

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