Sonderthema: Mit dem Vierbeiner durch den Sommer
Ein Pfiff und es raschelt in der Wiese

Zweimal täglich bekommen die wild lebenden Katzen in der Johann Sackl-Gasse von Horst Staudacher Futter - und das seit rund zehn Jahren.
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  • Zweimal täglich bekommen die wild lebenden Katzen in der Johann Sackl-Gasse von Horst Staudacher Futter - und das seit rund zehn Jahren.
  • hochgeladen von Astrid Höbenreich-Mitteregger

Der Leobener Horst Staudacher versorgt seit zehn Jahren wild lebende Katzen mit Futter und Parasitenschutz.

LEOBEN. Geht es auf 9 oder 19 Uhr zu, dann kommt "tierisch" Leben in die Umgebung des Gartenvereins Johann Sackl-Gasse in Donawitz: Da tauchen plötzlich zwei weiße Katzenohren im hohen Gras auf, eine dunkle Katze kommt aus einer Hecke und dort laufen wie aus dem Nichts noch weitere Katzen den Weg zwischen den Gartenhütten entlang. Hören sie die Stimme oder das Pfeifen von Horst Staudacher, dann gibt es vor allem für Daisy, Spiky, Lucy und Sissi kein Halten mehr. Jeden Tag kommt der pensionierte Voest-Arbeiter, der in der Nähe wohnt, vorbei, um die Vierbeiner zu füttern. Insgesamt sind es 14 wild lebende Katzen – viele davon vermutlich ausgesetzt –, die der 60-Jährige zweimal pro Tag mit Nahrung und Zuwendung versorgt. „Ich habe in den vergangenen drei Jahren, seit meiner Pensionierung, keinen einzigen Tag ausgelassen. Ich war auch nie auf Urlaub“, erzählt Staudacher, dem Spiky und Daisy gerade um die Beine streichen, während er ihr Futter auspackt.

Winter-Unterschlupf

Anfassen lassen sich nicht alle gerne, nur Sissi, die heute erst später dazukommt, genießt die Streicheleinheiten. „Die vier sind Geschwister und vor zwei Jahren hier im Gartenverein in einer Hecke geboren worden. Ihre Mutter ist nach der Geburt gestorben und seitdem werden sie von mir und teilweise auch von anderen Gartenvereinsmitgliedern versorgt, die für sie auch so manchen Winter-Unterschlupf in ihren Hütten hergerichtet haben“, erklärt der Donawitzer, der selbst zwei ehemalige Streuner bei sich zu Hause aufgenommen hat. Taucht eine der Katzen einmal länger nicht auf, ist die Sorge groß, denn sie sind Staudacher sehr ans Herz gewachsen.

Fortpflanzungskontrolle

„Alle Tiere sind – finanziert vom Tierschutzverein Leoben – kastriert worden. Es hat Monate gedauert, bis wir die damals noch insgesamt 17 Katzen einfangen konnten. Hätten wir diese wild lebenden Tiere, von denen die meisten weiblich sind, nicht kastrieren lassen, gäbe es jetzt Unmengen an Nachwuchs“, sagt Staudacher. Vom Tierschutzverein wird er auch teilweise beim Kauf des Futters unterstützt. Den Großteil bezahlt er jedoch aus eigener Tasche. „Das kostet schon einige Hunderter pro Monat“, meint er.

Tierfreund

Und seine Motivation? „Die ist ganz einfach erklärt: Ich bin ein großer Tierfreund.“ Insgesamt füttert Staudacher bereits seit rund zehn Jahren wild lebende Katzen und achtet darauf, dass sie gegen Würmer und andere Parasiten geschützt sind. Nicht alle Mitmenschen würden das Versorgen der wilden Katzen gerne sehen. „Der Großteil freut sich zum Glück über die Tiere und viele helfen, wie gesagt, auch mit, dass es ihnen gut geht. Einige Menschen bereiten mir allerdings doch Sorgen – ebenso wie die Straße, die gleich unter dem Gartenverein vorbeiführt“, sagt Staudacher und zieht mit seiner bis oben hin befüllten Tasche weiter zum nächsten Futterplatz, wo er schon von weiteren Samtpfoten erwartet wird.

Tipps & Tricks

So bringen Sie Ihren Vierbeiner gut durch den Sommer:
• Regelmäßige Fellpflege für die Wärmeregulierung und um Hautprobleme zu vermeiden
• Das Herz-Kreislaufsystem bei älteren Hunden unterstützen (spezielle Kräutermischungen)
• Zur Abkühlung nasse Tücher auf das Tier legen
• Wenn mit Wasser gekühlt wird, immer bei den Beinen beginnen
• Das Tier auf keinen Fall im Auto lassen
• Reichlich Wasser zur Verfügung stellen
• Bei Bedarf mit Nassfutter den Flüssigkeitshaushalt auffüllen
• Nicht auf heißem Asphalt mit dem Hund spazieren gehen (Verbrennungsgefahr der Pfoten)
• Schattenplatz zur Verfügung stellen

Expertentipps von Tanja Wechselberger (Fellnasenfriseur) bzw. Claudia Kraßnitzer ("Gönn' Tier was").

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