"Geredet hat sie schon immer gerne"

Claudia Klimt-Weithaler (2. v. r.) war schon immer engagiert, hier in einer Theaterrunde. Foto: Privat
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„Aber sicher, die kennt bei uns jeder“, lächelt die Dame am Platz vor dem Rathaus. Claudia Klimt-Weithaler ist ihr ein Begriff. Ob sie ihr am 31. Mai eine Stimme geben wird, will sie - genau wie ihren Namen - nicht verraten. Rudolf Steiner will schon. Auch er kennt sich aus: „Sie ist Chefin der KPÖ“, bestätigt er. Nur der jüngeren Generation ist der Name Klimt-Weithaler eher weniger ein Begriff.

Vorgezeichnet

Der Weg der nunmehrigen KPÖ-Spitzenkandidatin war lange vorgezeichnet: Nur kurz nach der Blüte des Bergbaus in den 60er-Jahren erblickte sie in Fohnsdorf das Licht der Welt. Bis zu 12.000 Einwohner hatte die Gemeinde damals. „Und alle hatten Arbeit“, berichten die Fohnsdorfer. Heute sieht das anders aus. Der Ortskern war damals Begegnungszone, mittlerweile trifft man sich im Einkaufszentrum vor den Toren auf der grünen Wiese - oder in der neuen Therme. Sie ist so hübsch wie umstritten.

Politische Familie

„Wir waren schon immer eine sehr politische Familie“, erzählt Andrea Schaller. Sie ist die Cousine Klimt-Weithalers und seit Kurzem Unternehmerin. „Schon die Oma hat uns in diesen Sachen geprägt.“ Die Oma war eine der ersten Kranführerinnen Österreichs bei der Voest in Zeltweg und gleichzeitig KP-Betriebsrätin. Zu Hause wurde über Themen gesprochen, die es in der Schule nicht auf die Tafel schafften. Das war wohl der Einstieg in die Politwelt für Claudia Klimt-Weithaler.

An vorderster Front

So richtig aktiv geworden ist sie dann aber doch erst in Graz, gleich nach Abschluss der Ausbildung. „Das war so nicht absehbar. Obwohl: Geredet hat sie immer schon gerne“, lacht Andrea Schaller. „Bei Demos stand sie immer an vorderster Front. Sie hat immer ihre Meinung vertreten. Schon in der Schule war sie die Rädelsführerin. Gescheit und beliebt zugleich.“

Spagat geschafft

Das hat sich auch heute nicht geändert: Pflegeregress, Glücksspiel oder Kinderarmut standen und stehen ganz oben auf der Agenda der KPÖ. Schaller: „Sie hat schon immer diesen Arbeiterzugang gehabt und schaut wirklich auf die Leute.“ Außerdem kenne sie den Spagat zwischen Beruf und Familie aus persönlicher Erfahrung. Klimt-Weithaler hat zwei Töchter zu Hause. „Und sie hat diesen Spagat immer geschafft“, fügt Schaller hinzu.
Wie lässt sich das am besten zusammenfassen? „Hartnäckig, einfühlsam, mit viel Durchhaltevermögen“, sagt Schaller. Nachsatz: „Das braucht man in diesem Geschäft auch.“
In Fohnsdorf hat man so kurz nach der Gemeinderatswahl mit dem erneuten Urnengang Ende Mai keine rechte Freude. Da kann auch Claudia Klimt-Weithaler nichts daran ändern. Obwohl sie dort jeder kennt ...

INFO

Claudia Klimt-Weithaler wurde am 1. Februar 1971 in Fohnsdorf geboren, zog später nach Zeltweg und nach Abschluss ihrer Ausbildung nach Graz.
Politik: Seit 2005 sitzt sie für die KPÖ im steirischen Landtag. Im Jahr 2010 trat sie in die Fußstapfen der KP-Legende Ernest Kaltenegger und ist seitdem Klubobfrau der KPÖ.
Fohnsdorf: Die Gemeinde (Bezirk Murtal) zählt rund 7.800 Einwohner und war früher für Bergbau bekannt. Nach der Schließung erfolgte ein Wandel hin zum Tourismus. Neu sind unter anderem das Einkaufszentrum „Arena“ oder die Therme Aqualux.

Claudia Klimt-Weithaler (2. v. r.) war schon immer engagiert, hier in einer Theaterrunde. Foto: Privat
KPÖ-Klubobfrau Claudia Klimt-Weithaler heute. Foto: KPÖ Steiermark


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