Inflationsanpasssung
Soziale Hilfe in Oberösterreich verliert an Wert
- SPÖ-Klubvorsitzende Sabine Engleitner-Neu
- Foto: MEcGreenie
- hochgeladen von Marlene Leitner
Die SPÖ kritisiert die schwarz-blaue Landesregierung scharf: Förderungen für Pflege, Familien und Menschen mit Behinderungen stagnieren seit Jahren – trotz steigender Preise und einem um 70 Prozent gewachsenen Landesbudget. Die SPÖ verlangt eine sofortige Anpassung der Förderungen an die Inflation und das Bevölkerungswachstum.
OBERÖSTERREICH. „Die Hilfe ist heute real weniger wert als vor Jahren“, sagt SPÖ-Klubvorsitzende Sabine Engleitner-Neu. Seit 2015 ist das Landesbudget von 5,8 Milliarden Euro auf etwa 9,8 Milliarden Euro im Jahr 2025 gestiegen. Dennoch wurden viele soziale Förderungen nicht angepasst. Besonders betroffen seien pflegende Angehörige, Menschen mit Behinderungen und Familien.
„Das trifft die Schwächsten unserer Gesellschaft“, so Engleitner-Neu.
Kürzungen bei Pflege und Behinderung
Der Zuschuss für Kurzzeitpflege bleibt seit drei Jahren bei 779,31 Euro stehen, obwohl die Kosten in Pflegeheimen weiter steigen. Auch der Urlaubsbonus für pflegende Angehörige wurde nicht erhöht. Dieser liegt bei 278,32 Euro für einen Urlaub in Oberösterreich und 216,47 Euro für einen Aufenthalt in einem anderen Bundesland.
„Die Erholung von der Pflege wird zum Luxus. Das ist ein völlig falsches Signal“, kritisiert Engleitner-Neu.
Noch drastischer sei die Lage bei Menschen mit Behinderungen. Der Fahrtkostenzuschuss für Rollstuhlfahrer:innen wurde 2026 von 697 Euro auf 344 Euro halbiert – ein Rückgang von über 50 Prozent. „Mobilität ist für diese Menschen eine große Herausforderung. Diese Kürzung ist nicht nachvollziehbar“, erklärt die SPÖ-Politikerin. Auch die Gesamtausgaben für behinderungsbedingte Notlagen sind drastisch gesunken: Von durchschnittlich 20.000 Euro pro Jahr auf nur noch 1.690 Euro im Jahr 2025.
Familien und Studierende leiden
Die Schulveranstaltungshilfe, die Familien etwa bei Schullandwochen oder Projekttagen entlasten soll, wurde seit drei Jahren nicht erhöht.
„Kein Kind sollte zu Hause bleiben müssen, weil die Eltern sich die Kosten nicht leisten können“, fordert Engleitner-Neu.
Auch die Wohnbeihilfe für Studierende sei nicht mehr ausreichend. Seit 2015 sind die Mittel für diese Sozialleistung um über 10 Millionen Euro gesunken, während die Mieten stark gestiegen sind. Besonders dramatisch: Die Zahl der Studierenden, die Wohnbeihilfe beziehen, ist von über 1.000 im Jahr 2015 auf nur noch 371 im ersten Halbjahr 2025 gefallen – ein Rückgang von mehr als 60 Prozent.
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