MESI-STRAT
EU-Förderungen für Tiroler Brustkrebsforschung

Die Biochemikerin Kathrin Thedieck forscht an den Wechselwirkungen zwischen zellulären Signalnetzwerken und Stoffwechsel in Tumoren.

TIROL. An der Uni-Innsbruck wird an einer Brustkrebstherapie geforscht. Kathrin Thedieck leitet das MESI-STRaT. Die EU fördert dieses Forschungsprojekt mit rund sechs Millionen Euro.

Brustkrebsforschung für neue Therapie

An der Innsbrucker Universität forscht die Biochemikerin Kathrin Thedieck an einer neuen Therapie bei Brustkrebs. Dabei untersucht sie die Wechselwirkungen zwischen zellulären Signalnetzwerken und Stoffwechsel in Tumoren. "70 bis 80 Prozent aller Brustkrebsfälle sind Östrogen-Rezeptor-positiv. Nicht nur Frauen sondern auch Männer sind betroffen.“, so Kathrin Thedieck. Bisher kam eine endokrine Therapie zum Einsatz. Dabei wird der Östrogenrezeptor blockiert und dadurch das Wachstum des Tumors verhindert. Jedoch kommt es hier bei 30 Prozent der Betroffenen zu einem Rückfall, der häufig zu spät erkannt wird. Das MESI-STAAT-Team arbeitet hier an einem neuen Ansatz: Es wird nach neuen Markern gesucht, die Aussagen zum Tumorwachstum ermöglichen und Therapieentscheidungen unterstützen.

Rückfälle bei Brustkrebs früher erkennen

Ziel des MESI-STRAT-Teams ist es, jene Marker zu finden, die leicht messbar sind und einen Rückfall möglichst früh anzeigen. Weiters soll dadurch auch bei einem Rückfall die Wahl der effektivsten Behandlungsoption erleichtert werden. Dies könnte über die Stoffwechselprodukte des Tumors, die im Blut oder Urin der PatientInnen bei regelmäßigen Kontrollen leicht nachweisbar sind, geschehen. Diese Stoffwechselprodukte können bereits gemessen werden. Noch verstehen die WissenschaftlerInnen zu wenig, um genaue Rückschlüsse man daraus auf das Tumorwachstum und Signalnetzwerke zu ziehen."Da viele Therapien direkt in die Signalnetzwerke von Tumoren eingreifen, hilft ein besseres Verständnis ihres Einflusses auf den Stoffwechsel bei der Identifizierung verlässlicher Marker für die Diagnostik“, erklärt Kathrin Thedieck.

Abschätzung der Rückfallwahrscheinlichkeit

Mit Hilfe dieser Marker soll bereits zum geplanten Therapieende abgeschätzt werden können, wie hoch die Rückfallwahrscheinlichkeit ist. Bisher wurde die endokrine Therapie im Schnitt fünf Jahre lang angewandt. Jedoch bleibt die Rückfallwahrscheinlichkeit dieser Form des Brustkrebses über 20 Jahre relativ konstant. "Ein entsprechendes Screening könnte anzeigen, wer von einer Verlängerung der endokrinen Therapie profitiert, und wer nur ein geringes Rückfallrisiko hat und deshalb diese – natürlich mit Nebenwirkungen verbundene Behandlung – nach fünf Jahren beenden kann“, so Kathrin Thedieck.

Was ist MESI-STRAT?

MESI-STRAT ist ein 57-monatiges Forschungsprojekt. Es wird mit 5,95 Millionen Euro gefördert. Geleitet wird das Projekt von Kathrin Thedieck am Institut für Biochemie der Universität Innsbruck. Tobias Anzeneder von der deutschen PatientInnenenorganisation PATH Biobank ist der MESI-STRAT-Co-Koordinator. Beteiligt sind insgesamt 14 Partner aus Großbritannien, Deutschland, Norwegen, den Niederlanden, Spanien, Belgien und Österreich.

Mehr zum Thema

Weitere Informationen: www.mesi-strat.eu

Neues Verfahren zur Therapie bestimmter Krebsarten
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Bezirksblätter Tirol aus Innsbruck

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