Erster Fördercall am 23. März
PV-Förderung startet heuer mit 600 Millionen Euro Budget

Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder (Grüne) freut sich über die Rekordförderung von 600 Millionen Euro für den Ausbau von Sonnenkraftwerken. | Foto: Land OÖ/Dedl
  • Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder (Grüne) freut sich über die Rekordförderung von 600 Millionen Euro für den Ausbau von Sonnenkraftwerken.
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Die PV-Förderung für Private startet heuer am 23. März mit dem ersten von vier Fördercalls. Das Budget liegt bei 600 Millionen Euro und wurde damit im Vergleich zum Vorjahr um 200 Millionen Euro erhöht.

Ö/OÖ. Klimaschutzministerin Leonore Gewessler hat heute die Details zur neue Photovoltaikförderung 2023 vorgestellt. Aufgrund des gewaltigen Booms im Vorjahr wurde das Budget im heurigen Jahr nochmals enorm aufgestockt. Es werden rund 600 Millionen Euro für den Ausbau der Sonnenkraft an Fördermittel zur Verfügung stehen und der Topf zum Vorjahr damit nochmals um 200 Mio. Euro erhöht. Dafür gibt es heuer insgesamt vier Fördercalls, bei denen im Laufe des Jahres eingereicht werden kann. Der erste Fördercall startet am 23. März um 17:00 Uhr.

Antrag jetzt auch vor Beginn der Arbeiten

Neu sind ein paar Verbesserungen für die Antragsteller/innen, insgesamt bleibt es aber beim vielkritisierten System. So kann bei Privaten der Antrag für die Förderung erstmals auch nach Beginn der Arbeiten gestellt werden. Einzig vor der Inbetriebnahme der Anlage muss ein erster, vollständiger Förderantrag gestellt werden – eine Förderzusage ist aber auch für die Inbetriebnahme nicht erforderlich. Privatpersonen, die eine klassische Dachanlage bis zu einer Leistung von 20 Kilowatt beantragen und bei der Förderung über das EAG nicht zum Zug kommen, werden zudem automatisch an die Förderschiene des Klima- und Energiefonds weitergeleitet.

2022 brachte Rekord

Vergangenes Jahr wurde in Österreich ein absoluter Rekord beim Ausbau der Photovoltaik geschafft. Laut Berechnung der Branche wurde erstmals mehr als 1.000 Megawatt Photovoltaik zugebaut. Damit kann im Jahr mehr Strom produziert werden, als etwa die Stadt Salzburg im Jahr verbraucht. Gefördert wurden sogar 2.200 Megawatt. Damit liegt der Zubau über dem im EAG festgeschriebenen Plan.

„Es ist absolut bemerkenswert, was im letzten Jahr an Ausbau der Sonnenkraft in Österreich, aber auch in Oberösterreich gelungen ist. Ein nie dagewesener Run auf PV-Anlagen, ausgelöst durch die Förderkulisse, aber auch durch die Energiekrise, hat eingesetzt. Die Menschen haben verstanden, dass wir schleunigst weg von fossilen Energieträgern kommen müssen und nur erneuerbare Energien uns in die klimaneutrale Zukunft bringen können. Jetzt müssen wir auch in den Ländern mit den Hausaufgaben beginnen und den Netzausbau vorantreiben und die Energiewirtschaft sukzessive umbauen“,

so Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder.

LR Achleitner: „Verhöhnung der Antragssteller“

„Es ist völlig unverständlich, dass Umweltministerin Leonore Gewessler heute erneut eine Bundesförderung für die Errichtung von Photovoltaik-Anlagen vorgestellt hat, bei der die Antragstellerinnen und Antragsteller wieder eine Online-Lotterie erwartet“, meint ÖVP-Landesrat Markus Achleitner zur heutigen Ankündigung aus dem Umweltministerium und fordert eine kontinuierliche Antragsmöglichkeit. „Ein angebliches ‚Rekordbudget‘ zu bejubeln und zugleich die Hürden für die Beantragung nicht abzustellen, kommt jedenfalls einer Verhöhnung der Antragsteller/innen gleich“, so Achleitner.

„Balkonkraftwerke“ legen zu

Neben dem Boom bei herkömmlichen PV-Anlangen, werden auch sogenannte Balkonkraftwerke immer beliebter. In der Gesamtleistung auf 800 Watt beschränkt und für 500 bis 800 Euro zu haben, sind sie eine Alternative für PV-Fans, die nicht die Möglichkeit haben, eine größere Anlage zu betreiben. Eine aufwändige Installation ist nicht notwendig: die Module werden an den Wechselrichter und dieser mittels Stecker an den Stromkreis der Wohnung angeschlossen. Die Anlagen sind „genehmigungsfrei“ und beim Netzbetreiber nur „meldepflichtig“. Rund 1.000 solcher Kleinanlagen wurden der Netz OÖ seit Jahresbeginn schon gemeldet. Einziger Nachteil der Anlagen: Strom, der nicht im eigenen Haushalt verbraucht werden kann, wird ohne Vergütung in das Stromnetz eingespeist. Da im Normalfall von den 800 Watt nur ein Bruchteil übrigbleibt, würde die Administration einer vergüteten Einspeisung die tatsächlichen Kosten deutlich übersteigen, heißt es vonseiten Netz OÖ.

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