Innsbrucker Landhaus
Leokadia Justman im Mittelpunkt der langen Nacht der Museen
- Die Ausstellung „Leokadia Justman. Brechen wir aus!“ ist erneut Teil der „ORF-Langen Nacht der Museen“ und kann am 3. Oktober im Tiroler Landhaus besucht werden.
- Foto: Land Tirol/Christanell
- hochgeladen von Thomas Geineder
Am 3. Oktober öffnet das Innsbrucker Landhaus bei der „ORF-Langen Nacht der Museen“ seine Türen. Im Fokus stehen die Ausstellung über Leokadia Justman, Führungen und eine Live-Performance.
INNSBRUCK. Wenn am Samstag, 3. Oktober, österreichweit die „ORF-Lange Nacht der Museen“ stattfindet, beteiligt sich auch das Innsbrucker Landhaus erneut an der Kulturinitiative. Von 18 bis 24 Uhr erwartet die Besucherinnen und Besucher ein vielseitiges Programm rund um die Sonderausstellung „Leokadia Justman. Brechen wir aus!“. Im Mittelpunkt steht die bewegende Geschichte der polnischen Holocaust-Überlebenden Leokadia Justman, deren Fluchtweg sie nach Tirol führte. Ergänzt wird die Ausstellung durch Führungen, ein Kinderprogramm sowie eine Live-Zeichenperformance des Tiroler Künstlers Alwin Hecher.
- Leokadia Justman floh während der NS-Zeit nach Tirol. Ihr außergewöhnliches Schicksal steht im Zentrum der aktuellen Ausstellung im Innsbrucker Landhaus.
- Foto: Dr. Jeffrey Wisnicki
- hochgeladen von Thomas Geineder
Geschichte, die berührt
Für Landeshauptmann Anton Mattle ist die Ausstellung ein wichtiger Beitrag zur Tiroler Erinnerungskultur.
„Leokadias Geschichte geht unter die Haut. Ich lade alle Tirolerinnen und Tiroler ein, die Ausstellung im Landhaus zu besuchen und einen persönlichen Zugang zu diesem besonderen Stück Zeitgeschichte zu finden“, betont Mattle.
Gleichzeitig verweist er auf die historische Bedeutung des Gebäudes selbst.
„Das Landhaus war einst die Schaltstelle des NS-Terrors – und ist heute ein Ort der Aufklärung und der liberalen Demokratie. Ich bin überzeugt, dass es Initiativen wie die Ausstellung zu Leokadia Justman für eine lebendige Erinnerungskultur braucht.“
Die Ausstellung ist noch bis 26. Oktober in ihrer aktuellen Form zu sehen.
Live-Einblick in die Entstehung einer Graphic Novel
Ein besonderer Programmpunkt der Museumsnacht ist die Live-Performance des Tiroler Illustrators Alwin Hecher. Zwischen 19 und 22 Uhr gibt er Einblicke in die Entstehung der Graphic Novel „Lodzia & Marysia“. Dabei können Besucherinnen und Besucher verfolgen, wie Zeichnungen entstehen und welche Überlegungen hinter der Bildsprache des Comicromans stehen. Das Buch erzählt die Geschichte von Leokadia Justman und ihrer Freundin Marysia Fuchs und richtet sich insbesondere an ein jüngeres Publikum.
- Landeshauptmann Anton Mattle und Landesamtsdirektor Herbert Forster (l.) laden zur „ORF-Langen Nacht der Museen“ ins Innsbrucker Landhaus ein. Besucherinnen und Besucher erwartet am 3. Oktober ein abwechslungsreiches Programm mit Führungen, einer Live-Performance sowie der Ausstellung über die Holocaust-Überlebende Leokadia Justman.
- Foto: Land Tirol/Christanell
- hochgeladen von Thomas Geineder
Führungen
Während der Museumsnacht werden zudem Kuratorenführungen durch die Sonderausstellung „Leokadia Justman. Brechen wir aus!“ sowie die Dauerausstellung „Vom Gauhaus zum Landhaus. Ein Tiroler NS-Bau und seine Geschichte“ angeboten. Das Landhaus blickt bereits auf zwei erfolgreiche Teilnahmen bei der „ORF-Langen Nacht der Museen“ zurück.
„Zum dritten Mal bereits ist das Tiroler Landhaus Teil der ‚ORF-Langen Nacht der Museen‘. Die mutige Stimme Leokadia Justmans soll im Mittelpunkt stehen, zugleich lenken wir den Blick auf die Vergangenheit des Landhauses. Für alle Interessierten haben wir ein ansprechendes Programm zusammengestellt, das sich heuer vor allem an Kinder und Jugendliche richtet“, erklärt Landesamtsdirektor Herbert Forster.
Spezielles Angebot für Kinder und Jugendliche
Für junge Besucherinnen und Besucher wird zwischen 18 und 21 Uhr ein eigenes pädagogisch begleitetes Kinderprogramm angeboten. Während Erwachsene die Ausstellung besuchen, können Kinder altersgerecht an das Thema herangeführt werden. Zusätzlich stehen spezielle Führungen für ältere Kinder und Jugendliche auf dem Programm.
Ausstellung noch bis Ende Oktober geöffnet
Die Sonderausstellung „Leokadia Justman. Brechen wir aus! Als polnische Jüdin auf der Flucht in Tirol“ ist Teil des Projekts „Tirol erinnert“ und ergänzt die Ausstellung zur Geschichte des Landhauses während der NS-Zeit. Das Projekt entstand in Zusammenarbeit mit zahlreichen Partnern, darunter die Universität Innsbruck, das Stadtarchiv Innsbruck, die Pädagogische Hochschule Tirol sowie weitere wissenschaftliche Einrichtungen. Die Ausstellung kann noch bis 26. Oktober im Landhaus 1 besucht werden und bietet einen eindrucksvollen Zugang zu einem persönlichen Schicksal aus der Zeit des Nationalsozialismus.
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