16.06.2017, 10:02 Uhr

Die Kleinwasserkraft präsentierte sich

Bürgermeister Wolfgang Rosenkranz, Landessprecher Bernd Lippacher, LAbg. Hermann Hartleb und Isabella Kaltenegger. (Foto: Waldhuber)
Autoren: Waldhuber/Pfister



Zum Tag der Kleinwasserkraft wurde kürzlich von den Betreibern eingeladen. Das Besucherinteresse war groß.

MURTAL, MURAU. Der am vergangenen Freitag erstmals österreichweit durchgeführte „Tag der Kleinwasserkraft“ erwies sich für Besucher, Betreiber und die Initiatoren vom Verein Kleinwasserkraft Österreich als voller Erfolg. Bei strahlendem Sonnenschein stürmten hunderte Besucher die geöffneten Kraftwerke. Darunter auch jenes im Rothenthurmer Feistritzgraben. Familien, Radfahrer und Schulklassen nutzten den Nachmittag für eine Exkursion.
„Das Ziel, den Menschen - jung wie alt - die Bedeutung und Herausforderungen der Kleinwasserkraft näherzubringen haben wir mit Sicherheit geschafft“, freut sich daher auch Christoph Wagner als Präsident des Vereins „Kleinwasserkraft Österreich“. „Dass das Interesse an der Kleinwasserkraft insgesamt groß ist, haben auch die vielen Fragen und Unterstützungsbekundungen während der Führungen bestätigt,“ so der steirische Landessprecher Bernd Lippacher, der das starke Engagement der einzelnen Betreiber hervorhob. Sie ermöglichten diesen Tag und den „Erfolg für die Kleinwasserkraft.“ Das zeigte sich auch beim Kraftwerk Feistritzgraben, das an diesem Tag ebenfalls eine enorme Menge an Besuchern anzog. Die vor elf Jahren errichtete Anlage liefert im Jahr rund eine Million Kilowattstunden und versorgt mit dieser Energie rund 250 Haushalte in der Gemeinde St. Peter-Rothenthurm. Das Wasser des Feistritzbaches wird hier grabeneinwärts erfasst und unterirdisch mit einem Druck von 11 Bar zur Pelton-Turbine geführt. Solche Verrohrungen, Ab- und Ausleitungen führen natürlich immer wieder zu Konflikten mit Fischereirechtbesitzern und Fischern, die Wasserkraftwerke und damit verbundene Eingriffe in die Natur naturgemäß kritischer betrachten.

Erneuerbare Energie

„Der Tag der Kleinwasserkraft ist wirklich eine tolle Sache und gute Möglichkeit unseren Nachbarn, der Gemeinde und der Region unser Kraftwerk und die gesamte Anlage zu zeigen“, stellte Bürgermeister Wolfgang Rosenkranz fest, der gemeinsam mit LAbg. Hermann Hartleb zu den prominenten Besuchern zählte.
Neben der Kleinwasserkraft als alternative Energiegewinnung wurden vonseiten der Betreiber-Vertreter aber auch „aktuelle Herausforderungen und Bedrohungen“ thematisiert. Darunter die mangelnde Handlungsbereitschaft der österreichischen Politik im Hinblick auf Maßnahmen zur Erreichung der Klimaziele. Gefordert wird von den Betreibern die noch ausstehende Beschlussfassung zur Novelle des Ökostromgesetzes. Der Unmut unter den Kleinwasserkraftwerksbetreibern sei groß, so Lippacher.
Aber auch der Strompreisverfall im Großhandel, ausgelöst durch billigste Kohle- und Atomstrom-importe, würde das Überleben der Wasserkraft gefährden, heißt es.
„Gerade der große Andrang bei einer Veranstaltung wie dieser zeige, dass sich die Bevölkerung der Bedeutung von erneuerbaren Energien, wie eben der Kleinwasserkraft, durchaus bewusst ist. Die Menschen sind in diesen Bereichen wesentlich ambitionierter, als die Politik“, erläuterte Bernd Lippacher und verknüpfte damit gleich die Forderung, die Kleinwasserkraft als älteste Form der Nutzung von erneuerbarer Energie zu unterstützen: „Es müssen rasch Maßnahmen gesetzt werden um einerseits den Bestand zu erhalten und andererseits Revitalisierungen und Neuerrichtungen zu ermöglichen. Dies ist volkswirtschaftlich sinnvoll, da dadurch Milliardeninvestitionen ausgelöst werden“, ist sich Landessprecher Bernd Lippacher sicher.
Mehr als 3.000 Kleinwasserkraftwerke produzieren in Österreich rund 6 Terrawattstunden jährlich. Das sind rund zehn Prozent des jährlichen österreichischen Strombedarfs.
Anzumerken ist an dieser Stelle natürlich auch, dass letztendlich die Steuerzahler und Stromverbraucher diese Form der alternativen Energieerzeugung (sog. Ökostrom) längst mitfinanzieren, was bei eingehenderer Begutachtung der eigenen Stromrechnung deutlich sichtbar wird.
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