17.04.2018, 00:00 Uhr

Heiß begehrt: die Heimplätze 

Pflegeheim-Direktorin Anita Perchtold (l.) im Gespräch mit einer Bewohnerin des Landespflegeheims Neunkirchen. (Foto: LPH Neunkirchen)

Der Pflegeregress für stationäre Heimplätze ist gefallen. Damit werden Heime für viele interessanter.

BEZIRK NEUNKIRCHEN. Mit der Abschaffung des Pflegeregresses steigen die Anfragen rund um eine stationäre Betreuung in Pflegeheimen, wie Anita Perchtold, Direktorin des Landespflegeheims Neunkirchen bestätigte. Im Bezirk sind die Anfragen geringfügig mehr geworden (siehe Infobox).

Pflegestufe 4 Voraussetzung

Perchtold weiter: "Im Pflege- und Betreuungszentrum gab es Anfang des Jahres einige Anfragen zum Thema Einzug in ein Pflegeheim und Kostenübernahme. Nicht alle Anfragen führten zu einer Antragstellung auf einen Pflegeheimplatz bzw. erfüllten die Voraussetzungen der Stufe 4 für eine Aufnahme. Aufgrund der Dichte der Pflegeeinrichtungen im Bezirk – alleine in Scheiblingkirchen und Gloggnitz bestehen zwei weitere Landespflegeheime, dazu kommen zwei SeneCura-Stützpunkte in Ternitz und in Kirchberg/Wechsel – seien die Aufnahmeanfragen gut zu bewältigen. "Akutplätze können durch gegenseitige Unterstützung unter den Heimen gelöst werden", so Perchtold.
Kirchbergs ÖVP-Bürgermeister Dr. Willibald Fuchs geht davon aus, dass die Anfragen für einen Platz in einer Betreuungseinrichtung mehr werden: "Vielleicht ist die Anfrage so groß, dass SeneCura in Kirchberg ausgebaut werden müsste. Das würde mich sehr freuen." Derzeit zählt Kirchberg "nur" 50 Betten und wird als "Filiale" von SeneCura Ternitz mit betreut.
Fuchs These findet auch bei SeneCura Bestätigung. Elisabeth Windbichler, Hausleitung der SeneCura Sozialzentren in Kirchberg und Ternitz: "Seit Anfang des Jahres registrieren wir einen kontinuierlichen Anstieg bei der Nachfrage nach Pflegeplätzen in den SeneCura Pflege-Einrichtungen in Niederösterreich, so auch in Kirchberg."
Der Anstieg bei der Nachfrage beträgt laut Windbichler zwischen 15 und 30 Prozent. "Derzeit können wir den Bedarf noch gut abdecken. Es gilt jetzt den Trend weiter zu beobachten und den Verlauf während des ersten Halbjahres 2018 abzuwarten", so Windbichler.

Jobgarantie von SeneCura

Auch für den steigenden Bedarf an Pflegepersonal wurde eine Lösung gefunden. Windbichler: "SeneCura organisiert in Kooperation mit dem AMS NÖ ab Frühling 2018 einen Lehrgang für die Ausbildung zur Pflegeassistenz für Wiedereinsteiger und berufliche Umsteiger." Diese Kurse werden im Raum Baden stattfinden. "Nach erfolgreichem Abschluss garantieren wir den Absolventen eine fixe Anstellung bei SeneCura", betont Windbichler.

Wer zahlt die Zeche?

Kein Vorteil ohne Nachteil: ÖVP-Ortschef Willibald Fuchs gibt zu bedenken, dass irgend jemand den Wegfall des Pflegeregresses bezahlen müsse. Der Ortschef geht davon aus: "Dass die Kostenbelastung auf Bund, Land und Gemeinden gehen wird. Das ist leider so: Kosten werden sozialisiert und Gewinne privatisiert. Das ist langfristig ein tödlicher Weg."

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