Stollen der Erinnerung erstmals zugänglich

Der Eingang zum Stollen der Erinnerung im Zentrum von Steyr.
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  • Der Eingang zum Stollen der Erinnerung im Zentrum von Steyr.
  • Foto: Andreas Buchberger
  • hochgeladen von Sabine Thöne

STEYR. Am Nationalfeiertag, 26. Oktober, ist der „Stollen der Erinnerung“ von 10 bis 16 Uhr erstmals für die Bevölkerung zugänglich. Der Eingang befindet sich auf dem Weg von Zwischenbrücken zum Museum Arbeitswelt, wenige Meter nach Zwischenbrücken. In der 140 Meter langen, hufeisenförmigen Stollenanlage unter dem Schloss Lamberg ist eine Ausstellung über das KZ Münichholz und die Zwangsarbeiter in Steyr zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Ehemaliger Luftschutzbunker
Beginnend mit der Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit der 1930er Jahre, dem Erstarken des Nationalsozialismus, dem „Anschluss“ 1938 und dem Ausbau der Steyr Werke zu einem großen Rüstungskonzern bildet der Einsatz von Zwangsarbeitern und KZ-Häftlingen aus vielen europäischen Ländern den Schwerpunkt der Ausstellung.
Deren Schicksal wird den Besuchern anhand von Fotos, Dokumenten, Zeichnungen, Originalgegenständen und Zeitzeugenberichten anschaulich vermittelt. „Die KZ-Häftlinge waren nicht nur in den Steyr Werken eingesetzt, sie mussten auch zahlreiche Luftschutzstollen für die Zivilbevölkerung in Steyr errichten, einer davon ist Schauplatz der Ausstellung“, erzählt Karl Ramsmaier vom Mauthausen Komitee Steyr.

„Die Ausstellung in der unterirdischen Stollenanlage macht die Kälte der unmenschlichen Lebens- und Arbeitsbedingungen spürbar und rückt dabei die Perspektive der Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge in den Mittelpunkt“, erklärt Ramsmaier.

Weitere Themen der Ausstellung:
Die Verbrennung von 4500 Häftlingsleichen im Krematorium Steyr
Der Todesmarsch der ungarischen Juden
Die Befreiung am 5. Mai 1945
Die Täter
Erinnerung nach 1945
Der Widerstand
Menschenwürde

Zur Gestaltung:
Ausstellungsgestalter Architekt Bernhard Denkinger aus Wien platzierte im räumlichen und inhaltlichen Zentrum der Schau zwölf Leuchtinstallationen. Über den neu gestalteten bogenförmigen Zugang führt eine Kette gläserner Lichtstelen in die Tiefe der Stollenanlage.

Idee zur Ausstellung: Karl Ramsmaier
Konzeptionelle und wissenschaftliche Beratung: Bertrand Perz
Wissenschaftliche Kuratorin: Regina Wonisch
Kuratoren des Mauthausen Komitees Steyr: Karl Ramsmaier, Waltraud Neuhauser, Katrin Auer, Martin Hagmayr (Bereich „Täter“), Markus Rachbauer (Bereich „Widerstand“)
Gestaltung: Bernhard Denkinger

Sponsoren des neuen Stollens der Erinnerung:
Land Oberösterreich, Nationalfonds der Republik Österreich, Bundesministerium für Inneres, Zukunftsfonds der Republik Österreich, Stadt Steyr, Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur, Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung, SKF Österreich AG, BMW Motoren GesmbH, MAN Truck & Bus Österreich AG, SLR Gußwerk II BetriebsgesellschaftmbH, ZF Steyr, PRO-GE Sozialdemokratischer Bildungs- und Unterstützungsverein (SBV), Mauthausen Komitee Österreich, Österreichische Nationalbank, Wirtschaftskammer Österreich, Ennskraft, Lions Club Steyr, Foto Grünwald.

Der Eingang zum Stollen der Erinnerung im Zentrum von Steyr.

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