Aufräumarbeiten im Pinzgau
Einsatzkräfte beseitigen das Chaos in Eile
- Starke Unwetter verwüsteten in der heutigen Nacht den Oberpinzgau.
- Foto: Gebhard Neumayr
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Nach den extremen Unwettern, die in der vergangenen Nacht im Oberpinzgau für Verwüstungen sorgten, arbeiten die Einsatzkräfte jetzt auf Hochdruck. Es gilt die Wildbachsperren noch schnell vor dem nächsten Unwetter aufzuräumen.
PINZGAU: Mit starkem Zeitdruck beseitigen die Einsatzkräfte im Pinzgau zwischen Krimml und Mittersil gerade das Chaos des schweren Gewitters, das in der Nacht auf Freitag die Gegend heimgesucht hat. Eile ist geboten. Denn weitere starke Gewitter erwartet werden.
Aufräumarbeiten laufen auf Hochtouren
Schwere Gewitter verwüsteten in der Nacht auf Freitag den Oberpinzgau zwischen Krimml und Mittersill. Die Einsatzkräfte sind jetzt unter Hochdruck dabei, das Chaos zu beseitigen. Vor allem das Ausräumen der Wildbachsperren hat oberste Priorität. Diese haben große Mengen an Geröll und Holz zurückgehalten und weitaus größere Schäden verhindert. Sie müssen daher für den Fall eines erneuten starken Unwetters wieder freigeräumt werden. Ab dem Nachmittag werden weitere starke Regenfälle erwartet, großteils jedoch eher für den Pongau und Lungau. Trotzdem können lokale Gewitter und größere Regenmengen auch im Pinzgau nicht ausgeschlossen werden.
Schon in der Nacht konnten die Aufräumarbeiten im Oberpinzgau begonnen werden. Bei Tageslicht wurden die Anstrengungen dann intensiviert. „Sorgen bereiten uns aber die prognostizierten starken Niederschläge, die ab dem Nachmittag eintreffen könnten. Lokale Gewitter könnten uns wieder treffen“, so Einsatzleiter und Katastrophenschutzreferent Manfred Höger von der Bezirkshauptmannschaft Zell am See.
- Katastrophenschutzreferent Manfred Höger (l.) und Bezirksfeuerwehrkommandant Klaus Portenkirchner (r.) machten sich Freitagfrüh ein Bild der Lage im Oberpinzgau. Im Bild mit Stefan Lech, Kommandant der Feuerwehr Hollersbach, und Bürgermeister Günter Steiner.
- Foto: Gebhard Neumayr
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Vier Häuser werden evakuiert
Im Ortsteil Grubing in Hollersbach werden vorsorglich vier Häuser evakuiert. Dies geschieht in den kommenden Stunden, weil weitere Niederschläge eine nicht zu unterschätzende Gefahr für die Bewohnerinnen und Bewohner darstellen würden.
„Zehn bis 15 Personen sind dort betroffen. Diese werden im Wege der Nachbarschaftshilfe vorübergehend woanders untergebracht. Die Häuser sind derzeit nach wie vor nur zu Fuß erreichbar. In drei weiteren müssen sich die Personen zur Sicherheit in den oberen Gebäudeteilen aufhalten. Wir haben sie informiert.“
Einsatzleiter Höger, zur Lage vor Ort.
- Vier Häuser müssen aufgrund der gefährlichen Situation evakuiert werden.
- Foto: Gebhard Neumayr
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Wildbachsperren haben Schlimmeres verhindert
„Die bestehenden Wildbachsperren in der betroffenen Region haben bis dato noch weitaus größere Schäden durch das Gewitter, das auf der Sonnseite zwischen Wald und Mittersill niedergegangen ist, verhindert“, betont Gebhard Neumayr, Leiter Wildbach- und Lawinenverbauung Pinzgau.
„Die Sperre ‚Oberste Salzach‘ hat rund 80.000 Kubikmeter Geröll zurückgehalten, auch jene beim Trattenbach hat sehr gut funktioniert. Der Grubingerbach in Hollersbach ist hingegen nicht verbaut. Dieser hat auch die größten Schäden verursacht“, fasst Neumayr zusammen.
- Die Wildbachsperren, haben große Mengen an Geröll und Holz zurückgehalten und weitaus größere Schäden verhindert.
- Foto: Gebhard Neumayr
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Die Zeit drängt
Momentan hat vor allem das Ausräumen der Wildbachsperren Priorität. Diese sind teils voll mit Geröll und Holz. Die Zeit drängt, laut Gebhard Neumayr.
„Seit den Nachtstunden sind hier die Bagger im Einsatz, um möglichst viel Platz in den Sperren zu schaffen, da ab dem Nachmittag weitere Niederschläge zu erwarten sind. Wir tun unser Möglichstes, damit die Schutzwirkung der Bauwerke wiederhergestellt wird. Derzeit werden die Sperren oberste Salzach, die zwei Trattenbachsperren, die zwei Dürnbachsperren in Neukirchen sowie zwei am Bramberger Mühlbach ausgebaggert.“ Gebhard Neumayr, Leiter Wildbach- und Lawinenverbauung Pinzgau
- Nun gilt es schnell zu sein, bevor weitere Wassermassen die Situation verschlimmern.
- Foto: Gebhard Neumayr
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Auf Almen eingeschlossen
Heute Vormittag mussten vierzehn Personen im Trattenbachtal in Neukirchen evakuiert werden. Sie waren über die Nacht auf Almen eingeschlossen, da durch das Unwetter der Weg zerstört wurde.
Laut Manfred Höger flog der Polizeihubschrauber Libelle die Personen heute Vormittag die Personen aus. Der Weg könne schließlich nicht so schnell repariert werden und man habe die Regenpause genutzt, um die Leute zu retten.
Großes Aufgebot an Einsatzkräften
Zuzüglich zur Feuerwehr sind auch Wasserrettung, Polizei und Rotes Kreuz im Einsatz.
Bezirksfeuerwehrkommandant Klaus Portenkirchner spricht von schwierigen Aufräumarbeiten.
„Wir haben es mit Bäumen und Fahrzeugen in den Bächen zu tun, helfen hier mit den Gemeinden und Privatfirmen eng zusammen. Wir werden auf eine Gesamteinsatzstärke von rund 500 Feuerwehrleute kommen, es wurde Bezirksalarm ausgelöst und alle vier Katastrophenzüge sind im Einsatz. Alle haben ein gemeinsames Ziel: So schnell wie möglich vor dem nächsten Regen aufräumen.“
Klaus Potenkirchner, Bezirksfeuerwehrkommandant
Weitere lokale Gewitter erwartet
Laut der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik sind für den Pongau und Lungau größere Regenfälle für den Nachmittag angesagt. Zeitweise könnten es aber auch im Pinzgau und Tennengau stärkeren Niederschlag geben.
Die Schneefallgrenze sinkt nur auf 3.100 Meter Seehöhe, es regnet also auch im Hochgebirge.
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