10.03.2016, 09:48 Uhr

Löwen stehen mit dem Rücken zur Wand

Ist der Traum vom Meistertitel dahin? Die EVZ-Cracks um Walchshofer, Pfingstner & Co. wollen sich noch nicht geschlagen geben. (Foto: Gröbl)

0:2 in der Finalserie: Ein herber Dämpfer für Cracks und Fans.

ZELTWEG. Eine alte Eishockey-Weisheit hat sich wieder einmal bestätigt: Das Play-off hat eigene Gesetze. Der EVZ/Murtal Lions als Dominator des Grunddurchganges legte in der Finalserie der Eliteliga gegen den ATSE Graz einen klassischen Fehlstart hin.

Zwei 4:6-Niederlagen auf eigenem Eis

Nach der Niederlage in Spiel eins, als die Löwen einen 0:3-Rückstand durch drei Tore von Mario Sulzer und einem Treffer von Thomas Schiechl kurzfristig in eine 4:3-Führung drehten, aber letztlich durch ein schwaches Powerplay noch mit 4:6 den Kürzeren zogen, wollte man in Spiel zwei den Ausgleich in der Serie schaffen.


ATSE Graz ein cleverer Gegner

Während den Zeltweger Cracks die Pause bis zum Finalstart sichtlich nicht gut getan hat, einige Spieler nicht mehr ihre gewohnte Leistung aufs Eis bringen, zeigten sich die Grazer auch in Spiel zwei als unangenehmer, spiel- und laufstarker Gegner.

Abermals geriet der EVZ unter den Augen von Capitals-Crack Michael Schiechl und Florian Dinhopel - der nach seinem Zell/See-Engagement in der Finalserie ebenso wie Daniel Forcher nicht zu ersetzen ist - 0:2 in Rückstand.

Diesmal schien das Momentum aber auf Seiten der Löwen, als Thomas Schiechl 13 Sekunden vor Ende des ersten Drittels der 1:2-Anschlusstreffer gelang.

Nach dem 1:3 durch Laritz gelang Robert Koller mit einem Schlagschuss-Kracher das 2:3.


Idealer Beginn im Schlussdrittel

Drittel drei begann aus EVZ-Sicht für das Team optimal: Unter dem Jubel der Fans schien ein Doppelschlag in nummerischer Überlegenheit den Umschwung herbeizuführen.

Mit zwei Mann mehr auf dem Eis gelang zunächst Andreas Forcher mit einem wuchtigen Direktschuss das 3:3, 62 Sekunden später brandete abermals Jubel in der Aichfeldhalle auf, als Michael Pollross nach einem Alleingang zur erstmaligen EVZ-Führung traf, 4:3 für die Murtal Lions - die Wende schien geschafft!


ATSE schlug postwendend zurück

Aber der ATSE schlug ebenfalls durch einen Doppelschlag - jeweils im Powerplay - postwendend zurück, nützte einen sehr fragwürdigen Panzer-Ausschluss und eine Undiszipliniertheit von Brunnegger eiskalt aus und ging durch Dreymann und Maierhofer wieder in Führung, 4:5.

In der Folge agierten die Grazer clever, die Zeltweger Löwen konnten - wie schon in Spiel 1 - nicht mehr zusetzen, hatten neben vielen Undiszipliniertheiten auch oft kein Scheibenglück.

Dem Gegentreffer zum 4:6 durch Laritz ging ein kapitaler Patzer von Robert Koller voraus - Laritz nahm das Geschenk dankend an - der ATSE führt in der Serie 2:0 und kann nun bereits am Samstag, 12. März, Beginn 20.40 Uhr, in Spiel drei, auf eigenem Eis im Liebenauer Bunker den Meistertitel fixieren.

EVZ gibt sich noch nicht geschlagen

Noch aber werfen die Löwen die Flinte nicht ins Korn. Pollross, Sulzer & Co. haben versprochen, noch einmal alle Kräfte zu bündeln und wollen zunächst am Samstag die Serie mit einem Sieg verlängern.

Auf jeden Fall können die Zeltweger auch in Graz mit der Unterstützung zahlreicher Fans rechnen.

Sollte der EVZ auf 1:2 verkürzen können, würde es bereits am Sonntag, 13. März, 19.15 Uhr, in Graz-Liebenau zu Spiel vier in der Serie kommen.


Junglöwen als Vorbilder

Die Eliteliga-Truppe hat sich die Junglöwen als Vorbild genommen, die einen 0:2-Rückstand in der Landesliga-Finalserie in ein 2:2 gedreht haben.


Die Hoffnung stirbt zuletzt

Unter dem Motto „Die Hoffnung stirbt zuletzt" und jetzt erst recht wollen die Zeltweger einen Showdown in Form eines fünften Spieles auf eigenem Eis, der dann am Samstag, 19. März, in der Aichfeldhalle stattfinden würde, erzwingen.

Allerdings bedarf es dazu einer deutlichen Steigerung der gesamten Mannschaft denn der ATSE war bislang in der Finalserie nicht nur mehr als ebenbürtig, sondern das stärkere Team und liegt durchaus verdient in Führung.

Können die Löwen wieder die Tugenden der Performance im Grunddurchgang auf das Eis bringen, ist ein Umschwung durchaus noch möglich. Agiert man aber wie in den letzten beiden Spielen, ist der Traum vom Meistertitel am Samstag wohl beendet...
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