Hitze macht allen zu schaffen
Die Trockenheit bedroht die Landwirtschaft im Bezirk Tulln
- Schockierendes Bild: Johann Höfiniger zeigt abgestorbene Maisbestände.
- Foto: Johann Höfinger
- hochgeladen von Victoria Edlinger
Zu kleine Pflanzen, kaum ausgereifte Fruchtstände - die Trockenheit setzt der Landwirtschaft stark zu.
BEZIRK. Die Hitze alleine wäre nur ein Faktor, würde sie nicht auch mit dieser extremen Trockenheit einhergehen. "Seit Jahren leiden wir mittlerweile an zu wenig oder schlecht verteilten Niederschlagsmengen während der Vegetationsperioden", verrät Johann Höfinger, Bezirks-Bauernbund Tulln Obmann. In weiten Teilen gab es bereits eine beeinträchtigte Weizenernte, mit minderen Erträgen. "Dramatisch allerdings ist die momentane Situation mit den Herbstkulturen wie Zuckerrüben, Sonnenblumen, Mais, Sojabohnen etc.. Hier sind viele Bestände bereits abgestorben und auch Regen könnte nicht mehr helfen", so Höfinger.
- Es ist einfach zu trocken.
- Foto: Johann Höfinger
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Es ist hier mit massiven Ertragseinbußen zu rechnen und die Erntezeitpunkte sind notgedrungen nach vorne gerutscht. Futterflächen wie Mais geben nur mindere Mengen und Wiesen im Grünland können kein weiteres Mal gemäht werden, weil einfach kein Gras mehr gewachsen ist. Das heißt, es fehlt in großen Mengen an Futter, was die tierhaltenden Betriebe vor große Probleme und finanzielle Sorgen stellt.
In Existenz bedroht
Durch die ausgefallenen Ernten und damit verlorenen Einnahmen sind viele bäuerliche Betriebe in ihrer Existenz gefährdet. Hinzu kommt, dass Betriebsmittel, wie Diesel, Dünge- und Pflanzenschutzmittel, Strom sowie Ersatzteile durch die chaotische Weltlage teils dramatisch teurer geworden sind. "Kurzfristig gilt es daher die Liquidität dieser Betreibe zu sichern, wozu die Regierung ja bereits ein Paket angekündigt hat. Weiters muss die Futterversorgung gewährleistet werden, damit die Betreibe nicht gezwungen sind, Tiere zu verkaufen. Falls aufgrund der Umstände Lebensmittel teurer werden, ist es wichtig, dass die Preise auch bei den Landwirten landen und nicht wieder im Handel", so Höfinger.
Keine Besserung in Sicht
Allgemein ist zu befürchten, dass uns diese Wetterextreme weiter begleiten werden und wir damit zu kämpfen haben. "Meinen Unmut habe ich mittlerweile mit all jenen, die diese Veränderungen kleinreden oder in Abrede stellen. Wer so agiert, handelt verantwortungslos der gesamten Bevölkerung gegenüber. Hier brauchen wir einen gemeinsamen Schulterschluss und Maßnahmen über alle Bereiche hinweg. Es geht um die Versorgungssicherheit unseres Landes", so Höfinger.
Vermehrt Schiffe in Tulln
Die Trockenheit hat auch zur Folge, das der Wasserpegel der Donau sinkt. Dadurch legen derzeit vermehrt Schiffe im Gästehafen der Stadt an. Sie können bei uns in Tulln sicher liegen, da die Donau hier noch genügend Wasser führt. Meist bleiben sie ein paar Tage, davor sie weiterziehen. Zumindest einen positiven Effekt bringt dies mit sich - die Wirtschaft floriert. Die Garten Tulln freut sich, denn es werden bereits mehr Gäste wahrgenommen und auch in der tullner Innenstadt seien mehr Touristen verzeichnet worden.
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