Olympische Winterspiele
IOC wirft Nordische Kombination aus dem Bewerb
- Ein Fest für den Tiroler Kombinierer bei den Olympischen Winterspielen 2026.
- Foto: ÖOC/jfk photography
- hochgeladen von Michael Kendlbacher
Österreichische Athleten haben in der Nordischen Kombination insgesamt 19 olympische Medaillen gewonnen (3x Gold, 4x Silber, 12x Bronze). Besonders herausragend ist der Tiroler Johannes Lamparter, während der in der Ramsau (Salzburg) lebende und in Tirol trainierende Felix Gottwald der absolut erfolgreichste Winter-Olympionike des Landes ist.
INNSBRUCK. Nach über 100 Jahren nimmt die Erfolgsgeschichte der Nordischen Kombination bei Olympischen Winterspielen vorerst ein Ende. Wie das IOC bekanntgab, wird die traditionsreiche Sportart in den Französischen Alpen 2030 nicht mehr im Programm der fünf Ringe stehen.
IOC-Meldung
"Alpes 2030 werden die ersten geschlechterparitätischen Olympischen Winterspiele sein – Freeride- (Ski und Snowboard) und Synchro-9-Athleten (Eiskunstlauf) geben ihr Debüt. Die Olympischen Winterspiele 2030 in den Alpen schreiben Geschichte als erste Winterspiele mit Geschlechterparität. Die Quotenplätze werden gleichmäßig verteilt. Rund 3.046 Athleten (1.525 Frauen und 1.521 Männer, darunter die vom Olympischen Komitee vorgeschlagenen Skibergsteiger als zusätzliche Sportart) werden in 126 Wettbewerben antreten – 56 für Frauen, 55 für Männer und 15 für Mixed. Dies bestätigte das Exekutivkomitee des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) heute im Rahmen der Disziplin- und Veranstaltungsüberprüfung. Im Zuge dieser Überprüfung wurde entschieden, dass Freeride (Ski und Snowboard) und Synchro-9 (Eiskunstlauf) erstmals olympisch werden. Das IOC-Exekutivkomitee bestätigte außerdem den Erhalt des Snowboard-Parallel-Riesenslaloms, während die Nordische Kombination nicht beibehalten wurde."
- Die Österreicher mussten sich bei den Olympischen Winterspielen 2026 nur Norwegen und Finnland geschlagen geben.
- Foto: APA-Images / APA / EXPA
- hochgeladen von Thomas Geineder
Kombinierer als Medaillenhamster
Stecher selbst durfte bei Olympischen Winterspielen gleich vier Medaillen mit der Mannschaft bejubeln, zwei davon in Gold. Insgesamt holten die rot-weiß-roten Kombinierer in der langen Geschichte der fünf Ringe 19 Mal Edelmetall. Felix Gottwald, Österreichs erfolgreichster Winter-Olympionike, krönte sich gleich dreimal zum Olympiasieger (1x Einzel, 2x Mannschaft). Bei den vergangenen Winterspielen Mailand Cortina 2026 avancierte Johannes Lamparter mit drei Medaillen zum Abräumer im ÖOC-Team. Für ihn sei die Entscheidung ein "Schlag ins Gesicht" und kam unerwartet. "Jetzt stellt sich die Frage, wie es mit der Sportart weitergeht. Olympia ist das Größte, wenn dir dieser Traum genommen wird, ist das sehr sehr schade", meinte Lamparter.
Sorge um Nachwuchs
Besonders betroffen durch diese Streichung aus dem Programm sei auch der Nachwuchs, wie Stecher erklärte: "Am schwersten wiegt jedoch eines: Vielen Talenten wird mit einem Schlag eine Zukunftsperspektive genommen. Kinder und Jugendliche, die mit Leidenschaft trainieren, verlieren ihr großes Ziel – den olympischen Traum." Der Verband werde daher alles dafür tun, die Nordische Kombination stark zu halten und gemeinsam mit der FIS sowie unseren Partnern Wege finden, dieser "einzigartigen Sportart eine attraktive Bühne und eine stabile Zukunft zu sichern", versprach Mario Stecher. Das Olympia-Ende ist derzeit vorläufig, die Nordische Kombination wird nach Gesprächen mit dem Wintersport-Weltverband FIS auch die nächsten vier Jahre unterstützt und hat die Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln und für eine Rückkehr in den Wettkampfkalender in Salt Lake City 2034 zu empfehlen.
ÖSV-Sportdirektor Mario Stecher: „Die heutige Entscheidung des IOC ist eine Hiobsbotschaft für den österreichischen Wintersport und ein schwerer Schlag für die Nordische Kombination. Kaum eine andere Disziplin steht so sehr für Tradition und eine österreichische Erfolgsgeschichte wie diese. Wir sind zutiefst enttäuscht, dass die sichtbare Weiterentwicklung dieser Sportart nicht ausreichend berücksichtigt wurde. Unsere Athletinnen und Athleten haben enorme Fortschritte gemacht, die leider nicht jene Anerkennung finden, die sie verdienen. Die Auswirkungen dieser Entscheidung reichen weit über die Nordische Kombination hinaus. Auch das Skispringen ist unmittelbar betroffen, denn ohne olympische Perspektive wird es mittelfristig schwieriger werden, Schanzenanlagen zu erhalten und den Nachwuchs nachhaltig zu fördern. Am schwersten wiegt jedoch eines: Vielen Talenten wird mit einem Schlag eine Zukunftsperspektive genommen. Kinder und Jugendliche, die mit Leidenschaft trainieren, verlieren ihr großes Ziel – den olympischen Traum. Wir werden dennoch alles dafür tun, die Nordische Kombination stark zu halten und gemeinsam mit der FIS sowie unseren Partnern Wege zu finden, dieser einzigartigen Sportart eine attraktive Bühne und eine stabile Zukunft zu sichern.“
- Beste Laune bei Johannes beim Footshooting mit seinen Medaillen der Olympischen Winterspiele 2026.
- Foto: ÖOC/JFK
- hochgeladen von Georg Herrmann
Mario Stecher zum Snowboard-Programm: „Die heutige Bestätigung des alpinen Snowboardsports im Olympia-Programm für 2030 freut uns natürlich. Das zeigt, dass die spektakulären Rennen und die herausragenden sportlichen Leistungen bei den Olympischen Spielen in Mailand-Cortina entsprechend honoriert wurden.“
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