Bürgermeisterwechsel
Etliche Rücktritte stehen bald bevor

Johann Baumann möchte an Heinz Leprich übergeben, Karl Feurhuber an Josef Wendtner (v.l.).
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  • Johann Baumann möchte an Heinz Leprich übergeben, Karl Feurhuber an Josef Wendtner (v.l.).
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In Mondsee und Frankenburg wählen die Gemeinderäte kommende Woche neue Bürgermeister.

BEZIRK (rab). Nach der Wahl ist vor der Wahl: Zwei Jahre dauert es noch, bis in Oberösterreich ein neuer Landtag gewählt wird. Damit ist nun der Zeitpunkt gekommen, an dem der Gemeinderat über den Nachfolger des Bürgermeisters bestimmen kann, wenn dieser sein Amt zurücklegt.

Der erste, der diese Möglichkeit wahrgenommen hat, ist Johann Baumann (62) aus Frankenburg. Der SPÖ-Bürgermeister trat vergangene Woche nach exakt sechs Jahren zurück. "Ich habe von Anfang an gesagt, dass ich es eine Periode lang mache, als Krönung meiner politischen Laufbahn", so der Altbürgermeister. Künftig möchte er sich um die Freizeitwege und die Gemeindechronik kümmern.

Leprich führt Amtsgeschäfte

Die Amtsgeschäfte führt bis zur Neuwahl am kommenden Dienstag, 15. Oktober, der bisherige Vizebürgermeister Heinz Leprich. Der 53-jährige Betriebselektriker und Reifenhändler hofft, dass sich der Gemeinderat für ihn entscheidet: "Es ist ein absolut interessanter und klasser Job."

Als ÖVP-Kandidat geht Norbert Weber ins Rennen. Der 33-jährige Elektroanlagentechniker und Kapellmeister der TMK Frankenburg will die Zukunft im Ort mitgestalten: "Mir ist es ein Anliegen, dass wir bei Projekten wie dem Schulneubau an einem Strang ziehen." Sollte er nicht zum Bürgermeister gewählt werden, folgt er als zweiter Vize auf Florian Fellinger.

Feurhuber tritt zurück

Einen Tag früher, am Montag, 14. Oktober, entscheidet der Gemeinderat in Mondsee, wer neuer Bürgermeister wird. Hier legt Karl Feurhuber (ÖVP) das Amt nach zehn Jahren und fünf Monaten zurück. "Ich habe bereits bei der zweiten Wahl gesagt, dass ich nach vier Jahren aufhören werde", so der 69-Jährige.

Als Nachfolger geht der pensionierte Standesbeamte Josef Wendtner (64) ins Rennen. Er gibt sich zuversichtlich, aber: "Wir haben keine absolute Mehrheit und bei einer geheimen Wahl ist alles möglich."

Kandidatur als Protest

Als Gegenkandidat hat sich Jürgen Prasse (59) von der Liste PULMO angekündigt, er kam 2015 bereits in die Stichwahl. Seine Kandidatur sieht er als Protest gegen die Wahl im Gemeinderat: "Dem Bürger wird das Recht genommen, den Bürgermeister unabhängig von der Partei zu wählen. Ich biete mich daher selbst als Alternative an."

Dass er bei der Wahl im Gemeinderat wenig Chancen habe, sei ihm durchaus bewusst, so Prasse. Denn Wolfgang Romauer (FPÖ) hat bereits angekündigt: „Bei der Bürgermeisterwahl werden wir den ÖVP-Kandidaten Josef Wendtner unterstützen und ihm eine Chance als Bürgermeister geben." Der 44-jährige Versicherungskaufmann Romauer soll bei der Sitzung als neuer FPÖ-Gemeindevorstand und Vizebürgermeister auf Rüdiger Frauenschuh folgen.

Überall Nachfolger verfügbar

Mit den beiden Entscheidungen kommende Woche beginnt jedoch erst eine ganze Reihe von Neuwahlen, verrät ÖVP-Bezirksgeschäftsführer Christian Mader: "Ein Drittel der Bürgermeister wird aufhören, davon zwei, drei, vier erst bei der Wahl 2021. Das heißt, bis nächstes Jahr im Herbst wird noch einiges passieren." Schwierigkeiten, Nachfolger zu finden, gebe es allerdings nirgends: "Dort, wo es in nächster Zeit Entscheidungen gibt, sind überall einer oder mehrere Nachfolger verfügbar."

So auch in Vöcklamarkt, wo Josef Six (ÖVP) bereits angekündigt hat, dass er 2021 nicht mehr antreten wird: "Es gibt gute Kandidaten für meine Nachfolge." Bereits präsentiert hat der Vöcklabrucker Bürgemeister Herbert Brunsteiner (ÖVP) seine Nachfolgerin. Stadträtin Elisabeth Kölblinger soll einmal seinen Sessel im Rathaus übernehmen. Wann die Zeit dafür reif ist, verriet er jedoch noch nicht.

Zur Sache

Im Bezirk Vöcklabruck stellt die ÖVP seit der Wahl im Jahr 2015 den Bürgermeister in 43 Gemeinden.
In den übrigen neun Gemeinden Ampflwang, Attersee, Attnang-Puchheim, Frankenburg, Lenzing, Pfaffing, Schörfling, Timelkam und Weyregg wurden Kandidaten der SPÖ als Ortschefs bestimmt.
Stichwahlen zwischen ÖVP- und SPÖ-Kandidaten gab es 2015 in Aurach, Ottnang und Timelkam. In Mondsee kamen Bürgermeister Karl Feurhuber (ÖVP) und Jürgen Prasse (Liste PULMO) in den zweiten Wahlgang.
Vorzeitige Wahlen gab es 2017 in Frankenmarkt und 2018 in St. Lorenz.
Am längsten im Amt sind Herbert Brunsteiner (Vöcklabruck, seit 1991), Karl Staudinger (Schwanenstadt, seit 1995), Rupert Imlinger (Oberndorf, seit 1996), Alois Gruber (Pilsbach, seit 1996) und Johann Reiter (Seewalchen, seit 1997).

Autor:

Maria Rabl aus Vöcklabruck

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