07.12.2017, 15:10 Uhr

Gutscheine bei Konkurs: Die Karten stehen schlecht

Bei einem Konkurs werden Gutscheine nicht mehr angenommen. Forderungen müssen im Insolvenzverfahren angemeldet werden. (Foto: Fotolia)

Sie haben Gutscheine einer insolventen Firma? Dann schauen Sie vorerst durch die Finger.

Gutscheine sind ein beliebtes Geschenk geworden, ganz besonders zur Weihnachtszeit. Mitunter gibt es Unstimmigkeiten, wie lange denn Gutscheine gültig sind.
Gutscheine sind grundsätzlich 30 Jahre lang gültig. Aber: Viele Unternehmen befristen die Geltungsdauer der Gutscheine. Befristungen von zwei Jahren oder weniger sind aber nur mit einem triftigen Rechtfertigungsgrund des Unternehmers möglich.
"Nach Ablauf einer unzulässigen Befristung muss der Gutschein entweder akzeptiert oder verlängert werden. Oder Sie müssen den Wert des Gutscheins ersetzt bekommen", weiß der AK-Konsumentschutzexperte Guido Zeilinger.

Gutscheine bei Konkurs

Anders verhält es sich in jenem Fall, der an den AK-Konsumentenschutzexperten Guido Zeilinger herantragen wurde. Ein Massageinsitut, das in einer obersteirischen Therme eingemietet war, hat Gutscheine verkauft. Das Unternehmen ist aber in Konkurs gegangen. Haben die Gutscheine noch Gültigkeit? Guido Zeilinger: "Die Rechtslage ist hier eindeutig. Nach dem Eintritt der Zahlungsunfähigkeit darf das insolvente Unternehmen einzelne Gläubiger nicht begünstigen oder benachteiligen. Da der Gutscheininhaber eine Forderung gegen das insolvente Unternehmen hat, würde er durch die Einlösung des Gutscheines begünstigt. Die Konsumenten haben nur die Möglichkeit, die Forderung aus dem Gutschein im Insolvenzverfahren anzumelden. Im Fall dieses Massageinstitutes wären das höchstens zwei bis drei Prozent des Gutscheinwertes gewesen."
Er rät, Gutscheine alsbald zu verbrauchen, "so kann man sich mit Geldverlust verbundene Überraschungen ersparen".
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.