Aktuelle Studie
Gemeinnützige Wohnbauträger halten Mieten in Tirol weiter stabil
- Während die Mieten am privaten Sektor in den vergangenen Jahren in Tirol durch die Decke gingen, sorgen die gemeinnützigen Bauträger laut einer aktuellen Studie für stabile Mieten.
- Foto: GBV-Berger
- hochgeladen von Thomas Geineder
Eine aktuelle Studie zeigt: Gemeinnützige Bauträger sorgen in Tirol für deutlich günstigere Mieten und wirken bremsend auf den Wohnungsmarkt.
TIROL. Während die Mietpreise im privaten Wohnungsmarkt in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen sind, bleiben die gemeinnützigen Wohnbauträger ein wichtiger Stabilitätsfaktor. Das geht aus einer aktuellen österreichweiten Untersuchung zur Mietpreisentwicklung hervor. Für den Tiroler Obmann der Gemeinnützigen Bauvereinigungen (GBV), Edgar Gmeiner, bestätigt die Studie die Bedeutung des gemeinnützigen Wohnbaus. „Insgesamt unterstreicht die Untersuchung die wohnungs- und gesellschaftspolitische Relevanz eines starken gemeinnützigen Wohnungssektors“, betont Gmeiner. „Gemeinnützige Bauvereinigungen leisten nicht nur einen wesentlichen Beitrag zur Versorgung mit leistbarem Wohnraum, sondern wirken auch stabilisierend auf den gesamten Mietwohnungsmarkt.“
Tirol zählt zu den Vorreitern
Besonders positiv fällt die Bilanz für Tirol aus. Laut Studie liegen die Mieten gemeinnütziger Bauträger im Durchschnitt um 5,10 Euro pro Quadratmeter beziehungsweise rund 36 Prozent unter den Preisen im privaten Mietsegment. Auch bei der Mietentwicklung zeigt sich ein deutlicher Unterschied: Während private Mieten von 2024 auf 2025 um 7,3 Prozent gestiegen sind, erhöhten sich die Mieten im gemeinnützigen Wohnbau in Tirol lediglich um zwei Prozent und damit unterhalb der Inflationsrate. Die Untersuchung nennt Tirol ausdrücklich als Beispiel dafür, dass der gemeinnützige Wohnbau seine preisdämpfende Wirkung besonders stark entfaltet.
- Laut Studie liegen die Mieten gemeinnütziger Bauträger im Durchschnitt um 5,10 Euro pro Quadratmeter beziehungsweise rund 36 Prozent unter den Preisen im privaten Mietsegment. (Symbolbild)
- Foto: panthermedia/AndreyPopov
- hochgeladen von Thomas Geineder
Innsbruck mit besonders großem Unterschied
Noch deutlicher wird der Vergleich in der Landeshauptstadt. Dort liegen die Mieten gemeinnütziger Wohnanlagen laut Studie um 49 Prozent unter dem marktüblichen Niveau. „Mieter einer privat vermieteten Wohnung in Innsbruck zahlen das Doppelte“, zitiert Gmeiner aus den Ergebnissen der Untersuchung. Damit zeigt sich laut den Gemeinnützigen, welchen Einfluss geförderter Wohnbau auf die Leistbarkeit des Wohnens haben kann.
Mehr als die Hälfte von Gemeinnützigen
Auch beim Wohnungsneubau spielen die Tiroler Gemeinnützigen eine zentrale Rolle. In den vergangenen beiden Jahren wurden 55 Prozent aller neu errichteten Wohnungen von gemeinnützigen Bauträgern gebaut. Allein im Jahr 2025 entstanden auf diesem Weg 1.170 neue Wohnungen. Für das laufende Geschäftsjahr wird erneut ein Wachstum angestrebt. Die Verantwortlichen betonen, dass die Nachfrage nach leistbarem Wohnraum weiterhin hoch bleibt und der Beitrag der Gemeinnützigen deshalb weiter an Bedeutung gewinnen wird.
Wohnbauförderung als wichtiger Partner
Für GBV-Obmann Gmeiner ist klar, dass die Herausforderungen am Wohnungsmarkt nur mit einer langfristig ausgerichteten Wohnbaupolitik bewältigt werden können.
„Vor diesem Hintergrund wird die Bedeutung langfristig orientierter und nicht gewinnmaximierender Wohnbaupolitik künftig weiter zunehmen. Mit der Wohnbauförderung des Landes haben wir hier einen sehr verlässlichen Partner, mit dem wir unseren Marktanteil in den nächsten Jahren weiter ausbauen wollen.“
Beitrag zur Leistbarkeit des Wohnens
Die aktuellen Zahlen zeigen nach Ansicht der Gemeinnützigen deutlich, welchen Stellenwert der geförderte Wohnbau für Tirol hat. Neben der Schaffung neuer Wohnungen tragen die Bauträger auch dazu bei, die Mietpreisentwicklung insgesamt zu dämpfen und leistbaren Wohnraum für breite Bevölkerungsschichten bereitzustellen. Gerade in einem Bundesland mit angespanntem Wohnungsmarkt dürfte diese Rolle in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen.
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