Zwischenbilanz
Jungscharlager Kaleidio verwandelt Leoben in eine lebendige Kinderstadt
Seit Sonntag ist Leoben der Mittelpunkt für das österreichweite Treffen der Katholischen Jungschar. Rund 500 Kinder und Begleitpersonen beleben die Montanstadt mit kreativen Erlebniswelten und Workshops. Ein Besuch in der Kinderstadt „Elementia“ zeigt, wie die junge Generation spielerisch Gemeinschaft und Mitbestimmung erprobt.
LEOBEN. Ein spürbares Aufleben zieht seit dem vergangenen Wochenende durch Leoben. Wenn die Kinder und Jugendlichen gemeinsam mit ihren Gruppenleiterinnen und Gruppenleitern durch die Gassen wandern, ist die gute Laune von Weitem hörbar. Begleitet von Musik, Gesang und Lachen ziehen die Gruppen fröhlich von Station zu Station. Auf ihren Wegen durch die Stadt wurden die zwei großen Reisegruppen in den vergangenen Tagen dazu von bekannten Film-Maskottchen wie Simba und Mufasa sowie Judy Hopps und Nick Wilde begleitet.
Seit der feierlichen Eröffnungsshow am Sonntagabend ist das österreichweit größte Jungschar- sowie Ministrantinnen- und Ministrantenlager in der Montanstadt voll im Gange. Bei der Startshow wurde symbolisch ein noch leeres Reisetagebuch präsentiert, dessen Geschichten die Teilnehmenden im Laufe der Woche selbst schreiben. Einstimmende Musik, Tanz und das gemeinsame Jungscharlied begleiteten den Auftakt.
- Die Reisegruppen ziehen durch die Stadt.
- Foto: KJSÖ/Schneider Christina
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Inklusive aller ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die seit mehr als zwei Jahren an der Planung arbeiten, bewegt das Großereignis rund 500 Personen. „Das Kaleidio bringt Jungschar- sowie Ministrantinnen und Ministranten-Gruppen aus ganz Österreich, ehrenamtlich Engagierte, Gruppenleitende und Kinder zusammen. Eine Woche lang leben wir Gemeinschaft, Spiel, Spaß, Freude und unseren gemeinsamen Glauben. Ich freue mich sehr, auch heuer wieder Teil des Kaleidios zu sein, und danke allen, die seit Monaten mit viel Herzblut planen, organisieren und mithelfen. Sie machen diese unvergessliche Woche für die Kinder und alle Beteiligten erst möglich“, betont Martina Erlacher, Bundesvorsitzende der Katholischen Jungschar Österreichs, die Bedeutung des Treffens.
- Die jungen Architekten zeigten sich kreativ bei ihrer Murmelbahn.
- Foto: MeinBezirk/Astrid Moder
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Die logistische Organisation im Hintergrund ist präzise aufgeteilt. Die Verwaltung des Großlagers ist in der Mittelschule Stadt untergebracht. Als Schlafquartier und für die Verpflegung der Teilnehmenden dient das Alte Gymnasium, wo die Klassenräume zu Schlafsälen umfunktioniert wurden. Das Europagymnasium wiederum fungiert als Ort für das freie Programm mit verschiedenen Kindererlebniswelten und Workshops.
Die Mitarbeitenden haben ihr Quartier in der Mittelschule Pestalozzi bezogen, in der am Donnerstag und Freitag auch weitere Workshops stattfinden. Am Montag und Dienstag öffnete zudem die Montanuniversität Leoben ihre Labore für die naturwissenschaftliche Erlebniswelt „Change for the Future“, in der die Kinder experimentieren und forschen konnten.
Einblick in die Kinderstadt „Elementia“
Die inhaltliche Arbeit des Großlagers verteilt sich ebenso quer über das Stadtgebiet. Ein zentraler Schauplatz war am Montag und Dienstag die Mittelschule Stadt, an der bereits erste Erlebniswelten stattfanden. Am Mittwoch stand die Schule dann ganz im Zeichen des ganztägigen Workshops zur Kinderstadt „Elementia“.
- In der Kinderstadt "Elementia" schrieben die Kinder unter der Anleitung von Simon, der als „Meister Aerius“ auftritt, die Geschichte der Stadt.
- Foto: MeinBezirk/Astrid Moder
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In dieser Spielwelt schrieben die Kinder unter der Anleitung von Simon, der als „Meister Aerius“ auftritt, die Geschichte der Stadt. Ihre gemeinsame Aufgabe war es, Elemente zu sammeln und das beschädigte Stadtwappen wiederherzustellen. Am Ende des produktiven Tages wurde die Wiederherstellung des Wappens von der Gemeinschaft mit einem gemeinsamen Tanz gefeiert.
Innerhalb von „Elementia“ wurde an verschiedenen Stationen gearbeitet. In den Workshops wurden Lieder umgeschrieben, Karaoke gesungen und Choreografien einstudiert. Im Außenbereich haben die jungen „Landwirte“ Kräuter angepflanzt, zudem fand dort ein Zirkus-Workshop statt. Im Kreativlabor und im Atelier gestalteten die Kinder Kerzen, Untersetzer, Fächer, Henna-Tattoos und Knetseife.
- In den Kreativworkshops gestalteten die Kinder unter anderem Fächer, Untersetzer und Kerzen.
- Foto: MeinBezirk/Astrid Moder
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Großer Andrang in Amt und Backstube
In der Stadtverwaltung, dem sogenannten „Magistrat“, konstruierten die Kinder das Abwassersystem der Stadt in Form einer großen Murmelbahn aus Kartonagen. Besonders großer Andrang herrschte in der Backstube. Dort bereiteten die Kinder frische Waffeln mit Obst zu und backten selbst gemachte Weckerl. Der Backofen war vom Morgen an bis auf eine kurze Mittagsruhe im Dauereinsatz, sodass bis zum Nachmittag über 100 Weckerl fertiggestellt wurden. Direkt daneben lud eine Cafeteria zum Mixen von Bubble Tea, alkoholfreien Cocktails und Smoothies ein.
Am Mittwochnachmittag führte „Meister Aerius“ die Ehrengäste durch die aufgebaute Stadt. Unter den Besucherinnen und Besuchern waren Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl aus der Diözese Graz-Seckau, Weihbischof Stephan Turnovszky aus der Erzdiözese Wien sowie der Leobener Bürgermeister Kurt Wallner und zahlreiche ehemalige Verantwortliche.
- „Meister Aerius“ leitete die Geschicke der Spielewelt und führte Mittwochnachmittag auch die Ehrengäste durch die aufgebaute Stadt.
- Foto: MeinBezirk/Astrid Moder
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Glaube, Austausch und buntes Abendprogramm
Neben der kreativen Arbeit bietet das Kaleidio Raum für inhaltliche Auseinandersetzung. Am Dienstag erlebten die Kinder die Erlebnisse rund um den Glauben in der Welt „Expedition: Bibel!“. Diözesanbischof Krautwaschl erzählte dabei biblische Geschichten, über die im Anschluss gemeinsam gesprochen wurde. Diese Bibelwelt bot den Kindern die Möglichkeit, Erzählungen mit allen Sinnen zu erfahren – unter anderem in einer eigenen Hostien-Backstube sowie in einem Streichelzoo.
Am Donnerstag ist der Bischof bei der Kinderrechtestadt dabei, die im Europagymnasium unter dem Titel „KIZ – Kinder im Zentrum“ stattfindet. Dort gestalten die Kinder eigene Beiträge für Zeitung, Radio und Fernsehen, um sich mit Mitbestimmung und Inklusion auseinanderzusetzen. In der Erlebniswelt „Let's fly“ lernen die Teilnehmenden zudem Lebensrealitäten aus anderen Ländern kennen. Projektpartnerinnen und Projektpartner der Dreikönigsaktion ermöglichen dabei direkte Begegnungen, wie etwa bei einem Malworkshop mit Künstlern aus Kenia oder einem Workshop zum Goldabbau mit einem Partner von den Philippinen.
- Am Dienstag sorgte die Band "Mundwerk" für Unterhaltung
- Foto: KJSÖ/Haijes-Kemetmüller Michaela
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Auch die Abende bieten ein abwechslungsreiches Programm. Am Dienstagabend sorgte die Band „Mundwerk“, die sich aus Musikern mit Beeinträchtigung zusammensetzt, für die musikalische Unterhaltung der Teilnehmenden. Am Mittwochabend versammelte sich die gesamte Lagergemeinschaft in der Stadtpfarrkirche St. Xaver zu einem großen gemeinsamen Festgottesdienst, den Diözesanbischof Krautwaschl und Weihbischof Turnovszky leiteten.
In der Messe wurde die biblische Erzählung vom Sturm auf dem See Genezareth von den Kindern durch symbolisches Rudern lebendig dargestellt. Weihbischof Stephan Turnovszky ermutigte die Kinder in seiner Predigt: „Mit dem Schiff ist nicht nur ein Boot gemeint, sondern das Leben von jedem einzelnen Menschen. Jesus ist immer mit uns unterwegs – ob wir gerade an ihn denken oder nicht. Ob das Schiff unseres Lebens ruhig dahinfährt oder die Wellen hochgehen und wir Angst haben. Ich wünsche euch das Vertrauen: Jesus ist bei mir. Wie schön, dass er mit uns unterwegs ist.“
- Gottesdienst mit Weihbischof Stephan Turnovszky und Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl.
- Foto: KJSÖ / Haijes-Kemetmüller Michaela
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In der Freizeitgestaltung gab es zudem Besuche von Blaulicht-Organisationen, Sportangebote und ein gemeinsames Fußballschauen. Um die Sicherheit der Großveranstaltung zu gewährleisten, hat das gesamte Team im Vorfeld verpflichtende Kinderschutz- und Präventionsschulungen absolviert. Ein eigenes Kinderschutzteam steht während des Lagers als unabhängige Anlaufstelle bereit. Bevor das Großlager am Samstag mit der Abreise der Gruppen zu Ende geht, bildet eine große Abschlussshow am Freitagabend den feierlichen Rahmen, um die Erlebnisse der Woche gemeinsam zu feiern.
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