Wetter
Warum gibt es Frost im April?

Auf lang andauernde Warmphasen folgte ein massiver Kaltlufteinbruch und richtete großen Schaden bei Kulturpflanzen und sogar Wildpflanzen an.
  • Auf lang andauernde Warmphasen folgte ein massiver Kaltlufteinbruch und richtete großen Schaden bei Kulturpflanzen und sogar Wildpflanzen an.
  • Foto: Pixabay/ (Symbolbild)
  • hochgeladen von Lucia Königer

TIROL. Ein Tag mit leichtem Frost im April wäre eigentlich normal, doch so viele Frost-Tage, wie wir es aktuell erleben, ist eine Seltenheit. Die Schäden durch Spätfrost haben in den letzten Jahren immer weiter zugenommen. Das liegt auch an den sehr milden Wetterphasen im März, die zu einer sehr frühen Entwicklung vieler Pflanzen führte. 

Warum gibt es Frost im April?

Damit es zu Frost im April kommt, müssen mehrere Faktoren gegeben sein. Es müssen kalte Luftmassen vorhanden und klare Nächte ohne Wolken gegeben sein. Zudem sollte es keinen Wind geben, denn ohne Wind kühlt die Luft in Bodennähe ungestört ab. Sobald Wind weht, kommt es zur Vermischung mit milderer Luft aus der Umgebung und aus höheren Luftschichten.
Eine geschlossene Schneedecke verstärkt den Effekt des Abkühlens zusätzlich. 

Wenn der Frost mit der Blüte der Obst- und Weinkulturen zusammenfällt entstehen Frostschäden. Wie ZAMG-Phänologe Helfried Scheifinger dazu erläutert, zeigen bisherige Untersuchungen allerdings "keinen eindeutigen Zusammenhang zwischen der Temperaturzunahme der letzten Jahrzehnte und den häufigen Spätfrostereignissen in den Jahren 2016, 2017, 2020, 2021, eindeutig sehen wir in den phänologischen aber, dass die Blüte von Marille, Apfel und Kirsche mittlerweile um durchschnittlich zehn Tage früher stattfindet als noch vor 30 Jahren."

Wildpflanzen betroffen

In den Jahren 2017 und 2020 waren sogar Wildpflanzen von den Temperaturschwankungen betroffen. Auf lang andauernde Warmphasen folgte ein massiver Kaltlufteinbruch und richtete großen Schaden bei Kulturpflanzen und sogar Wildpflanzen an, die eigentlich gut an das Alpenklima angepasst sind. 

„Heuer bewegt sich die Entwicklung der Vegetation im Bereich des langjährigen Durchschnitts und ist daher noch nicht so frostempfindlich wie 2020 trotzdem kann es bei entsprechend tiefen Temperaturen zu Schäden an Kulturpflanzen kommen",

so Phänologe Scheifinger.

Neben den Temperaturen können aber auch Faktoren wie die Änderung des Anbauortes eine Rolle spielen. In den letzten Jahrzehnten wurden in einigen Regionen Obst- und Weinkulturen vermehrt von Hanglagen in die Ebene verlegt. In der Ebene ist aber die Frostgefahr oft größer als einige Höhenmeter weiter oben an einem Hang. 

Phänologischen Beobachtungen selbst festhalten

Mit der kostenlosen App „Naturkalender ZAMG" können alle Interessierten ihre phänologischen Beobachtungen einfach und schnell festhalten und so Beobachtungsreihen für den eigenen Garten oder die Region erstellen.
Die Daten gehen in nationale und internationale phänologische Datenbanken und Projekte ein. 
HIER geht es zum App-Tipp

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