Sonderthema "Alpakas"
Aus den Anden in die Alpen

Seit einigen Jahren scheint ein regelrechter "Boom" rund um Alpakas ausgebrochen zu sein. Verständlich, denn die genügsamen Tiere sind nicht nur lieb anzuschauen.
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  • Seit einigen Jahren scheint ein regelrechter "Boom" rund um Alpakas ausgebrochen zu sein. Verständlich, denn die genügsamen Tiere sind nicht nur lieb anzuschauen.
  • Foto: Freilichtmomente
  • hochgeladen von Verena Riegler

Neugierig, intelligent und sanftmütig: Nicht nur als Nutztiere gewinnen Alpakas immer mehr an Beliebtheit.

Nähert man sich dem Pöttlerhof der Familie Todtner in St. Stefan ob Leoben, so wird man relativ rasch von über 80 neugierigen Augenpaaren angeschaut. Die flauschigen Wollknäuel, die zu den Augenpaaren gehören, stammen eigentlich aus den südamerikanischen Anden, wo sie auf 4.500 Metern Höhe leben, sind aber seit einigen Jahren auch in unseren heimischen Gefilden auf diversen Höfen immer häufiger anzutreffen. Die Rede ist von Alpakas.
Alpakas gelten als intelligente und gutmütige Tiere, die in der Haltung absolut unproblematisch sind. Sie sind eine domestizierte Kamelform und ebenso wie die Kamele soziale Tiere, die sich in Gruppen am wohlsten fühlen. Als Pflanzenfresser ernähren sie sich fast ausschließlich von Gräsern.

Vlies der Götter

Die "flauschigen Rasenmäher" sind aber nicht nur entzückend anzuschauen, den Tieren kommt als Nutztieren auch in unserer Region eine immer größere Bedeutung zu. Und das, obwohl Alpakas in Österreich die einzigen Nutztiere sind, die nicht geschlachtet werden. Gezüchtet werden die Tiere primär wegen ihres Fells: Die weiche, seidig-glänzende Alpaka-Faser wird weltweit als eine der edelsten und wertvollsten Naturfasern gehandelt und deshalb auch gerne als "Vlies der Götter" bezeichnet. Im Vergleich zur Schafwolle ist sie wärmer, feiner und hat einen geringeren Fettgehalt. Die Alpaka-Faser wird durch Pflegeschur gewonnen. Das Vlies ist bestens für Allergiker geeignet, denn jede einzelne Alpaka-Faser enthält über 70 Vitalstoffe. Mit ihren Eigenschaften – wie zum Beispiel temperaturausgleichend, atmungsaktiv, feuchtigkeitsregulierend und geruchsneutralisierend – ist die Faser optimal für empfindliche Haut.

Erholsamer Schlaf

Aus diesem Grund wird das Alpaka-Vlies neben Kleidungsstücken auch gerne für Decken und Kissen verwendet. Der optimale Temperaturausgleich und die regulierende Wirkung lassen nachhaltig regenerieren und besonders tief und erholsam schlafen. Gleichzeitig mobilisiert eine Bettwäsche aus Alpaka-Vlies rascher Abwehrkräfte und aktiviert körpereigene Prozesse. Eine Bettwäsche aus Alpaka Vlies lässt den Körper sofort entspannen und somit wird Stress viel schneller reduziert. Eine aus 100 Prozent bestehende Alpaka-Faser ist zudem selbstreinigend.

Sanfter Wegbegleiter

Aber nicht nur das Vlies der Alpakas, auch die Tiere selbst können wesentlichen Einfluss auf die Gesundheit des Menschen nehmen. Aufgrund ihres ruhigen und anmutigen Charakters werden sie auch in der tiergeschützten Therapie eingesetzt. Überzeugen kann man sich vom sanften Gemüte der Alpakas und ihrer beruhigenden Wirkung bei einer Alpaka-Wanderung.  Mit ihrer neugierigen und ruhigen Art sind sie treue Begleiter für Wanderungen. Das Tier spürt die Unruhe und Schwingungen der Menschen, weshalb sich das Alpaka selbst den Mensch für die Wanderung aussucht. Aufgrund ihrer Einfühlsamkeit braucht es eine kleine Eingewöhnungsphase für Mensch und Tier.

Von der Flocke bis zur Socke

Von Bedeutung ist das Alpaka-Fell auch bei der Produktion von Kleidung. „Viele kaufen ihre Kleidung bei großen Modeketten und wissen gar nicht, wo die Produkte eigentlich herkommen und wie die Kleidung tatsächlich entsteht. Deshalb ist es uns ein Anliegen, dass wir die alte Handwerkskunst weitergeben können“, erklärt Christine Herzog.
Gemeinsam mit ihrer Tochter Katharina Schmiedhofer lebt sie bereits in dritter Generation diese große Begeisterung für die Handwerkskunst des Spinnens, Strickens und Webens, die in ihrer Alpaka Werkstatt in Leoben im Fokus steht. „Meine Mutter war schon Berufsstrickerin. Dadurch hat mich diese wundervolle Arbeit nicht mehr losgelassen“, erzählt Herzog. Aus diesem Grund möchte sie gemeinsam mit ihrer Tochter die Begeisterung auch an Interessierte weitergeben.

Märchenhafte Zeitreise

Wer einen Blick in die Alpaka Werkstatt wirft, der kann diese Faszination nachvollziehen und eine beinahe märchenhafte Zeitreise erleben: Wo sonst begegnet man außerhalb eines Märchens noch Menschen, die mit einem Spinnrad arbeiten? Eine Arbeit, die neben dem praktischen Nutzen auch noch eine besondere Wirkung hat: Das Spinnen dient durch den rhythmischen Vorgang dazu, Stress abzubauen, es ist entspannend und entschleunigend. Zuvor muss das abgeschorene Alpaka-Vlies von Hand gereinigt und gekämmt werden, erst danach wird es versponnen. Die fertige Alpakawolle wird dann auf den über hundert Jahre alten Handwebstühlen und Strickmaschinen zu Decken, Teppichen, Unterbetten bis hin zu Bankauflagen und Kleidung verarbeitet.

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