09.02.2017, 13:50 Uhr

Vier Millionen Euro investiert die Brauerei

Brauerei der Sinne. „Wir planen hier einen gemischten Handels-, Gastronomie- und Kulturbetrieb, der auch für Ausstellungen angedacht ist und eine bemerkenswerte Ergänzung des Museumsbetriebes darstellen wird“, so Josef Rieberer, der seit Jahresbeginn die Geschäftsführung mit Braumeister Johann Zirn teilt. (Foto: Waldhuber)

Die Brauerei Murau investiert kräftig in die „Brauerei der Sinne“, die ab April erlebbar sein wird.

Autor: Heinz Waldhuber

MURAU. Dort, wo bis vor zwei Jahren noch mehr als 700.000 Liter Heizöl lagerten, werden bald die Nase, Zunge und Gaumen gefragt sein. Der Umstieg auf Fernwärme hat der Brauerei Murau neue Raumkapazitäten eröffnet. Und die sollen entsprechend einer 2016 festgelegten Neupositionierung nicht nur dem eigenen Unternehmen eine neue Wirtschaftssilhouette geben, sondern auch dem heimischen Tourismus einen kräftigen Schub nach vorne.

Dass 2017 ein mehr als bemerkenswertes Jahr für das obersteirische Brauereiunternehmen wird, ist für Geschäftsführer Josef Rieberer unbestritten. Dafür sorgt schon das Investitionsvolumen, das den derzeit in Umsetzung begriffenen Projekten zufließt. Mehr als vier Millionen Euro machen nicht nur einen neuen Vertriebsstandort im Pongau möglich, sondern auch eine „Brauerei der Sinne“, deren Eröffnung Ende April bereits fixiert ist. Herzstück dabei ist das mehr als 30 Jahre alte Brauereimuseum, dessen Ausstellungsfläche nicht nur auf 640 Quadratmeter erweitert wird, sondern das auch Österreichs erste Kleinbrauerei mit einer Ausstoßmenge von zehn Hektolitern beinhalten wird. Wer sich über die Biererzeugung informieren will, ist hier richtig:
Modernste Präsentationsformen sollen die Produktion des edlen Saftes deutlich und mit allen fünf Sinnen erlebbar machen. Während Bierkessel und Armaturen bereits im Sterling-Silber blinken, sind outdoor noch die Baumaschinen im Einsatz. Im Hof des Brauereigebäudes wird kräftig gebuddelt: Hier entsteht ein begehbarer Brunnen, der den Besuchern schon bald die Verkos-tung des für die Biererzeugung genutzten Brauwassers möglich macht.

„Das gesamte Projekt soll nicht nur unserem Unternehmen und der Marke Murau einen entsprechenden Mehrwert vermitteln, sondern auch der touristischen Entwicklung in der Stadt einen kräftigen Anstoß geben“, so Geschäftsführer Josef Rieberer. Pro Jahr erwartet man rund 25.000 Besucher, die dann das Murauer Bier nicht nur in allen Produktionsstadien verkosten können, sondern die auch mit High-Tech beim Museumsrundgang verwöhnt werden.

Doch damit nicht genug: Ergänzend zur „Brauerei der Sinne“ entsteht in Muraus ältestem Gebäude in der Anna Neumann-Straße die erste österreichische Bierapotheke. Hier, wo anno dazumal sich tatsächlich eine Apotheke befunden hat, soll es schon bald Bierseife, Biershampoo, Biersenf oder Biermarmelade geben. „Wir planen hier einen gemischten Handels-, Gastronomie- und Kulturbetrieb, der auch für Ausstellungen angedacht ist und eine bemerkenswerte Ergänzung des Museumsbetriebes darstellen wird“, ist Rieberer überzeugt, der seit Jahresbeginn die Geschäftsführung mit Braumeister Johann Zirn teilt.

Die Bierapotheke wird täglich ab 16 Uhr geöffnet sein, zu diesem Zeitpunkt wird der jeweils diensthabende Brauer auch die tagesaktuell abgefüllte Biersorte anschlagen.
253.000 Hektoliter Bier und Mischgetränke wurden 2016 in Murau produziert. Obwohl die Ertragslage immer schwieriger werde, könne man mit den Ergebnissen des abgelaufenen Geschäftsjahres – der Umsatz liegt bei mehr als 33 Millionen Euro – zufrieden sein, so Rieberer. Kennzeichnend dafür ist die Eigenkapitalausstattung des Unternehmens, die derzeit rund 60 Prozent beträgt. „Und das bei Investitionen von 56 Millionen Euro, die wir in den vergangenen zehn Jahren getätigt haben!“ Fast 90 Prozent davon konnten aus dem Cash flow finanziert werden: „Entsprechend niedrig sind unsere Bankverbindlichkeiten, die gerade einmal 2,3 Millionen Euro ausmachen“, bilanziert Rieberer, der auf die Innovationsfreudigkeit des 180 Mitarbeiter umfassenden Unternehmens verweist, die ihm auch 2016 mit dem ersten hopfengestopften Bier – kreiert von Braumeister Johann Zirn – in der Brauereigeschichte den österreichischen Innovationspreis eingebracht hat.
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