Sammellager Leopoldstadt
Ein dunkles Kapitel der Bezirksgeschichte

In ihrem Buch "Letzte Ortr" befassen sich Michaela Raggam-Blesch, Heidemarie Uhl (l.) und Dieter J. Hecht (r.) mit den vier Sammellagern im 2. Bezirk. | Foto: Kathrin Klemm
2Bilder
  • In ihrem Buch "Letzte Ortr" befassen sich Michaela Raggam-Blesch, Heidemarie Uhl (l.) und Dieter J. Hecht (r.) mit den vier Sammellagern im 2. Bezirk.
  • Foto: Kathrin Klemm
  • hochgeladen von Kathrin Klemm

Neues Buch: "Letzte Orte" erinnert an die Sammellager in der Leopoldstadt, wo Juden vor der Deportation interniert waren.

LEOPOLDSTADT. Kleine Sperlgasse 2a, Castellezgasse 35, Malzgasse 7 und 16: Im kollektiven Gedächtnis sind diese Adressen kaum präsent. Doch haben sie für die Shoah eine zentrale Bedeutung. Während des Zweiten Weltkrieges befanden sich dort Sammellager, in denen jüdische Menschen interniert waren, ehe man sie in Konzentrationslager oder Ghettos deportierte.

Mit diesem dunklen Kapitel der Geschichte befasst sich das neue Buch "Letzte Orte. Die Wiener Sammellager und die Deportationen 1941/42". Dieter J. Hecht, Michaela Raggam-Blesch und Heidemarie Uhl beleuchten erstmals detailliert die als "Wiener System" berüchtigte Deportationsmaschinerie und die Rolle der Sammellager. Das Buch basiert auf historischen Quellen und Zeitzeugen-Interviews.

Es begann mitten in Wien

"Mit dem Buch möchten wir eine Lücke schließen", erzählt Hecht bei der Buchpräsentation im Bezirksmuseum. Was vielen Menschen nicht bewusst ist: Der Weg in die Vernichtung begann mitten in Wien. Der Großteil der mehr als 66.000 österreichischen Shoah-Opfer wurde von den Sammellagern im Bezirk in den Tod geschickt.

"Eine Flucht war unmöglich", so Hecht, "wer im Sammellager war, wurde auch deportiert." Nach ein paar Tagen brachte man die Internierten zum Aspangbahnhof. Von Februar 1941 bis Oktober 1942 fuhren dort insgesamt 45 Züge mit je rund 1.000 Menschen in Richtung Vernichtungslager und Ghettos ab. Die meisten Transporte gingen nach Maly Trostinez und Theresienstadt. "Es geschah unter den Augen der Wiener Bevölkerung“, erzählt Heidemarie Uhl.

Dabei betont Benjamin Nägele, Generalsekretär der Israelitischen Kultusgemeinde Wien (IKG): "Die Shoah ist keine Frage der Schuld, sondern eine Frage der Verantwortung." Nicht zuletzt deshalb sei es so wichtig, die Erinnerung zu bewahren. "Wissen bedeutet auch Verantwortung, nicht nur für das Gedächtnis, sondern auch für die Gegenwart", so Dieter J. Hecht.

Ausstellung im Amtshaus Leopoldstadt

Das Buch "Letzte Orte“ hat 264 Seiten und ist um 20 Euro im Buchhandel erhältlich. Wer mehr über das Thema wissen möchte, kann auch die gratis Ausstellung "Letzte Orte vor der Deportation" im Amtshaus (Karmelitergasse 9, 1. Stock), besuchen.

Die Ausstellung hat Montag, Dienstag, Mittwoch und Freitag, 7.30–15.30 Uhr, sowie Donnerstag, 7.30–17.30 Uhr, geöffnet. Am Donnerstag, 6. Februar, wird um 16.30 Uhr eine Führung mit den Buchautoren angeboten.  Mehr Infos gibt es direkt hier nachzulesen.

In ihrem Buch "Letzte Ortr" befassen sich Michaela Raggam-Blesch, Heidemarie Uhl (l.) und Dieter J. Hecht (r.) mit den vier Sammellagern im 2. Bezirk. | Foto: Kathrin Klemm
Ausstellung im Amtshaus Leopldstadt: Es werden auch Sonderführungen mit den Buchautoren (wie hier Dieter J. Hecht) angeboten.  | Foto: Kathrin Klemm
Anzeige
Verstaubtes Silberbesteck, das seit Jahren in der Schublade liegt – oft steckt darin mehr Wert, als man vermuten würde. | Foto: Unsplash / Joanna Kosinska
3

Juwelier-Sascha-Ratgeber
Altgold verkaufen in Wien – was in Ihren Schubladen wirklich wertvoll ist

Erinnern Sie sich noch an die feine, gerissene Goldkette, die vor Jahren in einer kleinen Schatulle verschwunden ist? Oder an die geerbte Golduhr, die seit Ewigkeiten ungenutzt im Nachtkästchen liegt? Ein Ratgeber zeigt, was sich in den eigenen vier Wänden an Werten verbirgt – und wie man sie in Wien sicher zu Geld macht. In fast jedem Haushalt in Wien, Niederösterreich und ganz Österreich verbergen sich vergessene Kostbarkeiten. Ob zerkratzte Goldringe, einzelne Ohrstecker, historische...

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

UP TO DATE BLEIBEN


Hier gehts zu den aktuellen Nachrichten aus Wien

Breaking News als Push-Nachricht direkt aufs Handy

MeinBezirk auf Facebook

MeinBezirk auf Instagram

MeinBezirk auf Twitter

MeinBezirk auf WhatsApp

ePaper jetzt gleich digital durchblättern

Storys aus deinem Bezirk und coole Gewinnspiele im wöchentlichen MeinBezirk.at-Newsletter


Anzeige
Ihr habt eine Auszeit nötig? Dann haben wir ein ganz spezielles Gewinnspiel für euch. | Foto: Streamhouse
2 3

Streamhouse Gaming-Urlaub
2 x 1 Gaming-Wochenende in Bad Großpertholz für 5 Personen gewinnen!

Hin und wieder braucht es eine kleine Auszeit von der Arbeit, den Verpflichtungen und Familie, in der man sich mit seinen Freunden eine schöne Zeit macht. Mit unserem neuen Gewinnspiel geben wir euch die Möglichkeit endlich wieder einmal gemeinsam Spaß zu haben und bis tief in die Nacht zu zocken. Gemeinsam mit Streamhouse, Österreichs erstem Hotel für Gamer, verlosen wir 2 Gutscheine für eine unvergessliche Zeit mit Freunden und Freundinnen. Ausgestattet mit modernen Gaming-Bereichen,...

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Foto des Tages einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Du möchtest selbst beitragen?

Melde dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.