Sunnseitn-Gespräche in Auberg
"Wir können die Herkunft von Lebensmitteln steuern"

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Die sunnseitn-Gespräche brachten es auf den Punkt: "Wir sollten unsere Ernährung überdenken und beachten woher die Lebensmittel kommen", war eines der Themen.

BEZIRK, AUBERG (alho). Die 15. sunnseitn-Gespräche (inzwischen allgemein bereits die 23. sunnseitn) widmeten sich dem Thema Ernährung. Dabei ging es in der Stube des Unterkagererhofes am vergangenen Freitag nicht um irgendwelche Menüs. Die Frage nach Lebensmitteln wurde anders beleuchtet. Als Impulsreferenten stellten sich dem Thema: Hermann Neuburger (Neuburger Fleischlos) mit „Wir leben auf der sunnseitn“ und Josef Eder von der Biohofbäckerei Mauracher („Das Leben im Lebensmittel lassen“). Diskussionspartner waren Kathrin Mitterhofer-Hablig (vom Klimabündnis OÖ.) und Hans Holzinger (Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen). Moderiert wurden die Gespräche von Helmut Eder.

Wie viel Fleisch essen wir?

„Jeder ist verantwortlich, wie er lebt“, betonte Neuburger gleich zu Beginn und wies darauf hin, dass sich der Fleischkonsum erheblich erhöht hat, da viele Menschen täglich Fleisch essen. Seit 1960 habe sich der Konsum sogar verfünffacht. In seinen Inputs kam Neuburger nicht daran vorbei hinzuweisen, weniger Fleisch zu essen und gleichzeitig bekannt zu geben: "Wir arbeiten derzeit an einer neuen Kommunikation, die nicht belehrend ist. Wir glauben, dass ‚Essen‘ in einem dunklen Eck ist.“ Ergänzend meinte er: „Wir wollen den Menschen nicht Angst machen, sondern Hoffnung geben".

Lebensmittel Wert geben

Eine Wertschätzung für Lebensmittel forderte Josef Eder ein. Er fügte hinzu, dass man jedem seinen Wert geben sollte: etwa Wasser, Luft, Insekten- und Bodenleben. Stark vertreten wurde diese Forderung der Wertschätzung durch Eders 100-jährige Zeitreise nach Bhutan, wie er sie selbst nannte. Er wies darauf hin, dass dort Veränderung breitfüßig im Gange sei, aber noch Kultur gelebt wird, wie es sie vor 1.000 Jahren auch schon gab. Eder forderte die Zuhörer und Teilnehmer der sunnseitn-Gespräche dazu auf, sich die Rahmenbedingungen vieler Produkte bewusst zu machen und nannte als ein Beispiel die biologischen Wirtschaftskreisläufe. Er sprach über die Bedeutung einer Aktualisierung des Steuerrechts: „Die aktuelle Situation zerstört Handwerk und Landwirtschaft. Wir leben den Traum einer wertorientierten Gesellschaft. Wir können alle etwas zu einer Veränderung beitragen.“

Dort etwas tun, wo man selbst kann

Mitterhofer-Hablig wusste, dass im Grundsatz „Global denken – lokal handeln“ vom Klimabündnis, vieles anders gesehen werden kann und freut sich, dass viele Betriebe inzwischen Klimabündnisbetriebe sind. Als Beispiel nannte sie, dass zahlreiche Gasthöfe sich verpflichten, mindestens ein Gericht pro Tag "fleischfrei" herzustellen. „Nachhaltig zu leben muss nicht immer Verzicht sein“, war eine klare Feststellung für Mitterhofer-Hablig. 

Ernährung - auch punkto Klimawandel bedeutend?

„Ich kann auch nicht sagen, wie das Essen der Zukunft ausschaut, ich kann nur Vermutungen anstellen“, meinte Holzinger zu Beginn vorsichtig. Klar fügte er hinzu: „An gesunde Ernährung denkt man, wenn der Blutdruck steigt.“ Für Holzinger besteht hinsichtlich Ernährung Hoffnung auf Veränderung. Die Reduzierung des Fleischkonsums und Augenmerk auf bessere Tierhaltung legen, nannte er als wesentliche Punkte. Holzinger ist überzeugt: „Konsumenten können Einfluss haben, wie sich die Ernährung entwickelt.“ Er wies darauf hin, dass Ernährung bei Klimawandel im Gegensatz zur heutigen Zeit nie Thema war. Gesundheit spielt bereits vermehrt eine große Rolle. Laut Diskussionsrunde sollte einer artgerechteren Tierhaltung, bei der es gilt an den weite(re)n Transport zu denken, auch wieder vermehrt Aufmerksamkeit geschenkt werden.

Abgelaufen, aber nicht tödlich

Zuhörer gaben Ebenfalls interessante Denkanstöße. Dabei kam die Frage ebenso auf die gesunde Jause für Kinder in Kindergärten und Schulen zur Sprache wie auch abgelaufene Lebensmittel (laut Ablaufdatum). Man solle sie nicht einfach wegwerfen, sondern sorgfältig kontrollieren. Joghurt könne beispielsweise auch zwei Wochen später noch gegessen werden. Ein anderer Diskussionsteilnehmer meinte, wenn er bei einer Küchenplanung jungen Leuten die Frage stellt, wie sie kochen wollen, sind oft keine Ideen da. Es fehle das Bewusstsein dafür. 

Abschlussstatements der Referenten:

Mitterhofer-Hablig: "Mutig sein, Dinge ausprobieren. Bei sich selbst anfangen, etwa Gemeinschaftsgärten; etwas, das man für sich selbst im Kleinen nutzen kann."
Holzinger: "Wohin geht meine Zeit? Wohin geht mein Geld? Wobei die Frage nach der Zeit noch wichtiger sein wird."
Neuburger: "Vom Konsumenten geht eine große Macht aus."
Eder: "Wir haben selbst in der Hand, wie wir unseren Alltag gestalten – dies ist ein großer Reichtum."

Autor:

Alfred Hofer aus Rohrbach

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