10.09.2014, 14:23 Uhr

Enduro-Finale: Neisser löste Walzer ab

Veranstalter Petz Bachler (links) mit Staatsmeister Patrick Neisser, Vorgänger Bernhard Walzer gratulierte. (Foto: ai-)
Beim mitreißenden Finale der ÖM holte sich Patrick Neisser in St. Georgen den Titel. Tobias Moretti als Stargast vor Ort.

Das Ritual

Es gibt Rituale, die das Publikum liebt. Etwa, wenn „Django“ Reini Wieser in St. Georgen ob Judenburg auf seiner Enduro einreitet. Dort auf der Bergmoar-Wiese mit schwarzem Mantel und breitkrempigem Hut die Phalanx der im riesigen Viertelkreis aufgestellen Enduro-Bikes abfährt.

Eine Patrone in die abgeklappte Flinte schiebt, mit einem Schuss den Le-Mans-Start freigibt. Da hetzen pro Lauf fast 150 Enduristen zu ihren Maschinen. Sie starten, pflügen mit Full Speed über die Wiese. Nur die Schnellsten entgehen dem ersten Stau bei der Brücke. Der zweite wartet am Steilhang. Oft gibt es dort Gegenverkehr. Samstag war es wieder so weit.

Zum 12. Mal hat die Enduro-Trophy in St. Georgen stattgefunden, diesmal als 6. Lauf und Finale der Österr. Enduro-Staatsmeisterschaft. Die unvergleichliche Enduro- Voice, Streckensprecher Peter Dürnberger, kennt mit großer Wahrscheinlichkeit selbst die Großmütter der österr. Enduristen. Das Wetter beschrieb er abschließend so: „Die Strecke wurde vormittags so weit befeuchtet, dass es nachmittags nicht staubt!“


„Petz“ Peter Bachler: „2014 das Highlight“

Mastermind und Rennleiter der Veranstaltung Peter „Petz“ Bachler hatte ja schon Bedenken, weil es bei den Vorbereitungen die ganze Woche geregnet hatte. „Seit ich das mache war heuer trotz Wetterpech allein von der Starbesetzung her das absolute Highlight!“, konnte er sich trösten.

Nach einer Einführungsrunde bei leichtem Regen wurde ein fast unfahrbar gewordener Teil der Runde gestrichen - blieben immer noch neun Kilometer. Die Besten der Junioren, Senioren bzw. Amateure schafften in der zeitweisen Schlammschlacht vormittags bis zu sieben Runden - manche nur eine.

Tobias Moretti mischte zur Freude der Fans zwei Runden lang kräftig mit, er gab für die Profis den Startschuss. Mit den Kinderklassen gab es 314 Starter.

KTM Österreich-Geschäfts- führer Chris Schipper: „Das Niveau der Fahrer und der Veranstaltung nimmt von Jahr zu Jahr zu. Seit 2013 zählt die Trophy auch offiziell zur Staatsmeisterschaft. Da fühlen wir uns als Weltmarktführer im Off-Road-Bereich verpflichtet, die besten Fahrer zur Veranstaltung zu bringen. Es macht uns stolz, dass wir den dreifachen Enduro-Weltmeister Christophe Nambotin am Start haben. Er wurde vor zwei Wochen wieder vorzeitig Weltmeister. Für Zuschauer und jeden Aktiven am Start ist das etwas Besonderes!“


„Am Leben lassen!“

Nachmittags hatten die Profis in ihrem Zwei-Stunden-Lauf die besseren Bedingungen, zehn von ihnen schafften in den zwei Stunden acht Runden. Stargast Dreifach-Weltmeister Christophe Nambotin auf seiner 250er Viertakt Werks-KTM machte zur Halbzeit alles klar. Bis dorthin hatte er sich vom 10. bis auf Rang 2 vorgekämpft. Dann schaffte er auch den entfesselt fahrenden Tiroler Matthias Wibmer, der auf einer 350er 4Takt-Husqvarna nur eine Minute Verspätung hatte.

Patrick Neisser aus Söding auf Kawasaki konnte mit seinem 5. Platz den Sack zumachen. Er hielt seinen Verfolger Hostinsky (6.) in Schach und wurde Staatsmeister. Bernhard Walzer als bisher amtierender gratulierte dem „Nachfolger“ Neisser.

Peter Bachlers Sorge, Nambotin solle die Österreicher „am Leben lassen!“ sah der Star in der Nachschau als unbegründet. Nach einem Sturz musste er weltmeisterlich Gas geben, um vorne zu bleiben. So „selektiv“ hatte er sich den ÖM-Lauf nicht vorgestellt.


Ergebnisse


Profi:
1. Christophe Nambotin, KTM; 2. Matthias Wibmer, Husqvarna; 3. Rudi Pöschl, Husqvarna; 4. Bernhard Schöpf, KTM; 5. Patrick
Neisser, Kawasaki.

E1: Bernhard Teischl, Sherco;
2. Philipp Reichinger, Husqvarna; 3. Lukas Dölzmüller, KTM.

E2: 1. Wilhelm Stocker, Husaberg; 2. Markus Schmölz, Beta; 3. Jürgen Harrer, KTM.

E3: 1. Robert Resinger, KTM;
2. Rene Primas, Husaberg;
3. Armin Steiner, KTM.

Junior:
1. Manuel Isopp, Husaberg; 2. Patrick Käfer-Schlager, Husqvarna; 3. Florian
Reichinger, Husqvarna.

Senior: 1. Manfred Liendl, KTM, 2. Thomas Pirolt, Beta;
3. Lukas Bleiner, KTM;
4. Günter Schopohl, KTM.



Hans Georg Ainerdinger
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