Easy Drivers Tulln
Wir fahren gefährliche Straßenstellen mit dem Fahrschullehrer ab
- Fahrlehrer Matrin Reichel und Easy Drive Fahrschul Inhaberin Bärbel Werzinger.
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Wo befinden sich eigentlich die gefährlichen Straßenstellen in Tulln? Wir haben die Experten gefragt.
TULLN. MeinBezirk hat am Beifahrersitz Platz genommen und ist mit einem Fahrschullehrer durch die Stadt Tulln gefahren. Dabei haben wir uns angeschaut, welche Straßenstellen in Tulln besonders gefährlich sind und nachgefühlt, wie sich die Verkehrsteilnehmer eigentlich auf den Straßen verhalten.
Bärbel Werzinger, Leiterin der Easy Drivers Fahrschule Tulln erzählte uns Eingangs, wie sie die Situation auf Tullns Straßen wahrnimmt. "Viele Autofahrer sind mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs, schneiden Kurven oder fahren zu knapp auf. Es wäre klug, wenn es regelmäßige Nachschulungen für sämtliche Autofahrer geben würde, ebenso gesundheitliche Untersuchungen, nicht erst ab einem bestimmten Alter. Jeder war einmal Fahranfänger, aber irgendwie scheint das mit der Zeit in Vergessenheit zu geraten".
- Die Unterführung beim Bahnhof ist sehr eng und die Kurve wird ganze gerne geschnitten.
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Die Situation habe sich im Laufe der letzten Jahre definitiv verändert. "Jeder scheint sich selbst der Nächste zu sein". So überholen Autofahrer einspurige Fahrzeuge zu knapp oder halten vor Schutzwege mit Passanten nicht an, Radfahrer fahren gegen die Einbahn, dort wo sie gar nicht dürften, und Fußgänger gehen ohne zu schauen über die Straße. "Wir bieten den Eltern an, eine zusätzliche Fahrstunde mit einem unserer Fahrlehrer zu nehmen, wenn sie sich dafür entscheiden, mit ihrem Kind die L-Ausbildung zu machen. Dabei vermitteln wir, worauf sie beim gemeinsamen Fahren achten müssen. Vieles wird sonst leider übersehen".
Raus auf die Straßen
Dann ging es für uns hinein ins Fahrschulauto und raus auf die Straße. Dabei teilte Martin Reichel seine Einsichten aus dem alltäglichen Fahren mit uns. "Gerade auf Fahrschulautos oder auf Fahranfänger mit L-Taferl wird sehr wenig Rücksicht genommen. Die anderen Verkehrsteilnehmer kleben an der Stoßstange, Hupen wiederholt und es wird an Stellen überholt, wo es gar nicht erlaubt ist" - etwa im Kreisverkehr oder bei Kreuzungen mit "Vorrang geben"-Schildern.
- Unterwegs mit Fahrlehrer Martin Reichel.
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All das führt zu sehr gefährlichen Situationen. Auch nach 28 Jahren als Fahrschullehrer ist manchmal der Ärger immer noch groß, wenn egoistischer Leichtsinn auf den Straßen regiert.
Das sagt die Stadt
Wir haben der Stadtgemeinde ein paar brenzlige Straßenstellen vorgelegt, aus dem Rathaus heißt es dazu: Die Maßnahmen zur Verkehrssicherheit hängen immer von den örtlichen Gegebenheiten ab. Etwaige Optimierungsmöglichkeiten werden laufend von der Stadt sowie bei jährlichen Überprüfungen gemeinsam mit der BH beurteilt und, wenn möglich, durch Maßnahmen verbessert. Neben einer sicheren Infrastruktur sind Aufmerksamkeit und angepasstes Verhalten aller Verkehrsteilnehmer entscheidend, insbesondere im Radverkehr.
Fazit
Nach einer Stunde mit dem Fahrschullehrer, haben wir einen sehr guten Eindruck darüber bekommen, dass manche Straßenstellen oftmals viel schlechter einsehbar sind, als es auf den ersten Eindruck scheint. Oftmals wird dies jedoch beinhart von den Verkehrsteilnehmern missachtet oder sich falsch auf den Straßen verhalten - allem voran sind eindeutig schlecht einsehbare Kreuzungen, diese werden, trotz Rechtsregel, ignoriert und drüber gebrettert. Es würde sich auf jeden Fall lohnen, würden Bürger regelmäßig zu Nachschulungen antreten müssen oder auch die Strafen bei Verstößen empfindlicher ausfallen. Egoismus hat nichts auf den Straßen verloren! Wer sich am liebsten selbst der Nächste ist, lasse bitte das Auto stehen um die Sicherheit aller. Danke.
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