Interview
„Freilassing war immer wieder mein Mittelpunkt“
- Freilassings (noch) Bürgermeister Josef Flatscher stand für das Interview Rede und Antwort.
- Foto: sm
- hochgeladen von Daniela Jungwirth
Gute Nachricht des Tages: Freilassings Bürgermeister Flaschter blickt zufrieden auf seine Amtszeit zurück.
„Man hat unheimlich viele schöne Dinge erlebt“
, resümiert der scheidende Bürgermeister Josef Flatscher. Seit 17. März 1999 ist er im Amt.
Herr Flatscher, wie groß ist die Liebe zur Stadt Freilassing, wenn man sich 20 Jahre lang in den Dienst als Bürgermeister stellt?
Josef Flatscher: Ich bin ein Freilassinger, hab zwar in die Nachbargemeinde geheiratet, aber Freilassing war immer wieder mein Mittelpunkt. Ganz egal, ob es die Kirche, der Stammtisch, der Schäferhundverein, der Fußball TSV ... ist. Es war mit Stolz, dass ich Bürgermeister werden hab dürfen. Ich hab das gern gemacht. Es ist eine tolle Aufgabe, ich hatte unheimlich viele Dinge, die schön waren.
Salzburger Kreisverkehr, die Linie 24 und das Hochwasser: Welche grenzüberschreitende Angelegenheit ist Ihnen persönlich in Erinnerung geblieben?
Josef Flatscher: Ich konnte mit fast allen sehr gut zusammenarbeiten. All die angesprochenen Themen waren mir wichtig. Ich denke da ans dritte Gleis, die S-Bahn im 10- bis 15-Minuten-Takt, da sind wir gleichauf mit den großen Städten. Auch wenn Salzburg von manchen negativ gesehen wird – ich behaupte, mit Salzburg und der gesamten Region leben wir in der schönsten Gegend der Welt und da gehört das alles zusammen. Ich habe immer gut mit Menschen diesseits und jenseits der Grenze zusammengearbeitet.
Wie sehen Sie den Flughafen und den damit verbundenen Fluglärm?
Josef Flatscher: In erster Linie sehe ich den Flughafen als positive Infrastruktureinrichtung. Beim Fluglärm – das sage ich jetzt ganz ehrlich – muss etwas passieren, aber ich muss auch ganz klar sagen, man wird ihn nicht wegbringen. Man muss schauen, dass man ihn minimieren kann und die Flugrouten so legt, dass sie weniger Menschen betreffen. Grundsätzlich brauchen wir die Struktureinrichtungen wie Straße, Gleise und Flughafen. Die sind wichtig für uns.
Welche Aufgaben kommen in den nächsten Jahren?
Josef Flatscher: Ich glaube, die Aufgaben werden nie aufhören. Salzburg wird wachsen, so wie Freilassing wächst. Die Städte werden irgendwann im Hinblick auf den Wohnbau an ihre Grenzen stoßen. Diese Aufgaben, insgesamt miteinander auf Augenhöhe zusammenzuarbeiten, das wird nie aufhören. All diese nachbarschaftlichen Geschichten sind grenzenlos.
Was hinterlassen Sie?
Josef Flatscher: Die Dinge, die ich gemacht habe, waren wichtig. Die waren wichtig für unsere Bürger und Bürgerinnen. Mir war das ein großes Anliegen. Als ich gestartet bin, wollte ich, dass es den Menschen gut geht und immer ein Stück besser. Freilassing hat sich gut entwickelt, aber es gibt vieles, das man gemeinsam machen muss. Ein Spruch war bei mir von Anfang an immer: Betroffene zu Beteiligten machen und – beim Reden keman die Leit z'samm.
Wie geht es bei Ihnen weiter?
Josef Flatscher: Am 30. April spring' ich aus dem Hamsterrad heraus und stehe am 1. Mai nicht auf, wie sonst immer. Ich hab genügend Dinge, die ich machen will und auch muss. Ich hab endlich wieder Zeit für meine Familie, Freunde und den Stammtisch. Aber wenn gefragt und geredet wird, dann wird er schon da sein, der Flatscher.
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