Lehrlingsbilanz 2020
"Die Lehre ist immer noch sehr attraktiv"

Der Fachkräftemangel werde besonders den technischen und handwerklichen Bereich "wie eine Keule" treffen. (Symbolbild) | Foto: panthermedia/BGeller
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  • Der Fachkräftemangel werde besonders den technischen und handwerklichen Bereich "wie eine Keule" treffen. (Symbolbild)
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22.885 junge Menschen machten 2020 in Oberösterreich eine Lehre. Im Vergleich zu 2019 sind das "nur" 405 Lehrlinge weniger. Den stärksten Rückgang gab es coronabedingt im Tourismus und der Freizeitwirtschaft. Hier schlossen um 12,7 Prozent weniger Menschen eine Lehrausbildung ab.

OÖ. Daneben haben 6.582 Oberösterreicher eine Lehrausbildung begonnen. Zum Vergleich: 2019 waren es um 435 Lehrlinge mehr. Dieser Rückgang zeigt für Doris Hummer, Präsidentin der Wirtschaftskammer Oberösterreich, kurz WKOÖ, dass sich die Corona-Pandemie "nur gering" auf die Lehrlingszahlen ausgewirkt hat."Diese Zahlen beweisen, dass die Lehre für Unternehmen und junge Menschen immer noch sehr attraktiv ist", sagt Hummer kürzlich während einer Online-Pressekonferenz in Linz.

44 Prozent der 15- bis 17-jährigen Lehrlinge entschieden sich im Vorjahr außerdem für die Duale Akademie der Wirtschaftskammer. Dieses Angebot richtet sich in erster Linie an AHS-Maturanten, die nicht sofort ins Studium starten wollen. Die Duale Akademie soll außerdem Studierende ohne Abschluss und Berufsumsteiger ansprechen.

"Wie eine Keule"

Trotz der verhältnismäßig "guten Zahlen" im Vorjahr wird sich der Fachkräftemangel in Oberösterreich "Mitte des Jahres" wieder bemerkbar machen.

"Ich gehe davon aus, das sich Oberösterreichs Wirtschaft ab diesem Zeitpunkt wieder erholen wird. Dann holt sie auch der Fachkräftemangel wieder ein. Dieser wird besonders den technischen und handwerklichen Bereich wie eine Keule treffen", sagt Hummer.

Als einen Grund dafür nennt sie die vielen offenen Lehrstellen im Land. So kommen in Oberösterreich aktuell auf durchschnittlich 1.537 offene Stellen nur 784 Lehrstellensuchende. Davon besonders betroffen sind die Bereiche Metall, Elektro sowie der Handel. Auch die Corona-Pandemie trug ihren Teil dazu bei. So standen nämlich viele Bewerbungsprozesse aufgrund der Corona-Verordnungen ab Mitte März lange still.

Dazu kam, dass Schüler trotz bis zu drei "Nicht Genügend" im Zeugnis aufsteigen durften. Auch das führte zu den geringeren Lehrlingszahlen – denn etwa ein Drittel aller Lehrstellenbewerber hat zuvor seine Ausbildung in Berufsbildenden Mittleren- und Höheren Schulen abgebrochen.

Situation entschärfen

Um die Situation zu entschärfen, müssen nach Hummer mehr 14- und 15-Jährige für Lehrberufe begeistert werden. 

"Das muss analogen und digitalen durch AMS oder WKOÖ passieren. Auch bitte ich die Eltern, ihre Kinder bei der Berufswahl zu unterstützen. Außerdem ist es mir wichtig zu erwähnen, dass Bewerbungsgespräche und Schnuppertage mittlerweile wieder möglich sind", sagt Hummer.

Zusätzlich fordert Hummer, dass in den 8. Schulstufen bis vorerst bis 12. Feburar mehr Einheiten zur Berufsorientierung stattfinden. Auch soll die Anmeldefrist für höhere Schulen bis Ostern verlängert und die "Aufstiegsklausel" wieder abgeschafft werden.

Digitale Messe

Um die Jugendlichen bei der Berufswahl zu unterstützen, findet beispielsweise von 25. Jänner bis 12. Februar die zweite "Digi Jugend und Beruf"-Messe statt.

"Aufgrund der Lockdowns mussten wir 2020 oft nach Alternativen suchen. So hielten zum Beispiel wir die 'Jugend und Beruf' im Herbst erstmals digital ab. Dabei waren 500 Aussteller. Das Angebot wurde beinahe 50.000 Mal genutzt", sagt Friedrich Dallamaßl, Leiter der Abteilung Bildungspolitik der WKOÖ.

Der Fachkräftemangel werde besonders den technischen und handwerklichen Bereich "wie eine Keule" treffen. (Symbolbild) | Foto: panthermedia/BGeller
Die Präsidentin der Wirtschaftskammer Oberösterreich, kurz WKOÖ, Doris Hummer.  | Foto: Peter Baier
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