Bergrettungseinsatz bei Nebel und Regen
Wanderer aus dem Höllengebirge gerettet

Bergrettungseinsatz im Höllengebirge.
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  • Bergrettungseinsatz im Höllengebirge.
  • Foto: Bergrettung Ebensee
  • hochgeladen von Philipp Gratzer

Falsche Abzweigung erwischt: Zwei Erwachsene und ein dreijähriges Kind mussten bei dichtem Nebel nahe des Totengraben von den Bergrettern geborgen werden.

EBENSEE. Ein 32-jähriger Deutscher unternahm am 3. August 2021 gemeinsam mit seinem dreijährigen Sohn und seinem 23-jährigen Bruder eine Wanderung im Höllengebirge von der Feuerkogelseilbahn in Ebensee mit geplanter Nächtigung auf einer Hütte am Berg. Am 4. August 2021 nach dem Frühstück wollten die Wanderer wieder zurück zur Bergstation gehen. Dabei hatte der Vater seinen Sohn in einer Rückentrage und dessen Bruder trug den Rucksack samt Ausrüstung und Schlafsäcken. Bereits wenige Meter von der Hütte entfernt, wählten die Wanderer eine falsche Abzweigung und kamen von den markierten Wanderwegen ab und stiegen etwa zwei Stunden irrtümlicherweise Richtung Totengraben ab. Bei markanter Verschlechterung des Wetters und dichten Wolken kletterten die beiden Männer mit dem Kind, bei nassem Felsen und Nieselregen, über eine seilversicherte Stelle mehrere Meter senkrecht ab, ehe sie nicht mehr weiterkonnten.

Bruder setzte Notruf ab

Der 23-Jährige verständigte gegen 12:25 Uhr den Notruf. Die Besatzung des Polizeihubschraubers Libelle konnte die Hilfesuchenden nach mehreren Rückrufen an einer anderen Stelle als angegeben, etwa 300 Meter tiefer, lokalisieren. Noch während des Anfluges zu einem Rettungsversuch, verdichteten sich die Wolken im Einsatzgebiet und eine Rettung mit dem Hubschrauber war nicht mehr möglich. Es wurden drei Bergretter und ein Alpinpolizist auf der anderen Seite des Feuerkogels hinaufgeflogen. Bei der Suche im dichten Nebel konnten die zwei Suchgruppen die Bergsteiger gegen 15 Uhr in einer Seehöhe von etwa 1.450 Meter im Großen Totengraben durch Rufe lokalisieren.

Abstieg dauerte sechs Stunden

Die vier Retter begannen einen sechsstündigen Abstieg. Das Kleinkind wurde vom Alpinpolizisten getragen, während die Bergrettungsmänner die beiden Brüder sicherten und abseilten. Die Sichtweite betrug zwischenzeitlich keine zehn Meter und eine Navigation war nur mehr mittels GPS möglich. Aus diesem Grund wurden weitere Einsatzkräfte der Bergrettung und Alpinpolizei nachalarmiert, die vom Tal aus im Aufstieg einen Wegverlauf durch den Totengraben mit Bohrhaken und Fixseilen versicherten. Gemeinsam gelang es der Einsatzmannschaft unter enormem Kraftaufwand die zwei Bergsteiger und das Kleinkind gegen 21 Uhr unverletzt ins Tal zu bringen. Die letzten Einsatzkräfte, die die Seile wieder abbauten und ungesichert abstiegen, kamen gegen 22 Uhr bei völliger Dunkelheit im Tal an. Im Einsatz standen insgesamt 21 Bergretter und fünf Alpinpolizisten, sowie die Besatzung des Hubschraubers der Flugpolizei Libelle.


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