Illegale "Keller-Hotels"
Wenig Kellerdiebe, viele "Kellerschläfer" in Villach unterwegs
- So ein Kellerabteil ist schnell aufgebrochen.
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Laut Statistik nehmen Kellereinbrüche in Kärnten zu. In Villach wird zwar wenig gestohlen, dafür werden Keller illegal zu Hotels zweckentfremdet.
KÄRNTEN, VILLACH. Kellereinbrüche nehmen zu. Das geht zumindest aus einer Statistik des Kuratoriums für Verkehrssicherheit hervor. Mittlerweile soll in Keller und Garagen sogar öfter eingebrochen werden als in Wohnhäuser, was vor zehn Jahren noch umgekehrt aussah. Zu holen gibt es in den Untergeschossen mittlerweile viel, wie Rainer Tripolt, Leiter der Kriminalprävention der Landespolizeidirektion, bestätigt: "Dort lagern hochpreisige Fahrräder, Rennräder, E-Bikes, Skier, teures Werkzeug etc." Laut dem Experten gehen die Einbrecher nicht "auf gut Glück" irgendwo hinein: "Das wird vorher ausgekundschaftet. Die Einbrecher wissen genau, wo es sich lohnt, etwas zu stehlen."
- Rainer Tripolt, Leiter der Kriminalprävention
- Foto: LPD
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Mehrparteienhäuser gefragt
Besonders "interessant" für Einbrecher seien Mehrparteienhäuser: "Über eine offene Eingangstür erreichen sie die Kellerabteile ohne Probleme. Oder sie bitten über die Klingelanlage höflich um Einlass. Oder sie huschen über eine angeschlossene Tiefgarage hinein. Selbst wenn Einbrecher eine Tür aufbrechen – in einem Mehrparteienhaus wird das oft nicht als störend empfunden, weil immer jemand etwas im Keller tun kann."
Präventionstipps
Tripolt rät dazu, das Kellerabteil blickdicht zu gestalten: "Niemand sollte sehen, was man dort lagert. Wertvolle Gegenstände fotografieren und in ein Eigentumsverzeichnis eintragen – das Formular dafür kann man auf der Website des Bundeskriminalamtes herunterladen. Wird etwas gestohlen, geht man damit zur Polizei – und hat gleichzeitig einen Beleg für die Versicherung. Räder mit einem Bogenschloss, verbunden mit einem Wand- und Bodenanker, sichern. Bei E-Bikes unbedingt den Akku ausbauen."
- Harald Moser hat Villachs Wohnhäuser im Blick.
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Villach ist anders
In der Herbst- und Winterzeit haben es auch in der Draustadt Villach viele Einbrecher auf Eigentum abgesehen. Harald Moser, der als Hausbesorger für 1.343 Wohnungen der Stadt Villach zuständig ist, kann allerdings nicht bestätigen, dass Keller und Kellerabteile die Primärziele der Diebe sind: "Ich glaube, dass das gerade eher medial zum Thema gemacht wird. Meiner Erfahrung nach gibt es in den Wohnungen deutlich mehr zu holen als im Keller. Vor allem in Privathäusern sind Einbrüche Thema, weil man in Mehrparteienhäusern auf viel mehr Frequenz stößt."
Illegaler Schlafplatz
Hinzukommt, dass alle Mieter der Stadt Villach schriftlich dazu aufgefordert werden, ihre Kellerabteile geschlossen zu halten. "Dieser Aufforderung kommen die meisten auch vorbildlich nach. Zusätzlich sind die Türen zu unseren Kellerbereichen mit Schlössern versehen, die nur die Mieter und wir Hausbesorger öffnen können", verrät Moser, der sich im heurigen Jahr nur an einen Kellereinbruch im Bereich der Kärntner Straße im Stadtgebiet von Villach erinnert: "Da wurden von vermeintlichen Einbrechern Decken, Pölster und andere wärmende Utensilien aus einem Abteil gestohlen. In weiterer Folge ließen sich die hausfremden Personen mit dem Diebesgut in einem anderen Keller nieder, um dort zu nächtigen. Sie wurden von der Polizei abgeführt."
Kein Einzelfall
Auch in anderen Fällen haben "Einbrecher" in Villach Kellerabteile mit Hotels verwechselt. "Gerade im Herbst und Winter sind viele Menschen auf der Suche nach temporären Unterkünften. Es kommt schon vor, dass man diese beim Schlafen im fremden Keller oder Dachboden ertappt. Dabei handelt es sich zwar wohl um Einbrüche, nicht aber um Diebesaktivitäten", gibt Moser zu Protokoll. Auf jeden Fall ist es ratsam, Haustüren, Keller und Dachböden optimal zu sichern.
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