Mürztaler KMU
Der Online-Handel hat 2020 gerettet
- Christopher Hohl und seine Mitarbeiter von Aktiv Naturheilmittel in St. Lorenzen fahren seit mehreren Jahren einen digitalen Fahrplan.
- Foto: Aktiv Naturheilmittel
- hochgeladen von Bernhard Hofbauer
Bei Aktiv Naturheilmittel in St. Lorenzen ist man froh, dass man schon vor Corona auf Online-Handel setzte.
Während viele klein- und mittelgroße Unternehmen im Mürztal erst durch Corona gezwungen waren, Online-Shops einzurichten und digitale Wege zu finden, um ihre Produkte und Dienstleistungen an den Kunden zu bringen, setzt Aktiv Naturheilmittel in St. Lorenzen schon seit vielen Jahren auf die Vermarktung im Internet. "Corona hat uns gelehrt, wie wichtig es war, dass wir in den letzten Jahren gute Vorarbeit geleistet haben", erklärt Geschäftsführer Christopher Hohl, der sich auf den Verkauf von Nahrungsergänzungsmitteln spezialisiert hat. Lange Zeit hat man in seinem Unternehmen ausschließlich auf den Messeverkauf gesetzt. Ohne den vor fünf Jahren implementierten Online-Shop und gezieltes Online-Marketing wären die Einnahmen im vergangenen Jahr auf Null gesunken.
Ohne Online geht's nicht
"Online-Marketing ist heutzutage eine nicht mehr wegzudenkende Ergänzung bzw. Erweiterung zum klassischen Marketing", ist auch Michael Ulm, Bezirksvorsitzender der Jungen Wirtschaft Bruck-Mürzzuschlag überzeugt. Er empfiehlt allen JungunternehmerInnen digitale Kanäle zu nutzen, digitalen Trends zu folgen und insbesondere darauf zu achten, wo sich die eigene Zielgruppe befindet.
Der Mürztaler Christopher Hohl und seine Mitarbeiter in Österreich, Deutschland und der Schweiz beschreiten diesen Weg seit 2015. Während früher 100 Prozent des Umsatzes auf Messen erzielt wurden, so hat sich das Verhältnis zwischen stationärem und Online-Handel seither auf 50:50 eingependelt. Die Zahlen der Internetverkäufe sind seit Jahren konstant gestiegen und haben durch Corona im Jahr 2020 einen Höhepunkt erreicht. Dennoch ist Hohl davon überzeugt, dass es den persönlichen Kontakt zu den Kunden sowie eine physische Verkaufsfläche, wo Leute flanieren können, immer geben wird und auch geben muss. "Die persönliche Beratung und der Charme der Mitarbeiter sind die einzige Möglichkeit, um den Online-Riesen Einhalt zu gebieten. Amazon kann das bei 100 Millionen Produkten nicht liefern", sagt Hohl, der künftig auch gerne einen Showroom mit seinen Produkten im Mürztal errichten möchte.
Regional fehlt Kompetenz
Mehr Regionalität wäre seiner Meinung nach auch im Internet wünschenswert, doch der Weg dorthin ist schwierig. "Ich bin kein Fan von Amazon, aber als Händler kriege ich nirgendwo sonst diese Reichweite. Auch aus Kundenperspektive ist es nachvollziehbar, bei Amazon zu bestellen. Das Service und das Know-how sind beeindruckend", so Hohl. "Shöpping und das Kaufhaus Österreich sind begrüßenswerte Projekte, aber man muss auch ehrlich sein, dass es hier anscheinend an Kompetenz fehlt. Während wir bei Amazon nach 48 Stunden als Händler freigeschalten wurden, so warten wir bei Shöpping seit vier Monaten auf eine Antwort."
Die Welt des Online-Marketings
Michael Ulm, Bezirksvorsitzender der Jungen Wirtschaft (JW) Bruck-Mürzzuschlag betreibt mit "mea IT Services" eine Full-Service-Internetagentur und setzt auf Online-Marketing. "Wir haben damit sehr gute Erfolge erzielen können, somit empfehlen wir auch anderen Unternehmen in unseren Beratungen und Schulungen die Nutzung einer guten Mischung aus Online-Marketing und klassischem Marketing", erklärt Ulm. Allen Jungunternehmern rät er, die regionalen Angebote der Jungen Wirtschaft, der FH Joanneum bzw. regionaler Unternehmen und der Wirtschaftskammer dahingehend zu nutzen.
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