18.05.2017, 10:46 Uhr

Meinung: Selbstbestimmung und Selbstkontrolle

Wie vernünftig es ist, sich den neuesten Errungenschaften der Technik total auszuliefern, sei dahingestellt. Nicht erst die jüngsten Hacker-Angriffe machen die Gefahr, die von der totalen Digitalisierung und der Abhängigkeit von Strom ausgeht, greifbar. Im Buch „Blackout - Morgen ist es zu spät“ von Marc Elsberg sind solche Zukunfts-Szenarien, die längst Gegenwart sind, beschrieben. Es beginnt schon bei den kleinsten Dingen des Alltags. Bei einem Ausflug an den Wörthersee kehrten wir in ein Café-Restaurant, direkt am Seeufer gelegen, ein. Das Servicepersonal hatte nach dem Ausfall des Rechnungssystems alle Hände voll zu tun. Gott sei Dank waren die Angestellten noch des Rechnens und Schreibens mit der Hand mächtig und konnten uns die Summe der Zeche auf einem Rechnungsblock ausrechnen. Zu Fuß, wie man so schön sagt. Ein Hackerangriff auf Papier und Bleistift ist Gott sei Dank nicht möglich. Allein dieses kleine Beispiel zeigt, wie abhängig wir bereits von elektronischen Systemen sind. Da ist es gut, wenn man auf ein analoges Backup, eine durchschnittliche Bildung und einen gesunden Hausverstand zurückgreifen kann. Die Frage ist: Wie weit soll sich der Mensch der Technik noch ausliefern? Wissenschaftler schrecken heute auch nicht davor zurück, Menschen und Maschinen zu verbinden. Was für einzelne Kranke ein Segen sein kann, birgt für den Rest der Menschheit ungeahnte Gefahren, die sich zum blanken Horror entwickeln können. Schon bald könnten die in zahlreichen Science Fiction-Filmen gezeigten Visionen Wirklichkeit, der Mensch weitgehend fremdbestimmt und Sklave in einer digitalen Welt sein.

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