Nachruf
Der Skisport war sein Leben

Das Ableben von Walter Hubmann löste große Bestürzung aus.
  • Das Ableben von Walter Hubmann löste große Bestürzung aus.
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MURAU/MURTAL. In memoriam Walter Hubmann - der erfolgreiche Trainer-Weltenbummler ist leider viel zu früh verstorben.

Tiefe Trauer und Bestürzung

Nicht nur innerhalb seiner geliebten Familie, sondern auch weit über alle Skisportfreunde hinaus hat das Ableben von Walter Hubmann tiefe Trauer, Bestürzung und ein Tränenmeer ausgelöst. So rasant wie seine ehemaligen Schützlinge auf Alpinschiern auf den Skipisten in aller Welt erfolgreich unterwegs waren, ist die traurige Mitteilung über sein Ableben am Mittwoch, 4. März, einen Monat vor seinem 62. Geburtstag, durchgedrungen.

Heimtückische Krankheit

Eine heimtückische, schwere Krankheit, die Walter im Jänner 2018 heimgesucht und nicht mehr losgelassen hat, hat einen wunderbaren Menschen und einen der erfolgreichsten österreichischen Skitrainer viel zu früh aus dem irdischen Leben abberufen.
Sein Platz innerhalb seiner lieben Familie, angeführt von Danielle und Tochter Sienna, seinen Eltern Christl und Konrad sowie seinen Geschwistern, ist frei geworden und hinterlässt eine Lücke, die nicht mehr zu schließen ist.

Als Mensch stets beliebt

Seine Beliebtheit als Mensch, nicht nur innerhalb seiner lieben Familie, sondern auch als Edelmetallschmied, Olympiasieger-, Weltmeister- und Weltcupsiegermacher im Damen- und Herren-Skizirkus rund um den Erdball hat auch die große Anteilnahme an den Begräbnisfeierlichkeiten in Frojach eindrucksvoll bestätigt.

Namhafte Sportler und Kollegen nahmen Abschied

Aus dem In- und Ausland haben sich namhafte ehemalige Skirennsportler, Trainerkollegen und Abordnungen von Ski-Nationalverbänden, angeführt von Renate Götschl, Alexandra Meissnitzer, Hans Grugger, Hans Pum, Toni Giger, Burkhard Schaffer, Dieter Posch, Jürgen Kriechbaum, Raimund Berger, Michael „Sutti“ Rottensteiner, Manfred Brunner, Peter Galler und Steirer-Ski Präsident Karl Schmidhofer persönlich eingefunden und haben dem erfolgreichen Ski-Weltenbummler auf seinem letzten Weg die Ehre erwiesen.

Trauerrede von Hans Pum

Ex-ÖSV-Sportdirektor Hans Pum, der als Wegbegleiter, ausgehend von der gemeinsamen Skilehrer- und Trainerausbildung am Kitzsteinhorn rund vier Jahrzehnte, davon zwölf Jahre im Dienste des Österreichischen Skiverbandes, mit Hubmann in beruflicher und freundschaftlicher Verbindung stand, hat es bei seinem Nachruf auf den Punkt gebracht: „Es gibt Momente im Leben, die man nicht in Worten ausdrücken kann, so ist es auch bei Walter.
Eine Diagnose, ein Unfall, eine Krankheit oder ein Schicksalsschlag verändert einen Lebenslauf schlagartig. Walter hat über ein Jahr lang, unterstützt durch seine Familie, gegen seine heimtückische Erkrankung mit Zuversicht und Konsequenz hoffnungsvoll gekämpft und nie aufgegeben. In Erinnerung wird uns bei allen Erfolgen seiner Läuferinnen und Läufer aus dem In- und Ausland vor allem der Mensch Walter Hubmann bleiben.
Sein wertschätzender Umgang in Verbindung mit seiner ruhigen und ausgeglichenen Art war einzigartig. Sein gesamtes Wirken war von viel Fleiß, enormem Fachwissen, aber auch von gegenseitiger Freundschaft und Wertschätzung gekennzeichnet. Vielen Dank für die schöne Zeit, du wirst uns immer in Erinnerung bleiben.“

Emotionaler Nachruf von Renate Götschl

Einen bewegenden, persönlichen und emotionalen Nachruf hat ihrem ehemaligen Erfolgstrainer Renate Götschl gewidmet. Unter Hubmann hat sich die gebürtige Eppensteinerin mit ihren weltweiten Erfolgen auf den Abfahrtspisten in aller Welt zur „Speedqueen“ entwickelt.
Als Trainer hat er ihr im Alter von 21 Jahren, als die jetzige Vizepräsidentin des Steirischen Skiverbandes nach einem plötzlichen Karrieretief ihre Skier weglegen und zurücktreten wollte, den Glauben an Stärken und Können zurückgegeben und ihre Qualitäten als Speedläuferin entdeckt.

Hubmann als Garant für Götschls Erfolge

Durch die Aufnahme in seine Trainingsgruppe hat er sie wieder in die Spur, die ihr in weiterer Folge sensationelle Erfolgsfahrten bescherte, gebracht: „Er hat mir Sicherheit gegeben, er hat an mich geglaubt und bereits im ersten Jahr konnte ich die Abfahrts-Weltcupkugel und den Kombi-Weltmeistertitel gewinnen. Er hat mir das Vertrauen in mich wieder gegeben, immer wieder hat er appelliert, sei geduldig, es wird schon wieder kommen.
Genauso hat er auch seinen schwierigsten Lebensweg in den letzten Monaten, Wochen und Tagen bis zu seinem Ableben bestritten. Danke, dass du in meinem Leben warst, danke für die vielen gemeinsamen schönen Momente im Leben. Bis zu deinem letzten Tag ist unsere Verbindung nie gebrochen und wird auch nie brechen. Ich freue mich schon, wenn wir uns wieder treffen und fachsimpeln können.“

Ein „Medaillenmacher“

Der viel zu früh verstorbene sympathische, ruhige, bescheidene, herzliche, ehrliche und äußerst erfolgreiche Skitrainer galt in seiner Zunft als „Weltenbummler“ und „Medaillenmacher.“
Angefangen hat die internationale Karriere im Skirennsportlager als Servicemann bei der Firma Salomon. Schon in jungen Jahren hat es ihn rund um die Alpinlatten nach Argentinien und Australien sowie als Cheftrainer nach Neuseeland gezogen.
Sein Markenzeichen war auch das vielseitige Sprachentalent.

Trainer der österreichischen Skistars

Langjährige Trainertätigkeiten im Österreichischen Skiverband, bei dem er in seiner ruhigen und besonnen Art immer mit einem sympathischen Lächeln im Gesicht und nie im Mittelpunkt stehend, sowohl die Skimädels Götschl, Dorfmeister, Meissnitzer und Wachter als auch die seinerzeitigen Kapazunder der Herren-Skiwelt Maier, Eberharter, Knausz, Schifferer, Strobl und Trinkl zu unzähligen Siegen und Medaillen führte.

International einen Namen gemacht

Bei ausländischen Verbänden hat er sich in Großbritannien, Schweiz, Bulgarien, Kroatien und zuletzt vor seiner Erkrankung mehrere Jahre im Dienste des ungarischen Skiverbandes verdient gemacht.
Für den internationalen Skiverband hat sich Hubmann auch als EC-Koordinator (Herren) und für die Entwicklung des Skirennsportes in kleinen Nationalverbänden einen Namen gemacht.

Weltcupgesamtsieg von Ivica Kostelic

Einen Fixplatz in der Bilanz des Erfolgstrainers nimmt der sensationelle Weltcupgesamtsieg von Ivica Kostelic während seiner Tätigkeit für den kroatischen Skiverband ein.

Ruhe in Frieden, lieber Walter!

Autor: Alfred Taucher

Autor:

Murtaler WOCHE aus Murtal

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