27.06.2017, 16:36 Uhr

Glücklicherweise war es "nur" eine Übung

Abgestürzter Paragleiter und eingeklemmter Forstarbeiter: Die Bergrettung und Feuerwehr Vordernberg übten für den Ernstfall.

VORDERNBERG. Abgestürzter Paragleiter: Diese Einsatzmeldung alarmierte die Kameraden der Bergrettung Vordernberg um 6.52 Uhr. Zum Glück war es nur eine Übung. Dennoch gestaltete sich das Szenario sehr anspruchsvoll und realistisch: Die Paragleiterin, die vom Polster gestartet war, verlor zu schnell an Höhe und stürzte oberhalb der Ortschaft Vordernberg in einem steilen Waldstück ab. Der Schirm verfing sich in einem Baum, von wo aus die Sportlerin mit dem Handy einen Notruf absetzen und ihre Koordinaten durchgeben konnte. Mit GPS-Geräten war die Absturzstelle schnell ausfindig gemacht. Ein Stoßtrupp kämpfte sich zum Unfallort vor und begann sofort mit der Rettung.


Ein Unglück kommt selten allein

Doch das Schicksal schlug an diesem Tag in Vordernberg gleich zweimal zu. Völlig unerwartet ereignete sich in unmittelbarer Nähe ein Forstunfall: Bei Schlägerungsarbeiten wurde ein junger Mann von einem umstürzenden Baum eingeklemmt und schwer verletzt – ebenfalls Teil dieser Übung. Sofort informierten die Bergretter ihre Einsatzleitung und forderten Verstärkung an. Neun weitere Kameraden rückten nach. Außerdem wurde die Feuerwehr Vordernberg für den Transport und zur technischen Unterstützung alarmiert. Diese Zusammenarbeit hat sich auch im Ernstfall schon mehrmals bewährt.

Zwei parallele Einsätze

Nun liefen zwei Einsätze parallel: Während die abgestürzte Paragleiterin vom Baum gerettet wurde, befreiten Bergetter und Feuerwehrleute weiter unten im Wald den verletzten Forstarbeiter aus seiner misslichen Lage. Der Baum wurde mit einem Luftkissen angehoben. Sanitäter beider Einsatzorganisationen kümmerten sich um die medizinische Versorgung. Mit vereinten Kräften wurde der Verletzte dann gesichert über Flaschenzüge auf einer Spezialtrage durch das steile Gelände nach oben zur Forststraße gebracht, wo er dann dem Rettungswagen übergeben werden konnte.

Intensive Übungsgestaltung

Insgesamt waren 13 Bergretter, 18 Feuerwehrleute und vier Fahrzeuge im Einsatz. Die Einsatzleiter beider Organisationen freuten sich über die gute Zusammenarbeit. Beide Szenarien wurden professionell und schneller als erwartet gelöst. Zur Nachbesprechung trafen sich die Einsatzkräfte am Nachmittag auf der Leobner Hütte, wo sie den Tag bei Speis und Trank in gemütlicher Atmosphäre ausklingen ließen.

Text und Fotos: Christian Leitner
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