Kinderunfälle
Rasenroboter machen vor Kindern nicht immer Halt

Damit der Gartenspaß nicht zur Gefahr wird, sollten diverse Rasenmähgeräte nur in Abwesenheit von Kindern eingesetzt werden.
  • Damit der Gartenspaß nicht zur Gefahr wird, sollten diverse Rasenmähgeräte nur in Abwesenheit von Kindern eingesetzt werden.
  • Foto: pixabay
  • hochgeladen von Verena Riegler

Der Verein "Große schützen Kleine" mahnt zur Vorsicht bei der Verwendung von Mähgeräten in nähe von Kindern.

Rasenmähroboter boomen – und sind eine echte Gefahr für Kinder! In einer aktuellen Überprüfung vergibt Stiftung Warentest für viele Geräte sehr schlechte Noten in puncto „Sicherheit“. Im Test zerschnitten manche Exemplare sogar hölzerne Kinderarme und nachgebaute krabbelnde Füßchen. Der Verein "Große schützen Kleine" an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendchirurgie Graz mahnt deshalb zu besonderer Vorsicht im Umgang mit Mähgeräten, wenn Kinder im Garten sind.

Verletzungen durch Mähgeräte

„Jährlich behandeln wir an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendchirurgie Graz im Durchschnitt drei Kinder mit Rasenmäher-Verletzungen. Dennoch: Jeder dieser – oft schweren – Unfälle ist einer zu viel! Außerdem müssen wir aufgrund des Booms der Roboter mit den scharfen Klingen in der nächsten Zeit mit einer Zunahme der Unfallzahlen rechnen“, erklärt Universitätsprofessor Dr. Holger Till, Präsident des Vereins "Große schützen Klein" und Klinikvorstand. Der Kindersicherheitsverein hat alle Unfallhergänge mit Rasenmähgeräten, nach denen Kinder in den vergangenen 15 Jahren an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendchirurgie Graz behandelt wurden, analysiert. Meist verursachten klassische Rasenmäher die Verletzung (55 %) gefolgt von Rasentraktoren (31 %) und den modernen Rasenmährobotern (14 %), die sich allerdings erst in den letzten paar Jahren durchgesetzt haben.

Jede zweite Verletzung ist schwer

In 50 Prozent der Fälle verletzen sich die Kinder an den Füßen, in 30 Prozent an den Händen. „Die Hälfte der Kinder trägt eine schwere Verletzung davon – angefangen von (Teil-)Amputationen von Gliedmaßen, über Knochenbrüche bis hin zu schweren Bauchverletzungen“, berichtet Till. Der Anteil der schweren Verletzungen war bisher bei den Rasentraktoren mit 56 Prozent am höchsten, gefolgt vom normalen Rasenmäher (50 %) und dem Rasenmähroboter (25 %).
Peter Spitzer vom Forschungszentrum für Kinderunfälle des Vereins "Große schützen Kleine": „Das Durchschnittsalter der verletzten Kinder liegt bei acht Jahren. Auf Buben dürften die Mähgeräte eine wesentlich höhere Faszination ausüben als auf Mädchen, denn 9 von 10 verletzten Kindern sind männlich“.

Gefahr durch Steine und Splitter

Typische Unfallmuster sind Hineingreifen ins laufende Messer bzw. Schneiden beim Angreifen des Messers, z.B. beim Reinigen. Denn gerade bei Rasenrobotern werden Kinderhände oder -finger  vom Sensor nicht immer wahrgenommen. Oftmals gerät auch der Fuß unter das Messer, wenn Kinder hineinrutschen oder der Rasenmäher auf einem Hang zum Kind retour rollt. Aber nicht nur direkt neben Rasenmähgeräten ist es für Kinder gefährlich. „Am besten sollten sie sich während des Mähens gar nicht im Garten aufhalten. Denn durch den Rasenmäher aufgewirbelte Steine oder Splitter können Kinder mit bis zu 200 km/h treffen und so schwere Verletzungen verursachen“, warnt Till.Bei Rasenmähtraktoren passieren die Unfälle meist durch Herunterstürzen vom Gerät oder Umstürzen mit dem Gerät bei Hanglage. „Ein Rasentraktor wiegt etwa 150-200 Kilogramm. Wenn das Gerät kippt und auf ein Kind stürzt, kann das im schlimmsten Fall tödlich enden“, betont Spitzer.

Die wichtigsten Sicherheitstipps:

  • Kinder sollten sich während des Mähens nicht im Garten aufhalten.
  • Mähroboter so programmieren, dass sie mähen, wenn die Kinder im Kindergarten, in der Schule oder im Haus sind.
  • Die Reinigung von Rasenmähern sollte nur von Erwachsenen durchgeführt werden.
  • Geräte für Kinder unerreichbar in einem verschlossenen Gerätehaus oder im Keller aufbewahren.
  • Kinder nicht am Rasentraktor mitfahren lassen – schon gar nicht bei Hanglagen!

Weitere Sicherheitstipps zu sämtlichen Kindersicherheitsthemen auf www.grosse-schuetzen-kleine.at

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