02.11.2017, 13:15 Uhr

Vom Polstern bis zum Tapezieren

Tapezierer und Dekorateur Christopher Schruf bei der Arbeit: Er ist seit Ende August ausgelernt, liebt die Vielfältigkeit seines Berufes. (Foto: Koidl)

Christopher Schruf arbeitet beim Raumausstatter Scharfegger. Er gibt uns Einblick in seinen Beruf.

Im Jahr 1932 beginnt die Geschichte des Familienbetriebes Scharfegger in Mürzzuschlag. Damals noch eine Werkstatt zur Matratzen- und Polstermöbelanfertigung, ist die Firma heute ein Tapezierermeister-Betrieb mit Geschenke-, Heimtextilien-, Koffer- und Taschenshop, Matratzen und Bettwaren. Kurt Scharfegger und seine Schwester Karin Müller führen den Betrieb, seit 1994 die Scharfegger GmbH, in der dritten Generation. Geselle Christopher Schruf gibt uns einen Einblick in den Beruf des Tapezierers und Dekorateurs.
Erst seit Ende August ist der 19-jährige Mürzzuschlager ausgelernt. Diese Lehre würde er jederzeit wieder machen. "Ich habe etwas Handwerkliches gesucht, wo die Arbeit vielfältig ist. Das habe ich in diesem Beruf gefunden", sagt Christopher Schruf. Denn der Lehrberuf besteht eigentlich aus vier "Berufen": dem Sonnenschutz-Techniker, Bodenleger, Tapezierer und Polsterer. Die Lehrzeit beträgt drei Jahre, die Berufsschule ist in Fürstenfeld.

Erinnerung

Die bislang größten Projekte in der bisherigen Berufslaufbahn von Christopher Schruf: "In einem Wohnhaus in der Scheibengasse haben wir 44 Wohnungen mit insgesamt 294 Jalousien ausgestattet. In den neuen Räumlichkeiten der Polizei haben wir einen Monat gearbeitet und alle Böden verlegt", erzählt der 19-Jährige.
Welche Voraussetzungen braucht man, um eine Lehre zum Tapezierer und Dekorateur zu absolvieren? "Handwerkliche Fähigkeiten, ein räumliches Vorstellungsvermögen, sehr gute Rechen- und Geometriekenntnisse, Genauigkeit und mit Menschen sollte man umgehen können", so Tapezierermeister Kurt Scharfegger.
Im Tapezierermeister-Betrieb Scharfegger sind sieben Mitarbeiter beschäftigt. Eine Lehre kann man hier aber nicht nur im handwerklichen Bereich absolvieren. Auch eine Lehre zum kaufmännischen Angestellten kann hier gemacht werden. Viele der einstigen Lehrlinge sind noch heute im Familienbetrieb beschäftigt.

NACHGEFRAGT...

...bei Kurt Scharfegger, gewerblicher GF der Scharfegger GmbH

Was hat sich bei der Lehre zum Tapezierer und Dekorateur im Laufe der Zeit alles verändert? "Nicht nur der Name des Berufs hat sich einige Male geändert. Ich habe noch Tapezierer und Bettwarenerzeuger gelernt. Heute heißt es Tapezierer und Dekorateur. Auch Materialien und damit die Arbeitsweisen sind heute andere, nicht zuletzt aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung. Außerdem kann der Lehrberuf heutzutage viel ausbildungsintensiver gestaltet werden als früher."
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