"So etwas hatten wir noch nie"
Sommer 2026 – ein Sommer wie er früher niemals war
- Der Sommer 2026 war ein Sommer der Extreme – mit Folgen für Menschen, Tiere und Pflanzen.
- Foto: fotokerschi.at/Werner Kerschbaummayr
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Der Sommer 2026 war in Österreich und Oberösterreich der wärmste der Messgeschichte. Im Juni, Juli und August war es im Durchschnitt um 2,8 Grad heißer als in einem durchschnittlichen Sommer der letzten 35 Jahre. "In der langfristigen Betrachtung reiht sich der Sommer auf Platz 1 der 260-jährigen Messgeschichte ein", sagt Meteorologe Alexander Ohms von der Geosphere Austria.
OÖ. In Linz wurden heuer bereits 44 Hitzetage mit über 30 Grad gezählt und zudem 20 Tropennächte. Ebenfalls mehr als 40 Tage mit mehr als 30 Grad gab es in Braunau, Enns, Bad Goisern und Weyer. Freilich, Sommer seien früher auch heiß gewesen, sagt Ohms. Allerdings sorge der Klimawandel für einen Extra-Temperaturschub von etwa zwei Grad, erklärt der Experte. Außerdem nehme die Häufigkeit von solchen Extremereignissen stark zu. Habe man 2003 noch von einem Jahrhundertsommer gesprochen, gäbe es nun schon alle zehn Jahre einen so extrem heißen und trockenen Sommer, so Ohms.
43 Prozent weniger Niederschlag
Die Trockenheit ist der zweite Aspekt neben den Temperaturen, der den heurigen Sommer so außergewöhnlich macht. Die Niederschlagsmenge lag in Oberösterreich 43 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt. Damit gehört das Land zu den am stärksten von der Trockenheit betroffenen Bundesländern. Besonders wenig geregnet hat es in Wels (-87 %), Spitzenreiter ist Steyr – hier betrug das Niederschlagsdefizit sogar 91 Prozent. Allerdings sei die Trockenheit kein reines Sommerphänomen, sondern das Ergebnis einer über Monate aufgebauten negativen Wasserbilanz, sagt Ohms. Heißt: Es war auch der vergangene Winter viel zu trocken, die Verdunstungsrate sehr hoch.
Regen brachte für Grundwasser "nichts"
Auch der Regen der letzten Wochen half nur oberflächlich. "Für das Grundwasser bringt das gar nichts", so der Geosphere-Experte, der auch einen Blick in die nähere Zukunft wagt. "Es schaut auch in den nächsten Wochen eher zu trocken und zu warm aus". Allerdings gibt es auch eine gute Nachricht: Im Durchschnitt bleiben die Niederschlagsmengen gleich, allerdings anders verteilt. Weniger Schnee im Winter, dafür mehr Regen – der wiederum im Sommer fehlt. Allerdings muss man wegen des Klimawandels immer öfter mit extremen und heftigen Regenfällen rechnen, sagt Ohms. So wie etwa das Tief, das 2024 halb Niederösterreich unter Wasser setzte. Unterm Strich: "Jedes zehntel Grad, das es wärmer wird, verursacht massive Mehrkosten bei der Klimawandelanpassung", warnt Ohms.
- Landesrat Stefan Kaineder (Grüne) und Alexander Ohms (Geosphere Austria).
- Foto: Land OÖ/Seher
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Weniger Emissionen und Schäden gering wie möglich halten
Eine Vorlage, die Oberösterreichs Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder (Grüne) gerne aufnimmt: "Einen solchen Sommer hatten wir noch nie. Deshalb muss unsere Antwort auf die Klimakrise doppelt sein: Wir müssen Emissionen konsequent senken, damit die Erhitzung nicht noch schneller wird – und versuchen, die Schäden für die Menschen so gering wie möglich zu halten". Er fordert dementsprechend "mehr Bäume in den Städten", mehr entsiegelte Flächen (wofür es eine Förderung aus seinem Ressort gibt), mehr Hochwasserschutz und mehr Raum für die Natur.
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