Bürgerinitiative gegen Hotelprojekt
"Dimension ist für Unterach erdrückend"
- Landesrat Stefan Kaineder (4.v.r.) unterstützt die Bürgerinitiative in ihrem Kampf gegen das geplante Hotelresort.
- Foto: Land OÖ/Denise Stinglmayr
- hochgeladen von Maria Rabl
Bürgerinitiative läuft gegen geplantes Hotel beim Georghof Sturm, unterstützt wird sie von den Grünen.
UNTERACH. Seit mehr als zehn Jahren möchte ein Investor in Unterach ein Hotel errichten und stößt damit immer wieder auf heftigen Gegenwind. Geplant ist aktuell ein Wellnessresort mit rund 300 Betten an der Umfahrung, dort, wo der Georghof seit Jahren leer steht. Nachdem bereits im Mai das Genehmigungsverfahren bei der Bezirkshauptmannschaft Vöcklabruck eingeleitet wurde, machte nun die Bürgerinitiative Lebenswert-Attersee mit einem Informationsabend auf ihre Einwände gegen das Projekt aufmerksam. Helmut Payer von der Bürgerinitiative präsentierte das Projekt und diskutierte mit den Anwesenden die Kritikpunkte. „Die Dimension des Projekts ist für Unterach erdrückend und eine schwerwiegende Störung des Landschaftsbildes“, so die Initiative. Zudem befürchten die Bürger die Gefahr einer Hangrutuschung sowie Wasserknappheit und eine Zuspitzung der Parkplatzsituation im Sommer.
Frage der Wertschöpfung
Infrage gestellt wurden außerdem die Rentabilität des Projektes und die erhoffte lokale Wertschöpfung. So befürchten die Mitglieder der Initiative einerseits eine spätere Umwidmung in Zweitwohnsitze und andererseits, dass die Betriebe im Ort nicht vom Hotel profitieren, weil die Gäste dort vollumfänglich versorgt werden. Bürgermeister Georg Baumann (ÖVP) ist dem Projekt gegenüber positiv eingestellt: „Wir haben 25.000 Nächtigungen verloren, seit der Campingplatz geschlossen ist. Die Gemeinde braucht das Hotel.“ Entscheiden müsse jedoch die BH Vöcklabruck, die als Gewerbe- und Baubehörde zuständig ist. Alle notwendigen Gutachten, vom Wasser- bis zum Parkplatzkonzept, seien bereits abgeliefert: „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht.“
Keine UVP-Prüfung
Klar ist bereits, dass das Projekt keiner Umweltverträglichkeitsprüfung unterzogen wird. Zu diesem Ergebnis ist die zuständige UVP-Behörde beim Amt der oberösterreichischen Landesregierung gekommen. „Dass die rechtlichen Voraussetzungen für eine Umweltverträglichkeitsprüfung nicht gegeben sind, ist zur Kenntnis zu nehmen, bedeutet aber nicht, dass das Projekt jetzt durchgewunken werden kann", betont Landesrat Stefan Kaineder (Grüne), der sich mit der Bürgerinitiative solidarisch zeigt.
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