Aktuelle Wirtschaftslage
WKO-Wirtschaftsbarometer: Konjunkturdaten im Bezirk Leoben weiterhin im positiven Bereich

WKO-Regionalstellenobfrau Elfriede Säumel und WKO-Regionalstellenleiter Alexander Sumnitsch präsentierten die aktuellen Wirtschaftsdaten im Bezirk Leoben.
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Besonders weibliche Unternehmerinnen und Ein-Personen-Unternehmen prägen die Wirtschaft im Bezirk Leoben.

LEOBEN. "Ob Umsatz, Auftragslage, Preisniveau, Investitionen oder Beschäftigung – sämtliche Konjunkturdaten liegen im aktuellen Wirtschaftsbarometer weiterhin im positiven Bereich. Und zwar sowohl was die bisherige Entwicklung, als auch die künftigen Geschäftserwartungen betrifft", fasste die Regionalstellenobfrau der Wirtschaftskammer Elfriede Säumel die Konjunkturumfrage der Wirtschaftskammer Steiermark vom November 2018 zusammen. Gemeinsam mit WKO-Regionalstellenleiter Alexander Sumnitsch präsentierte sie die aktuellen Wirtschaftsdaten im Bezirk Leoben. 

Regionale Konjunkturlage 

Rund 200 Unternehmer aller Größen und Branchen aus der Region Hochsteiermark (Bezirk Leoben und Bezirk Bruck-Mürzzuschlag) haben an der Konjunkturumfrage teilgenommen und ein positives Bild der aktuellen Wirtschaftslage gezeichnet. Die Wirtschaft sei demnach nach wie vor solide, habe aber an Dynamik verloren: 62,3 Prozent der befragten Unternehmen verzeichneten im vergangenen Jahr einen Anstieg ihres Gesamtumsatzes, 4,8 Prozent einen Umsatzrückgang. Künftig gehen 37,9 Prozent von einer positiven und 20,4 Prozent von einer negativen Umsatzentwicklung aus. Der Erwartungssaldo verringerte sich zwar, bleibt aber mit 17,5 Prozentpunkten im positiven Bereich. 
Diese Konjunkturlage spiegelt sich auch in den Beschäftigungszahlen wider: In den vergangenen zwölf Monaten haben 45,3 Prozent Personal aufgestockt und 5,2 Prozent Personal abgebaut. 34,6 Prozent der Unternehmen rechnen künftig mit einem Anstieg, 26 Prozent mit einem Rückgang ihrer Mitarbeiterzahl. 

4.052 Wirtschaftskammermitglieder

Zu Jahresbeginn 2019 gab es im Bezirk Leoben 4.052 Wirtschaftskammer-Mitglieder, von denen 3.305 aktiv ihr Gewerbe ausgeübt haben (+ 33 Unternehmen im Jahresvergleich). In den letzten zehn Jahren ist die Zahl der Kammermitglieder damit um insgesamt 932 (+ 30 %) gestiegen. Die meisten Mitglieder weist die Sparte Gewerbe und Handwerk (1.832) auf, gefolgt vom Handel (925) und der Sparte Information und Consulting (477).
Der Anteil der sogenannten Ein-Personen-Unternehmen ist weiterhin steigend und liegt bei 58 Prozent. Auch die Unternehmerinnen befinden sich auf der Überholspur: Waren es 2008 noch 32 Prozent, so lag der Unternehmerinnenanteil im Jahr 2018 bei 47 Prozent – und das ohne Berücksichtigung der Personenbetreuerinnen. "Die Wirtschaft ist weiblich geprägt", fasste Säumel zusammen. 

Handel überholt Tourismus

In 1.131 gewerblichen Betrieben waren zum Stichtag 31. Juli 2018 15.329 Arbeitnehmer beschäftigt. Das entspricht einem Plus von 131 Arbeitnehmern im Vergleich zum Vorjahr. Die meisten Dienstnehmer beschäftigt die Industrie (6.456), gefolgt vom Gewerbe und Handwerk (3.914) und dem Handel (1.642). Erstmalig liegt der Handel damit als "Arbeitgeber" vor der Tourismuswirtschaft. Mit Ende Jänner waren im Bezirk Leoben 1.823 Personen arbeitslos gemeldet, das entspricht einem Rückgang von 178 Personen gegenüber dem Vorjahr. 

Trend nach oben bei Lehrlingsausbildung

Eine leichte Steigerung gab es sowohl bei den Lehrlingen als auch bei den Lehrbetrieben: Zum Stichtag 31. Dezember 2018 standen insgesamt 813 Lehrlinge in 203 Lehrbetrieben in Ausbildung. Auch hier reiht sich die Industrie (246 Lehrlinge) knapp vor die Sparte Gewerbe und Handwerk (206 Lehrlinge). " Besonders erfreulich ist, dass es seit längerer Zeit eine Steigerung – nämlich von fünf Prozent – bei den Lehrlingen im ersten Lehrjahr gegeben hat", betonte Säumel. Dem gegenüber stehe aber die bedenkliche Entwicklung im Bereich der Gastronomie, wo die Lehrlingszahlen seit Jahren rückläufig sind. "Gab es vor zehn Jahren noch 65 Lehrlinge im Tourismus, so sind es heute nur mehr 30 Lehrlinge im Bezirk", gab Sumnitsch zu bedenken. 
Regionalstellenobfrau Elfriede Säumel ist dennoch optimistisch: "Jedes Plus bei den Lehrlingen ist ein beginnender Ausstieg aus dem Fachkräftemangel."

Unternehmensgründungen

Im Jahr 2018 wurden im Bezirk Leoben 264 Gewerbe neu angemeldet. Die meisten Gründungen entfielen mit 112 auf das Gewerbe und Handwerk, gefolgt vom Handel (62) und der Sparte Information und Consulting (52). Auffallend dabei: "Es gibt immer mehr Eventagenturen und Hochzeitsplaner sowie mobile Frisöre und Unternehmen im Bereich Gas, Wasser, Heizung", erklärte Regionalstellenleiter Alexander Sumnitsch und ergänzte: "Der durchschnittliche Jungunternehmer ist knapp 36 Jahre alt, eröffnet sein Unternehmen im Bereich Gewerbe und Handwerk und arbeitet anfangs alleine".  Die Hauptmotive für eine Unternehmensgründung seien weiterhin zeitliche Flexibilität und sein eigener Chef zu sein. 77 Prozent der neugegründeten Unternehmen bestehen auch nach drei Jahren noch, nach fünf Jahren sind es immer noch 65 Prozent.

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