Pflege in Zeiten von Corona
Alles für das Wohl der Menschen

Geschäftsführerin Larissa Pöschl und Freiwilligen Koordinatorin Doris Perfler vom SGS Telfs haben alle Hände voll zu tun.
  • Geschäftsführerin Larissa Pöschl und Freiwilligen Koordinatorin Doris Perfler vom SGS Telfs haben alle Hände voll zu tun.
  • Foto: SGS Telfs
  • hochgeladen von Nicolas Lair

TELFS, ZIRL. Die Corona-Krise ist vor allem für Pflegeheime und Sozialsprengel in unserem Bezirk eine große Herausforderung. Nachdem man sich an diese außergewöhnliche Situation erst einmal gewöhnen musste, läuft es mittlerweile recht rund. Verantwortliche und Pflegepersonal sind stark eingespannt, kommen mit der Lage allerdings gut zurecht. Einzig der Mangel an genügend Schutzausrüstung bereitet Kopfzerbrechen.

Großer Zusammenhalt

Besonders schwierig stellt sich zurzeit die Arbeit der Sozial- und Gesundheitssprengel Mitarbeiter in Telfs dar. Im Gegensatz zu Angestellten im Heim, fahren sie tagtäglichzu den Patienten und pflegen sie zu Hause. Das Risikosich anzustecken, ist hier wesentlich höher, da die MitarbeiterInnen mit mehr Menschen und Oberflächen in Berührung kommen, die den Virus transportieren können. Doch die MitarbeiterInnen des SGS sind bestens vorbereitet. Fast täglich erhalten sie Informationen und Briefings, um ideale Pflege trotz Coronavirus gewährleisten zu können.

"Schichten werden aufgeteilt, das Team ist motiviert und der Zusammenhalt ist groß"

, freut sich Geschäftsführerin Larissa Pöschl. Patienten die zurzeit nicht besucht werden können, haben die Möglichkeit, auf einen speziell eingerichteten psychosozialen Telefondienst zurückzugreifen. Eine weitere Maßnahme sind Videos die vom SGS auf Facebook gepostet werden. Deren Inhalt ist z.B. das selbstständige Anziehen der Stützstrümpfe.

"Bei uns ist noch alles gut, nur die Versorgung mit Schutzbekleidung lässt noch zu wünschen übrig"

, fasst Pöschl die Lage zusammen.

Welle der Freiwilligkeit

Um den Menschen in Telfs und Umgebung noch besser helfen zu können, hat der SGS vor Kurzem einen Freiwilligen-Aufruf gestartet. Und die Reaktion aus der Bevölkerung war großartig. Fast 100 Freiwillige, die ihren Mitmenschen helfen wollen, haben sich bereits gemeldet. Freiwilligen-Koordinatorin Doris Perfler hat zurzeit alle Hände voll zu tun, um 70 Menschen die dem SGS zurzeit helfen, verschiedene Aufgaben zuzuteilen. Aufgaben sind vor allem das Besorgen von Lebensmitteln und Gänge zur Apotheke.

Telfer lassen sich etwas Besonderes einfallen

Matthias Kaufmann und sein Team vom Altenwohnheim Telfs gehen gekonnt mit der aktuellen Situation um. Das Heim hat schon vor der offiziellen Quarantäne-Anordnung seine Schotten dicht gemacht und versucht, das beste aus der aktuellen Situation herauszuholen. Trotzdem ist man vom selben Problem betroffen, wie die meisten anderen Tiroler Wohnheime auch. Notfallversorgung und Krankenhäuser werden zuerst bedient, danach kommen die Pflegeheime. Schutzausrüstung ist Mangelware, man fühlt sich vom Land etwas im Regen stehen gelassen und wartet noch auf Versorgung mit der nötigen Ausrüstung. Man sieht aber auch dass es eine Situation ist, auf die niemand vorbereitet war. Intern läuft es in den Telfer Pflegeheimen den Umständen entsprechend gut.

"Unsere Mitarbeiter machen das sehr gut. Jeder zieht mit, alle halten zusammen und alle sind gesund. Wir sind zwar stärker gefordert als sonst, befinden uns aber so gut wie im Normalbetrieb"

, so Kaufmann. Weder Bewohner noch Mitarbeiter sind bis jetzt von Corona betroffen. Damit das auch so bleibt hat sich das Team des Altenwohnheims etwas Besonderes einfallen lassen. Mit Hilfe von zwei Handys und der Videochat-Funktion von Whatsapp können Bewohner mit ihren Angehörigen kommunizieren. Das reduziert das Risiko einer Ansteckung und hilft den Bewohnern ungemein mit dieser schwierigen Situation klarzukommen. Der soziale Kontakt bleibt dadurch aufrecht und das Virus kann für einige Minuten vergessen werden. Für den Ernstfall hat man sich bestmöglich vorbereitet und für die kommenden Wochen fühlt man sich gewappnet.

Keine Panik in Zirl

Im Altenwohnheim Zirl ist – wie auch im Rest der Gemeinde – Ruhe eingekehrt. Das s'zenzi steht mittlerweile unter Quarantäne, bis jetzt läuft alles sehr unaufgeregt ab. Man fühlt sich vorbereitet auf den Ernstfall und ist froh, bis jetzt keine bestätigten Fälle vorweisen zu können. Für Bewohner ist der stark eingeschränkte Kontakt zwar nicht einfach, die Mitarbeiter arbeiten jedoch auf Hochtouren, um diese schwierigen Tage und Wochen für alle so erträglich wie möglich zu gestalten.

"Die Mitarbeiter sind motiviert und geben Alles. Auch auf den Ernstall sind wir bestens vorbereitet. Wir wollen keine Panik verbreiten"

, so der Leiter des Zirler Altenheims, Robert Kaufmann. Auch der Sprengel in Zirl läuft mehr oder weniger auf Normalbetrieb.

Abschließend gilt es, allen MitarbeiterInnen die in der Pflege fast unmenschliches leisten, ein großes Dankeschön auszusprechen. Durch deren Einsatz können wir diese Krise bewältigen und das ein oder andere über Zusammenhalt lernen.

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