AHF-Schladming präsentiert Umfrage
Trends und Erwartungen zum Gesundheitssystem
- Vom 28. bis 30. Mai 2026 findet das Austrian Health Forum in Schladming (AHF-Schladming) statt.
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Umfrage im Vorfeld des Austrian Health Forum in Schladming: Reformbereitschaft zeigt sich in vielen Bereichen – allerdings sind 44 Prozent unzufrieden mit dem Gesundheitssystem, Sorgen machen lange Wartezeiten und der Ärztemangel.
SCHLADMING. Vom 28. bis 30. Mai findet das Austrian Health Forum in Schladming (AHF-Schladming) statt. Dort werden rund 400 hochrangige Expertinnen und Experten aus Medizin, Wissenschaft und Politik diskutieren, worauf die Gesundheitsreform in Österreich hinauslaufen soll. Bereits heute wurde eine vom AHF in Auftrag gegebene Studie präsentiert, die zeigt, wie die Menschen hierzulande das Gesundheitssystem und ihr persönliches Wohlbefinden beurteilen. Durchgeführt wurde die repräsentative Befragung von 1000 Österreicherinnen und Österreicher ab 16 Jahren im Mai 2026 durch Demox Research.
Versorgung bleibt Top-Thema
„Es gibt klare Anzeichen, dass die Bevölkerung in vielen Bereichen reformbereit ist. Die Sicherung der Versorgung bleibt Top-Thema, aber die Menschen sind offen für neue Ansätze im System“, fasst Christoph Hörhan, Gründer des Austrian Health Forum, die Ergebnisse der Umfrage zusammen.
- Beim Austrian Health Forum (AHF) dreht sich alles um die Gesundheitsversorgung in Österreich: Wie kann diese verbessert und nachhaltig gesichert werden?
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Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, stimmen viele den folgenden Lösungen zu: 86 Prozent befürworten eine Attraktivierung der Gesundheitsberufe schon beim Berufseinstieg. 80 Prozent wünschen sich eine verstärkte Einbindung von Wahlärzt:innen in das öffentliche Gesundheitssystem. 66 Prozent können sich außerdem vorstellen, dass qualifiziertes Fachpersonal in Apotheken medizinische Leistungen übernimmt, die bislang Ärztinnen und Ärzten vorbehalten waren.
Längere Fahrzeiten ins Krankenhaus
Auch die Idee, nach einer Abklärung durch eine Gesundheitshotline einen Arzt oder eine Ärztin zugewiesen zu bekommen, wird von einer knappen Mehrheit (53 Prozent) befürwortet. Für einen rascheren Termin beim Arzt sind sogar 58 Prozent bereit, einen bestimmten Behandlungspfad einzuhalten, beispielsweise die Anmeldung über eine Telefonhotline wie etwa der Gesundheitshotline 1450. Bei der Diskussion um Krankenhausstandorte zeigen sich 42 Prozent pragmatisch: Sie würden längere Fahrzeiten ins Krankenhaus akzeptieren, wenn sie im Nachbarbezirk mit einer besseren Versorgung rechnen könnten, etwa durch eine höhere Spezialisierung in einem etwas weiter entfernten Schwerpunkt-Krankenhaus. Allerdings lehnen 51 Prozent der Befragten den Abbau eines Spitalsstandorts im eigenen Bezirk strikt ab.
Große Mehrheit rechnet mit Einschnitten
68 Prozent glauben nicht, dass es der Politik gelingen wird, die Herausforderungen im Gesundheitswesen zu bewältigen. 66 Prozent glauben nicht, dass es Einsparungen im System ohne Leistungskürzungen geben kann, vielmehr erachten 82 Prozent Kürzungen bei Leistungen, höhere Selbstbehalte oder Kosten in naher Zukunft im Gesundheitswesen für wahrscheinlich.
„Die Menschen spüren die dringende Notwendigkeit einer umfassenden Gesundheitsreform. Jetzt geht es darum, mit mutigen Schritten Handlungsfähigkeit zu beweisen, die Probleme offen anzusprechen und in den entscheidenden Fragen pragmatische Lösungen über Partikularinteressen zu stellen.“, so der Experte für das Gesundheitssystem, AHF-Gründer Christoph Hörhan.
Gleichzeitig weichen die Österreicherinnen und Österreicher auf Privatleistungen aus, um die wahrgenommenen Mängel des öffentlich finanzierten Systems auszugleichen: Über die Hälfte der Bevölkerung (51 Prozent) hat in den vergangenen sechs Monaten einen Wahlarzt konsultiert. Zudem besitzen bereits 29 Prozent eine private Kranken-Zusatzversicherung, 14 Prozent wollen sich eine solche zulegen.
Die Unzufriedenheit steigt
Noch immer geben 55 Prozent an, mit der Gesundheitsversorgung und dem System von medizinischer Versorgung in Österreich zufrieden zu sein. Doch der Anteil der Zufriedenen sinkt von Jahr zu Jahr. Als unzufrieden bezeichnen sich 44 Prozent und bezogen auf die Versorgung durch Hausärzte, Fachärzte und Krankenhäuser bemängeln 64 Prozent eine allgemeine Verschlechterung: hauptsächlich aufgrund der längeren Wartezeiten, der schwierigen Terminvergabe (38 Prozent), des Ärztemangels (32 Prozent), nur 17 Prozent bemängeln die Qualität der Behandlungen, der Diagnostik oder Kommunikation durch ärztliches Personal.
„Die Kritik der Bevölkerung zielt also vor allem auf organisatorische Aspekte des Gesundheitswesens und die Sicherung der Versorgung ab. Eine Mehrheit schätzt das solidarische Gesundheitssystem in Österreich und ist zufrieden mit dessen Leistungen. Allerdings ist jetzt der Zeitpunkt für grundlegende Reformen, um die teilweise 50 Jahre alten Strukturen den heutigen Anforderungen anzupassen. Dafür müssen alle Systempartner an einem Strang ziehen“, so AHF-Gründer Hörhan.
Austrian Health Forum: 28.-30. Mai in Schladming
Beim Austrian Health Forum (AHF) dreht sich alles um die Gesundheitsversorgung in Österreich: Wie kann diese verbessert und nachhaltig gesichert werden? Ideen und konkrete Maßnahmen werden auf den AHF-Kongressen entwickelt, die im Frühling in Schladming und im Herbst in Gastein stattfinden.
Von 28. bis 30. Mai werden rund 400 hochkarätige Teilnehmerinnen und Teilnehmer und Speakerinnen und Speaker in Schladming erwartet, womit das Austrian Health Forum als Kongressformat nun bereits zum zehnten Mal stattfindet.
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